STAFFEL 9 ist online. Freue mich, wenn ihr rein hört. Euer Andy Scholz.

Prof. Dr. Jörg Skriebeleit, Direktor des Zentrums für Erinnerungskultur der Uni Regensburg

Shownotes

»Das fotografische Bild und das Fotobuch als notwendige kulturelle Erinnerungsmedien«

2025 haben wir Prof. Dr. Jörg Skriebeleit zu uns an den Stand in Halle 3.1 J87 eingeladen, um mit ihm über Erinnerungskultur durch fotografische Bilder zu sprechen. Worin die besondere Eigenschaft der Fotografie besteht? Denn die Herausforderung heute besteht zunehmend darin, in der zunehmenden Flut an Bildern durchzudringen, Faktisches von Falschem zu unterscheiden, dabei Erinnerungen zu bewahren und gleichzeitig sichtbar zu halten.

Prof. Dr. Jörg Skriebeleit ist Kulturwissenschaftler und Historiker, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Seit 2019 ist er Honorarprofessor an der Universität Regensburg. Er promovierte am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Heute ist er verantwortlich für die Neukonzeption der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg sowie wissenschaftlicher Leiter und Berater von Museums- und Memorialprojekten. Zum Beispiel bei der Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, dem Richard-Wagner-Museum Bayreuth und dem Erinnerungsort an das Olympiaattentat München 1972.

https://zentrum-erinnerungskultur.de


Termine/Save the Date:

Frankfurter Buchmesse 7. bis 11. Oktober 2026

Bis zum 14. November 2926 ist der Preisträger Jahrgang 25/26 in der Stadtbibliothek Reutlingen zu sehen.

https://www.stadtbibliothek-reutlingen.de

Ab 23. Oktober bis 13. November 2026 sind die Bücher dann im Goethe Institut in Hongkong zu sehen.

https://www.goethe.de/ins/hon/en/index.html?wt_sc=hongkong

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Episoden-Cover-Gestaltung: Andy Scholz Episoden-Cover-Foto: Susanne Suttner


Link zu unserem Newsletter:

https://deutscherfotobuchpreis.de/newsletter/


Idee, Produktion, Redaktion, Moderation, Schnitt, Ton, Musik: Andy Scholz

Der Podcast ist eine Produktion von STUDIO ANDY SCHOLZ 2020-2026.

Andy Scholz wurde 1971 in Varel geboren. Er studierte Philosophie und Medienwissenschaften an der Universität Düsseldorf, Kunst und Design an der HBK Braunschweig und Fotografie/Fototheorie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Er ist freier Künstler, Autor und Dozent. Seit 2012 unterrichtet er an verschiedenen Instituten, u.a.: Universität Regensburg, Fachhochschule Würzburg, North Dakota State University in Fargo (USA), Philipps-Universität Marburg, Ruhr Universität Bochum, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. 2016 wurde er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen. Seit 2016 ist er künstlerischer Leiter und Kurator vom INTERNATIONALEN FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER, das er gemeinsam mit Martin Rosner gründete. Im ersten Lockdown im Juni 2020 begann er mit dem Podcast und seit 2022 ist er Organisationsleiter vom Deutschen Fotobuchpreis, der ins INTERNATIONALE FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER in Regensburg integriert wurde. Er lebt und arbeitet in Essen (Ruhrgebiet).

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Transkript anzeigen

00:00:00: Fotografie neu denken, der Podcast.

00:00:03: Herzlich Willkommen zum Podcast Fotografien neu Denken und zur letzten Episode von der Frankfurter Buchmesse.

00:00:29: im letzten Jahr.

00:00:31: Aber eins nach dem anderen.

00:00:34: Also wer dieses Jahr auf die Buchmesse kommen möchte, also dieses Jahr, vom siebten bis zum elften Oktober, der kann sich wieder über unser Newsletter einen Ticketrabattcode sichern für ein Fachbesucherticket.

00:00:48: Denn das kostet dann nur... ...vierzig Euro statt einundneunzig Euro, also relevant wie ich finde und wie das geht.

00:00:56: ganz einfach Einfach in unseren Newsletter eintragen und dann bekommt ihr den kommenden Newsletter ganz automatisch in den nächsten Tagen.

00:01:04: Um genau zu sein, Montag am fünften Oktober um acht Uhr kommt der nächste und letzte Newsletter vor der Messe!

00:01:13: Also bitte noch bis zum vierten Oktober eintragen wenn Ihr Euch ein Fachbesucher-Tagesticket sichern wollt.

00:01:20: Viel Spaß dabei und machte Euch gern bemerkbar an unserem Stand Wenn Ihr in Frankfurt seid.

00:01:29: Ja, dieses Jahr zwanzig sechsundzwanzig sind wir zum vierten Mal in Frankfurt vom siebten bis zum elften Oktober.

00:01:35: Wir sind echt ein bisschen aufgeregt wieder wie kleine Kinder muss ich da sagen.

00:01:40: Wer dieses Jahr dabei ist steht in unserem Newsletter bei Instagram, bei Facebook und so weiter Und auch hier am Ende der Episode werde ich es nochmal sagen.

00:01:48: Aber heute geht es noch einmal um die Fotobuch Talks Die wir zwanzich fünfundzwzig im oktober zwanzighinfrankfurt auf der Buchmesse gemacht

00:01:59: haben.

00:02:00: Hören wir mal rein in das Gespräch mit Professor Dr.

00:02:02: Jörg Skriebeleit und mit ihm sprachen wir über Erinnerungskultur durch fotografische Bilder, denn die Herausforderung heute besteht zunehmend darin, in der zunehmenen Flut an Bildern durchzudringen – Faktisches vom falschen zu unterscheiden, dabei Erinnerungen zu bewahren und gleichzeitig sichtbar zu halten!

00:02:22: Los geht's!

00:02:25: Direktor vom Zentrum für Erinnerungskultur und Leiter der Gedenkstätte Flossenhörg in der Nähe von Regensburg.

00:02:38: Aber stelle dich mal kurz vor, kurz um dann Hörern oder Zuschauern hier am Standort bei Instagram was du machst und wer du bist.

00:02:47: Als erstes die Titel lassen wir weg.

00:02:48: mein Nachnamen ist Lamine Nuk.

00:02:50: Wir sind extrem bereit.

00:02:51: ich bin seit mehr als zwanzig Jahren Leiter der KZ Gedenkstätte Flossenburg, eines der großen nationalsozialistischen Konzentrationslager liegt an der Unwald von Regensburg aber sehr nahe an der tschechischen Grenze Nordbayern und es zählt über viele Jahrzehnte zu einem der vergessenen Erinnerungsorte.

00:03:13: Das sind viele Gründe Und wir haben in den letzten zwanzig-fünfundzwanzig Jahren die historische Dimension dieses Lager Komplexes.

00:03:21: Wir springen von einem Lager komplex mit einhundert Außenlagern, die sich nach Sachsen bis ins Erdsonsteingebirge, nach Böhmen und Nordböhmen erstreckten.

00:03:32: Und Flossenburg war quasi das Verwaltungszentrale.

00:03:36: Insgesamt hunderttausend Gefangene, dreißigtausende haben Flossenberg die Außenlage und die Todesmärsche nicht überlebt.

00:03:43: Und zu dieser Tätigkeit hat es mit der Periferen Lage zu tun und dessen Worrüge ist dann auch gleich sprechen werden.

00:03:54: Erinnerungskultur ist ja so ein statischer Begriff und ich mag den nicht.

00:03:58: Aber es ist so ein Containerbegriff, der gut funktioniert.

00:04:02: Erinnerungskultur, wenn wir darüber sprechen, ist immer ein Aggregatzustand.

00:04:05: Es verändert sich immer!

00:04:07: Und wir die wir jetzt seit zwanzig Jahren verantwortlich sind für diesen großen großen Erinneringsort versuchen, das sehr ernst zu nehmen.

00:04:15: Das heißt, es gibt keinen Masterplan Erinnerungen Skulptur sondern es gibt Es gibt Dinge, die wir zu tun haben.

00:04:23: Das ist ein Tatort, das ist eine Mordstätte, es ist einen Generationenort, sie sind Friedhof und Bildungsort.

00:04:29: Wir machen Ausstellungen, wir machen Bücher.

00:04:33: In diesem Archiv kommen Fotos zu uns.

00:04:36: Die eine Tätigkeit und andere Tätigkeiten, die sich daraus entwickelt hat, Zentrum Erinnerungskultur Universität Regensburg Da stimmen alle drei Begriffe nicht.

00:04:45: Wir sind weder im Zentrum noch ist Erinnerung, ich habe gerade angedeutet etwas Statisches und Kultur.

00:04:51: da kann man auch drüber sprechen.

00:04:53: Es hat zwei Säulen die Universität Die Public History-Universität und Geschichtsschreibung verändert sich auch also auch akademisch.

00:05:01: In der zweite Säule sind wir als KZ Gedenkstätte aus einem Offener Sich selbst mal wieder beunruhigender Ort.

00:05:07: Und eigentlich ist dieses Zentrum Erinnerungsgultur Wie wir es nennen, eine Plattform für reflektiertes Machen.

00:05:13: Und zum reflektierten Machen gehören auch Bücher und Bücher die eben nicht nur wissenschaftliche Aufsätze sind sondern ganz anders ausschauen können ohne dabei unwissenschaftlich zu sein.

00:05:25: Ja wir haben gestern auch die Leiterin der Kunsthalle Gießen zu Gast gehabt.

00:05:29: Die hat es auch gesagt dass gerade die Bücher nochmal ein ganz eigenes Medium sind weil man eben Vielleicht würde es das Bestätigen

00:05:37: tiefer einsteigen

00:05:38: kann, weil man sich mehr Zeit nehmen kann.

00:05:39: Oder was ist das Besondere an der Publikation?

00:05:44: Was wollt ihr da noch mehr?

00:05:46: oder...

00:05:47: Der Büchermarkt, also wir sind ja auf der Frankfurt-Bootmesse.

00:05:50: Der Büchermarkt verändert sich, weil sich das Bücherlesen verändert und die Rezeption von Büchern verändert wird.

00:05:55: Weil sich die Ansprüche am geschriebenen Text verändern.

00:05:59: Also wie

00:05:59: viel lese ich?

00:06:02: Wie muss ich schreiben?

00:06:03: Das ist etwas, was einen an einem öffentlichen Ort von Erinnerung permanent beschäftigt.

00:06:08: In der KZ-Gedenkstätte schreiben wir natürlich wissenschaftliche Bücher.

00:06:11: Wir schreiben Ausstellungstexte, die was ganz anderes sind.

00:06:14: Wir sind auf Insta und machen sonst was.

00:06:17: Allein schon die Textgattung in Ernst zu nehmen heißt das.

00:06:21: Wenn wir Bücher auch an der Universität machen, dann schreiben wir nur es für den akademischen Markt oder für die Bubble Das Thema Nationalsozialismus, nationalsozialistische Verbrechen oder das Buch des wir gerade herausgebracht haben inszenierung schnappsches Dokumentation Fotografien aus Perspektive von Täter-Täterinnen.

00:06:44: Also nicht nach der Befreiung gemacht sondern Fotos die entstehen aus ganz unterschiedlichen Kontexten.

00:06:50: während des Lager existiert.

00:06:52: Wer fotografiert?

00:06:54: Wer fotografieren was?

00:06:55: Warum?

00:06:56: Das kommt ins Bild.

00:06:58: Der Umgang mit diesen Bildern die man nicht einfach Eins zu eins als Sensation, als Ikone, als was auch immer verwendet heißt einen hohen Anspruch ans Bücher machen.

00:07:08: Bilder erklären sich nicht selber.

00:07:11: Respektiven erklären sich nichts selber.

00:07:12: man arbeitet aber mit historischen Fotografien und mit historischem Täterfotografie mit Fotografen auf denen en passant nicht auf allen eher auf den

00:07:21: wenigsten Opfer

00:07:23: Kacettäftlinge zu sehen ist.

00:07:24: das heißt es ist ein sehr sehr hoher Anspruch an die Quelle An die Quellen eines Fotos.

00:07:31: Und das Übersetzen in ein Buch heißt, man kann wissenschaftliche Texte zur Fotoserie beschreiben.

00:07:40: Wenn man aber eine breites Publikum erreichen will oder einen Breit-Heresse und wir merken das schon bei diesem Buch ist es seit Oktober heraus.

00:07:46: Es gibt's hier bei Wallstein Sie haben es da C – oder C – zu holen.

00:07:55: Also noch bevor wir die erste Presse-Release gemacht haben, ich war in Hamburg.

00:08:01: Habs da schon im Schaufenstern von zwei Hamburger Buchanwungen gesehen, obwohl es überhaupt keinen Hamburger Kontext hat.

00:08:08: und das heißt... Wir haben

00:08:10: scheinbar mit diesem Buch auch einen Nerv getroffen.

00:08:13: Ein Nervgetroffen der nicht nur einen großen guten Wissenschaftsverlag, der das ins Schaufenster trägt sondern erst mal keine Fotografie drauf die wir beschreiben, sondern es sind die Rückseiten drauf.

00:08:27: Die zeigen, durch welche Hände und Institutionen ist in dieses historische Foto gegangen?

00:08:36: So vielleicht mal zum Buch machen.

00:08:37: zu deiner Frage.

00:08:38: Genau!

00:08:38: Und jetzt aber nochmal...

00:08:41: Wo habt ihr

00:08:41: die Bilder her?

00:08:42: Habt ihr ein eigenes Archiv

00:08:43: oder

00:08:44: werden sie euch geschenkt, gebracht, gegeben?

00:08:47: Recherchiert ihr die?

00:08:48: Vielleicht kannst du da noch was sagen.

00:08:49: Wo kommen die ganzen Bilder her, die da jetzt zum Beispiel im Buch zu sehen

00:08:52: sind?

00:08:53: Vielen Dank für diese Frage.

00:08:54: Wie kommen Fotos aus Täterperspektive ins Archiv einer KZ-Gedenkstätte?

00:09:00: Man kann Dinge recherchieren.

00:09:02: Manche dieser Fotos sind seit nineteenhundertsechsundvierzig bekannt, weil sie rotieren durch internationale Presse-, Berichterstattungen und Ausstellungen pro Schule.

00:09:15: Was tatsächlich in den letzten zehn Jahren sehr auffällig zugenommen hat ist dass Bilder uns angetragen werden und zwar tatsächlich aus dem Kontext von Angehörigen, vom Täter.

00:09:31: Das ist die dritte und vierte Generation!

00:09:34: Der Opa ist gestorben.

00:09:36: jetzt lösen wir den Nachlass auf und meine Mutter, die die Tochter war hat sich dann hier angewagt.

00:09:43: da ist auch einmal ein Album drin und in diesem Album sind Fotos vom Opa drin.

00:09:47: die zeigen ihn im Uniform.

00:09:50: Das ist doch eine SS-Uniform und irgendwo steht Flossenburg.

00:09:54: Und dann kommen diese Menschen oft ganz verschreckt zu uns und sagen, was ist denn das?

00:09:58: Haben wir nie gewusst?

00:09:59: wurde in der Familie nie verhandelt?

00:10:01: so kommen tatsächlich zunehmend und ich würde mich schon trauen zu sagen es ist nur ein

00:10:07: Bruchteil

00:10:09: der Fotos nicht deren die entstanden sind sondern die vielleicht noch irgendwo existieren die jetzt haben.

00:10:16: Wir waren fast fertig mit dem Buch.

00:10:17: am Vorwärtschreiben, habe ich eine Mail gekriegt.

00:10:21: Ein sehr schütterer Word-Dokument wo ein sechsunachtzigjähriger Herr beschreibt er sei in der Nähe von Flossenburg aufgewachsen.

00:10:29: sein Vater wurde dort dienstlich hinversetzt hat mit SS nichts zu tun und sie an nineteenhundertundvierzig einen Sommerausflug auf die wunderschöne Flossenburger Burg gemacht.

00:10:38: dabei wurden sie fotografiert Und ihr Vater hätte diese mehr in Zivil angesprochen, was für Fotos sie da machen würden und setzte sich dann herausgestellt, dass ein Mitglieder der politischen Abteilung des KZ Flossenburg die diese Besucher fotografiert haben.

00:10:54: Und der Vater hat dann diese zwei Fotos auch gekackt.

00:10:57: Und dieser sechsohn-achtzigjährige Mann, Sie sind auch die beiden Fotos im Vorwort damit drin schickt es mir und sagt ja ich habe nicht mehr so viel Zeit zum Leben wahrscheinlich, aber ich möchte diese Geschichte noch los werden, die Geschichte eines Sommerausflugs.

00:11:09: Du siehst einen im sommerlichen Fasson-Schnitt gekleideten Vater.

00:11:15: Und du siehst zwei Kinder mit strammem Zöpfen des Mädchen und der Junge auch mit Sommerfasson, die werden ästhetisch fotografiert durch den Boden der Flossenbürger Burg und im Hintergrund siehst Du schönen Hafteslage.

00:11:31: Ein Teil, als wir diesen Buch gearbeitet haben, kam gerade dieser Glaserfilm Soul of Interest, den viele kennenwerden in den Kinos Und ich war bei so einer Preview dabei im Bayerischen Landtag, danach ein großes Bodiumsgespräch.

00:11:45: Du sitzt in der ersten Reihe und siehst den Film das erste Mal... ...und ich dachte Ich sitze in Flosenwürger wo dieser Film über Ausschwitz geht!

00:11:54: Ich dachte ich sitze tatsächlich in dem Ort an dem ich arbeite und ich sehe die Quellen mit denen wir gerade zu tun haben.

00:12:02: Diese Bilder zeigen natürlich auch diese wahnsinnigen Nähe und die Wahnsinnige Normalität von Dienst und Täterschaft in einem Konzentrationslager, und Normalität nebendran.

00:12:13: Wir haben von der Enkelin des Leiters der politischen Abteilung Fotos über viele Umwege bekommen.

00:12:24: Das sind eigentlich nur Kinderbilder.

00:12:25: Es zeigt also diese Enkelyn als Baby.

00:12:30: Ist da geboren im Flossenburg und wohnt da lange nicht mehr.

00:12:34: Eigentlich ein Kinderalbum.

00:12:36: Wenn du nicht wüsstest, dass es in Flossenburg entstanden ist, wär's völlig lapidar!

00:12:41: Der Fotograf taucht nur über Kleinigkeiten auf.

00:12:46: unter anderem hat er irgendwann mal seine SS-Uniformmütze abgelegt und dann hat sich die Tochter bewegt also abgelegt um besser fotografieren zu können und dann hatte scheinbar das kleine Kind bewegt aber der wollte sie fotografieren oder seine Mütze noch halt mit drauf.

00:13:00: Also die Andreutungen von dem was Was Normalität ist und in Mosfil einem Terror umfällt, sich das befindet.

00:13:13: Wie geht man damit oben?

00:13:15: Wie viele Bilder habt ihr bekommen?

00:13:18: Und

00:13:19: wie viel sind am Ende wohngelandet?

00:13:21: Da muss man auch eine Auswahl treffen.

00:13:23: Wir haben noch mal durchgeblättert.

00:13:24: Es sind sehr ästhetisch fotografierte Bilder da drin.

00:13:28: Da war ich auch sehr erschrocken fast schon.

00:13:31: Das ist aber ein gutes Bild.

00:13:32: Ich bin Fotokünstler und kenne mich so bisschen aus.

00:13:36: Das ist schon hart, wenn man dann weiter daran arbeitet.

00:13:39: Aber wie seid ihr vorgegangen?

00:13:41: Also wie viele Bilder hattet ihr?

00:13:42: Wie viel sind Dresden und so

00:13:43: weiter?

00:13:44: Es sind irgendwie für zweihundertundachtzig Fotos die nicht alle... also sie sehen das hier es ist kein Coffee-Tablebook mit Täterfotografien

00:13:51: sondern es

00:13:53: ist ein Buch des Fotos, Fotoserien analysiert.

00:13:57: Ich blätter mal jetzt durch zu den Algen hinter, wir haben uns entschieden auch im Teil dieser Alben zu zeigen die natürlich nicht nur über Flossenböck gehen sondern das sind auch Bilder entnommen.

00:14:07: man sieht ich muss noch weiter blättern genau.

00:14:10: Wir haben uns dazu entschieden auch die entnomenen Bilder die Fehlstellen zu zeigen weil es teile Quelle ist, Teilüberlieferung Auch in was für ein Kontext.

00:14:19: dann taucht auf einmal der Herr Himmler da auf.

00:14:22: also das sind Fotoalben wie sie damals überall entstehen.

00:14:26: Sie zeigen einen Alltag, sie zeigen besondere Situationen.

00:14:29: Sie werden beklebt mit Postkarten oder wo man sonst noch ist.

00:14:33: Es sind ja Einsätze... Man bleibt nicht als eine ganze Sensitivzeit in Anführungszeichen, ein Konzentrationslager.

00:14:42: Alles das ist abgebildet und wir haben uns aber entschieden vielleicht nur zu deiner Frage weil die einige kennen Katja Petrovskaya Eine russische Schriftstellerin Intellektuelle die in der Frankfurter Allgemeine dieses schöne Format hat, ein Foto oder das Foto schaute mich an.

00:15:06: Also essayistisch!

00:15:08: Ich bin neben hier am Blättern und wir haben uns entschieden auch einzelne Bilder, die auftauchen ganz unterschiedlichen Autorinnen zu denen unter anderem auch zwei Enkel von KZ-Heftlungen gehören.

00:15:20: Promovierte Kunsthistorikerin, die eine der andere ein Lehrer sieht diese Bilder zu kommentieren.

00:15:27: Essayistisch zu beschreiben.

00:15:29: Das heißt, wir haben die Brechung auch drin.

00:15:31: Die Brechungen dieser Täterbilder und über Kommentare von anderen.

00:15:37: Insofern ist es zu deiner Anfangsfrage auch noch einmal kommentiert.

00:15:40: Es ist ein hochanspruchsvolles Buch.

00:15:43: Es is kein Coffee-Tablebook vom SS Fotografien.

00:15:47: Von diesen zweihundertachtzig Fotos, die drin sind, sind bestimmt dreiviertel noch nie irgendwo anders veröffentlicht worden.

00:15:52: also das ist wirklich eine Erstveröffentlichung.

00:15:55: Und gleichzeitig mit dem Anspruch für ein breiteres Publikum, das nicht nur die Akademie ist und es jetzt nicht nur quasi die reißerische oder juristische Chance.

00:16:11: Und wir würden uns sehr freuen!

00:16:12: Also ich spreche mal über uns... ihr seid aus Regensburg, wir haben dieses Buch in Regensburger Flossenböck gemacht.

00:16:19: Das Buch war fertig da sind wir erst auf einer Laufmerksamkeit geworden und ich freue mich sehr dass wir heute hier sein dürfen.

00:16:25: Ein Kollege in die Karo ist auch mit dir, dass wir bei euch sein dürfen und merken jetzt schon bei den ersten Reaktionen, wie gesagt seit August ist es heraus.

00:16:36: dass das Fahrt aufnimmt, dass die Diskussion über dieses Buch-Fahrt aufnehmt und dass es vielleicht schon auch die Maßstäbe wie man mit Täterfotografien heute umgeht.

00:16:44: Und das Thema KI oder Authentizität und Ehrlichkeit und Echtheit von Fotos ist ja was wir noch gar nicht besprochen haben aber was natürlich hier total witzschwingt beim Verwenden von Bildern.

00:16:55: welches Bild ist echt?

00:16:56: Welches Bildes Propaganda?

00:16:58: Welche Bild wurde wie manipuliert?

00:16:59: Welchen Bild wurde zu welchen Zwecken verwendet?

00:17:02: alles des schwingt damit

00:17:03: drin.

00:17:04: Dann sag noch mal, das Buch ist im Wallsteinenverlag erschienen.

00:17:07: Vielleicht müssen wir ein bisschen Werbung?

00:17:08: Das ist mein Niko hier wieder am

00:17:10: Stören,

00:17:10: keine Ahnung.

00:17:12: Für den Wallstein Verlag was hast du das?

00:17:14: Der Wallstein verlag, wir haben es versucht auch sehr günstig zu halten.

00:17:17: Ich glaube, es kostet Kostel-Achtern-Zwanzig-Achtzig also für die Qualität sehr günster.

00:17:23: Man kriegt sie in jeder Buchhandlung und auf der Buchmesse bei Wallsteins Schräg gegenüber C-II-Siebzig Und in jedem gut sortierten

00:17:32: Buchhandel.

00:17:34: Jetzt gehen wir mal noch einmal rein in diese herausfordernde Erinnerungsmedien-Diskussion, die hier auch ein bisschen an Tisern wollten.

00:17:42: Genau, gerne durchreichen das Buch einmal!

00:17:47: Ich hatte einen Titel entworfen und dann habe mir den nochmal etwas herausfordernd da reingespielen.

00:17:54: Was ist für dich die Herausforderung für das Fotografisch Spiel als Erinnerungsmedium?

00:18:01: Kannst du das nochmal ein bisschen beschreiben?

00:18:05: Warum ist es eine Herausforderung?

00:18:06: Warum ist es eine Herausforderung?

00:18:09: Weil man nicht in die Falle tappen darf, auch wenn man weiß dass es ein großes Publikum erreichen wird.

00:18:14: Dass man das nicht nur plakativ, illustrativ oder ikonienhaft verwendet.

00:18:19: Also ein Foto ist einfach ne Quelle.

00:18:20: Das klingt total spröde Aber es ist total aktuell.

00:18:24: was ich gerade schon angedeutet habe Alles des alle Bildhaftigkeit mit dem wir auf TikTok oder Insta oder so durchgeschossen werden von jetzigen Massenverbrechen kriegerischen Szenarien Das ist die Herausforderung, das ist der Anspruch wenn man mit vermeintlich etablierten oder etatisierten KZ oder zweite Weltkriegsfotos arbeitet.

00:18:54: größtenteil der Verwendung.

00:18:56: Ob in medialen Produktionen, wenn noch lineares Fernsehschau und es gibt immer zwei Sparten-Sender, wenn du abends einschaltest, da geht's nur um den zweiten Weltkrieg und alles... Also die immer dieselben Sequenzen auch zusammen basteln.

00:19:08: Man darf das nicht illustrativ verwenden.

00:19:10: Wenn man sich ein bisschen hineinbegibt im Quellenkritik wer fotografiert war, warum wie was sieht man?

00:19:17: Was sieht man

00:19:18: nicht?!

00:19:19: Dann wird es auf einmal spannend!

00:19:21: Und dann wirds jetzt tatsächlich sehr spannend nicht nur in einem politischen Kontext.

00:19:26: Es stehen hier ganz viele Menschen, was mich total freut – die auch stehen bleiben, also finde ich sehr schön!

00:19:30: Dann wird es jetzt auch sehr spannende Merken in unseren Bildungsprogrammen bei Schülerinnen und Schülern, die natürlich in einer Totalüberflugenden Bildwelt aufwachsen, weil der Text immer weniger wird.

00:19:45: aber wo man mit klugen Umgangsmitbilden und wir verwenden einige von diesen Bildern auch und eben nicht illustrativ sondern um Fragen zu stellen nicht nur von welchem Standort wurde das gemacht, sondern wer hat denn da was vielleicht auch warum nebenbei geknipst obwohl er es gar nicht knipsen wollte.

00:20:03: Wer darf überhaupt Fotos machen?

00:20:04: Warum gibt's keine Fokus aus Heftlingsperspektive?

00:20:07: Da entstehen andere bildhafte Quellen Zeichnungen Erzählungen künstlerische Umsetzung hier und das merken wir sehr ohne dass wir jedes Bildungsseminar darauf hinführen.

00:20:21: Das führt sehr oft zu Diskussionen unter diesen ganz jungen Menschen und es ist vollkommen abhängig, welchen Bildungshintergrund sie haben auch ein bisschen über die eigene Verwendung von Bildern nachzudenken.

00:20:33: Du kannst halt jedes Bild generieren oder was auch immer du willst, da kannst du auch jedes historische Bild generrieren und auch die Leute zu ermutigen.

00:20:40: glaubt erst mal gar nichts, was ihr seht, glaubt erstmal überhaupt nix Sondern stellt, fangt an da dran Fragen zu stellen.

00:20:48: Also nicht nur wenn man jetzt historisch zu KZ und Gedenkstätten arbeitet sondern auch in eurem täglichen Umgang glaubt nicht was ihr seht.

00:20:56: Ja und guckt nach der Quelle

00:20:58: am besten

00:20:58: und rückt die Quelle an

00:21:00: sozusagen.

00:21:01: Sofern ist es ein Buch das so nervig gerade trifft ohne dass wir das auf diesen Nerv hin

00:21:09: kommen.

00:21:09: Ohne damit den Finger drauf zu zeigen.

00:21:11: Ich hatte auch erst das Gefühl okay auch mit der Gestaltung, vielleicht gehen wir noch mal ein bisschen auf die Gestaltung.

00:21:16: Du hast es ja gerade schon angedeutet, ihr habt dann auch diese Fotoalbum-Aesthetik

00:21:20: benutzt

00:21:21: sinnvollerweise.

00:21:22: ich habe erst gedacht okay ich als Gestalter was ich auch bin, ich hab auch Graphic Design studiert und erst mal gedacht ohhh ok ging's nicht besser oder ne?

00:21:33: Und je mehr ich aber mit diesem Buch dann reingeguckt habe desto mehr habe ichs verstanden und das ist jetzt auch gerade nochmal erklärt.

00:21:42: Vielleicht kannst du da noch was zu sagen, also wie war der Vorgang?

00:21:44: Wir hatten eine Grafikerin und es ist ein Riesenthema oder so eine Dramaturgie.

00:21:51: Welches Bild kommt wohin...

00:21:53: Ich kenne es jetzt deswegen, weil ich da einen Profi gegenüber sitze als ein studierter Grafikdesigner.

00:21:58: und wenn man Ausstellungen macht oder Bücher macht dann ist eigentlich das Erfüllende.

00:22:02: Das sag' ich, der ich von meinem Ausbildungshintergrund Kulturwissenschaftler bin Dann ist eigentlich des Erfüllende und Schöne ob das im Museum ist in einer Gedenkstätte oder in einer sich modern definierenden Universität wie bei unserem Zentrum Erinnerungskultur in Regensburg ist das Schönen dass man sich gegen Übersetzen die jeweiligen Gewerke ernst nimmt.

00:22:20: Also wir geben dieses.

00:22:22: Wir haben wunderbare Grafikerinnen, nicht alle sind gleich gut.

00:22:25: Grafikdesignerinnen.

00:22:26: dieses Buch hat Susanne Asen-Kerrschbaumer aus Berlin gestaltet.

00:22:30: Das ist eine mit der wir sehr lange zusammenarbeiten weil sie uns ernst nimmt und wie es sie.

00:22:36: Wir wussten am Anfang nicht wie dieses Buch ausschaut.

00:22:39: Wir haben gerungen um Format und Titelbild.

00:22:42: Irgendwann lang über die Hälfte der Strecke vielleicht bei zwei Drittel der Stärke haben wir uns entschieden wir machen ein Querformat.

00:22:51: Es war lang nicht klar ob wir die Alten komplett zeigen.

00:22:54: Und dann über die alten.

00:22:55: Idee ist gekommen, wir müssen einen Querformat machen.

00:22:58: Wir hatten total plakative Entwürfe!

00:23:00: Das Buch hat drei Jahre gedauert oder länger.

00:23:02: Plakative entwürfel von Titelbildern.

00:23:04: Total reißerisch.

00:23:07: Der Verlag auch gesagt hat es funktioniert so.

00:23:10: da schauen die Leute drauf.

00:23:11: Das fanden erstmal alle überhaupt nicht so besonders sexy weil das eben kompliziert ist.

00:23:15: was ist das für ein Gefuchsel darauf?

00:23:17: Die rück macht ein Fotobuch und der zeigt die Rückseite von einer Fotografie.

00:23:23: Und das Spannende ist ja, dass es ohne eine große Bewerbung genau dazu geführt hat.

00:23:28: Dass es schon in Schaufenster von Buchhandlungen liegt!

00:23:31: ohne dass wir mit diesen Buchhandlungen gesprochen haben.

00:23:33: Also es scheint auch da nervt

00:23:34: zu treffen.

00:23:34: und das Schöne ist, also nicht nur wir machen uns viele Gedanken wie wir jetzt schon drüber gesprochen haben, also poetorische wissenschaftliche gestalterische Gedanken.

00:23:44: aber dann braucht's ein gutes Gegenüber, dann brauchst du ein gutes Grafikdesign, eine gute Korrektive und dieses Buch wird in der Gemeinschaft zur Arbeit.

00:23:54: Das hat sich nicht der Herr Skribeleit, der Herr Scharnetzki oder wer auch immer auf dem Titel steht und so mit ausgedacht.

00:23:59: Das ist eine gute Gemeinschaftsarbeit.

00:24:01: Sehr schön!

00:24:02: Also da hat die Grafik-Designerin verstanden worum es geht?

00:24:05: Wer

00:24:06: hat

00:24:06: das verstanden?

00:24:07: Und ihr habt auch das Buch zum Teil mit gepusht.

00:24:10: also die lässt sich auf die Inhalte

00:24:11: ein

00:24:12: und hat uns auch auf Gedanken gebracht auf die wir selber natürlich nie gekommen werden weil sie zu einer anderen Profession

00:24:17: brauchen.

00:24:19: Wie viele Titel hat's gegeben sagst du mal?

00:24:21: Oder mehr?

00:24:21: Also mehr sagst Du.

00:24:22: Fünfzehn,

00:24:23: fünfzwanzig ikonienhafte Bilder, unbekannte Bilder, split screens also mehrfach aufgeteilte Bilder welche die sofort ins Auge stechen selbst Inszenierung der SS das erste Flaggenhissen.

00:24:40: Alles was den Titel so fortreißig macht wo man sofort versteht worum es geht.

00:24:48: Das verstehen wir erstmal nicht Aber jetzt

00:24:51: noch umso besser noch?

00:24:52: Was ist jetzt der Titel finde ich auf jeden

00:24:55: Fall Und vielleicht, also ich will nicht die ganze Zeit nur quatschen.

00:24:58: Aber für uns sind das schon... Wir machen dezidierte Dinge in Flossenburg und am Zentrum Erinnerungskultur der Universität Regensburg.

00:25:09: Wir stellen es auch sehr sehr bewusst.

00:25:10: Auch deswegen freue ich mich dass wir hier sind im ganz breiten öffentlichen und kritischen Raum.

00:25:15: Wir wollen damit Debatten auslösen und nicht ein Masterpiece formulieren.

00:25:20: Wir freuen uns sehr, wenn es Reaktionen gibt.

00:25:22: Es gibt schon sehr viele Reaktionen zu, wenn man sagen, von einem Prozent positiv überrascht und positiv.

00:25:30: Eigentlich vom Menschenfahrer hat bis Seite dreiundvierzig schon drei Schreibfehler entdeckt.

00:25:34: also ich will nicht den Lektor basteln aber solche Dinge passieren natürlich auch.

00:25:39: Also solche Sachen kommen so werden die gelesen.

00:25:41: aber wir wollen tatsächlich und da kommt auch zurück zum Anfang wieder Perifere Räume, wie es Flossenburg einer ist oder wie es vielleicht auch Regensburg groß der Schönheit der Stadt einer ist.

00:25:50: Manchmal hat man die große Chance dass man da Dinge ausprobieren kann und sich auch trauen kann, die in anderen übersymbolischen, überdeteminierten Räumen sogar nicht möglich sind.

00:26:02: Und deshalb sind sie sehr bewusst und deswegen versuchen wir im Flossenberg immer und in Regensbruck sehr dezidiert – ich formuliere mal so flabsich – über den Zaun zu fressen um Debatten auszulösen, die wir für notwendig achten.

00:26:15: Jetzt nochmal Werbung für Flossenburg.

00:26:17: Öffnungszeiten, wie habt ihr das?

00:26:21: Die Gedenkstätte Flosenburg ist täglich offen bis auf Weihnachten und die zwei Feiertages für Wester und Neuer wirklich jeden Tag von neun bis sechzehnt Uhr.

00:26:29: Wir haben zwei große Ausstellungen auch relativ modern.

00:26:34: wir haben beständig Wechselausstellungen und das kommen sie den nächsten und kommen sie bald.

00:26:39: Wir bekommen zwanzig Hektar ehemaliges Steinbruch-Areal zurück mit sechs denkmalgeschützten Gebäuden.

00:26:44: Das erste sind wir gerade dabei zu sanieren.

00:26:47: Und eben nicht so wie es üblich

00:26:48: ist als wieder ein Ausstellungs- oder Seminargebäude, sondern als Memory Lab und wir sehr dezidiert auch mit Kunst, auch mit fotografischer Kunst arbeiten wollen, mit Tanzperformances und verschiedenen Dingen.

00:27:02: Auch das können wir uns grauen, das tun wir.

00:27:05: Kommen Sie!

00:27:05: Wir haben als Letztes ein wunderbares, auch da wollen die ersten... Ein Café, der mein Museumskaffee ist auch der Öffentlichkeit offen steht.

00:27:16: Wenn Sie das besuchen und dieses Museumskafé was auch sehr umstritten war wird es zehn Jahre alt, wird geführt von Menschen mit Beeinträchtigungen Und das ist zum Teil einer unserer spannendsten und vielleicht auch politischsten Räume.

00:27:31: Also auch da versuchen wir nur etwas ganz anderes zu erreichen weil da Leute zusammenkommen die sich sonst nie treffen würden Das Kaffeekränzchen aus der Nachbarschaft die Mountainbike-Fahrer aus der Umgebung, das Polizeifordbildungsseminar, das gerade eine Pause macht und polnische Angehörige, die sich ein bisschen erholen müssen.

00:27:50: Das passiert da quasi jeden zweiten Tag.

00:27:53: Das ist spannend!

00:27:54: Kommen Sie?

00:27:55: Und es gibt natürlich auch... Aber das machen wir dann... Sie sind nicht alles Frankfurterinnen, sondern es gibt nach Frankfurt den einen oder anderen Bezug.

00:28:04: Anstehende Projekte

00:28:05: zum Schluss.

00:28:06: Abschließend gibt's irgendwas was ihr demnächst

00:28:09: macht

00:28:12: im Zentrum für Erinnerungskultur oder in Flossenberg.

00:28:15: Vielleicht gibt es da neue Projekte, die

00:28:17: wir noch anziehen werden möchte.

00:28:23: Nein, wir machen keine zweite Ausgabe von diesem Buch!

00:28:25: Wir haben natürlich weitere Fotos aber das ist jetzt nicht die Volume One und dann die Volume Two.

00:28:30: Wenn wir ein zweites Foto-Buch machen würden würde das wahrscheinlich ganz anders ausschauen weil ja muss man dann über... Das hängt vom Content Was wir im September gerade erst öffnet haben, danke dass du nochmal nachfälligst.

00:28:42: Das Thema Ende der Zeitzeugenschaft ist ja eines was uns alle bewegt.

00:28:47: Wir haben tatsächlich eine Zeitzeugeninstallation eröffnet in einem historischen Gebäude das nicht die üblichen Talking Hats sind und auch keine Arbeithaare sondern eine Installation die auch mit Grafik und Sound Design arbeitet und komplett basiert auf hunderten von Zeitzeuginterviews die wir ausgewertet haben und die nicht diese episodenhaft von dem machen, was Lager war sondern die versucht zum Kern all dieser Erzählungen zu kommen.

00:29:16: Und das ist der Kern vom Konzentrationslager als negativsten Menschheitserfahrung.

00:29:22: Das ist die Dehumanisierung und wo sie in dieser Installation quasi nur über Dehumanisierung und human beings geht.

00:29:31: Das gibt seit September.

00:29:34: Schauen Sie das an.

00:29:35: Wie lange geht

00:29:35: die Auffassung?

00:29:36: Es

00:29:36: ist unbefristet, so lange bis wir merken, wir kriegen so viel Kritik oder Zuspruch dass wir es wieder verändern müssen.

00:29:43: also wir halten Dinge auch veränderbar.

00:29:46: Die nächsten Projekte sind eben dieses Memory Lab im Steinbruch In Regensburg machen wir aber ganz angespannende Sachen.

00:29:54: Die Grenze war ein Thema.

00:29:57: Also wir sind sehr nahe an dieser Bayerisch-Böhmischen und Deutsch-Trächischen Grenze Und wir haben uns ein großes Projekt Zwischen Regensburg und der Gedenkstätte Flossenbörg, das heißt Grenznarrative um Grenzrealitäten.

00:30:09: Wir versuchen uns also Feldforschend in diesem beigespürmischen Zwischenraum zu begeben.

00:30:21: Und da tauchen auf einmal wahnsinnige spannende Geschichten

00:30:24: auf

00:30:26: und Bilder von denen wir dann wieder überlegen müssen wie Ob das eine Ausstellung wird, ob das was digital ist, wird ein Buch.

00:30:33: Das wissen wir noch nicht.

00:30:34: also wir sind neugierig

00:30:36: in offen und wir haben ja auch schon angeteasert mit unserem ersten Gespräch dass es vielleicht eine Kooperation geben könnte zwischen dem Festival und euch so dass wir da dann gemeinsam stattfinden und Plattformen austauschen.

00:30:48: Das werden wir dann in Zukunft natürlich weiter vorantreiben.

00:30:51: freue ich mich drauf absolut.

00:30:53: vielen Dank an euch beide Das wunderbare Intro in Regensburg für das Wunderbare Intro und das Gespräch jetzt hier.

00:31:01: Wir machen auf jeden Fall zusammen weiter!

00:31:02: Danke euch, danke Ihnen!

00:31:09: Ja, dank an Jörg Skriebeleit – eine Empfehlung von uns ganz dringend unbedingt mal nach Flossenburg fahren.

00:31:16: Link in den Show notes Ja, und wir sind wieder dabei mit unseren Fotobuch Talks in Frankfurt auf der Buchmesse vom siebten bis zum elften Oktober.

00:31:25: Mit dabei bei den mittlerweile legendären Foto-Buchgesprächen direkt am Stand in Halle.

00:31:29: Drei Null J-Eins fünf drei sind dieses Jahr Bierte Kräfte die Geschäftshörerin der Stiftung Buchkunst Doktor Helene Roth Die Goldpreisträgerin in Kategorie Fototheorie von der Ludwig Maximilians Universität in München.

00:31:46: Uta Kopp, unsere diesjährige Jury-Teilnehmerin und Buchgestalterin aus Köln.

00:31:52: Rüdiger Glatz der aktuelle Vorstand der DGPH und selber Künstler und Unternehmer und Verleger.

00:31:59: Markus Hartmann aus Stuttgart, der Fotobuchverleger, der auch immer wieder gerne bei den Preisträgern dabei ist.

00:32:06: Und Viktor Balkow, Juryteilnehmer, zwanzigfünfundzwanzig im letzten Jahr und Fotobuchenstalter aus Frankfurt am Main!

00:32:15: Kleiner Hinweis an dieser Stelle, wer sich die Talks lieber als Video ansehen möchte.

00:32:19: Der kann das natürlich tun auf unserem YouTube-Kanal unter www.youtube.com.

00:32:25: slash atFestival Fotografischer Bilder.

00:32:30: Ein paar Termine und Save the Dates haben wir natürlich auch noch.

00:32:32: also Buchmesse ist klar.

00:32:34: siebter bis elfte oktober zwanzig sechsundzwanzig Halle drei Null J-Eins dreifünf.

00:32:40: Und bis zum vierzehnten November sind die Preisträger, also der Jahrgang fünfundzwanzig sechsundzwanzIG in der vorletzten Station nämlich in der Stadtbibliothek Reutlingen zu sehen.

00:32:51: Danke an das Team für Ort.

00:32:53: und ab zweizehnzehnten Oktober sind die Bücher dann im Goethe-Institut in Hong Kong zu sehen und werden da noch mal ein bisschen Tour die Tournee weitermachen.

00:33:03: mehr Infos dazu gibt es in den Show notes.

00:33:06: und wie gesagt den Ticket Rabattcode nicht vergessen anmelden in unserem Newsletter.

00:33:12: Ja, wenn euch diese Sonderfolge gefallen hat teils mit euren Freunden bekannten Kollegen.

00:33:17: drückt auf abonnieren und hinterlasst mir super super gerne eine fünf Sterne Bewertung auf Spotify oder Apple Podcast.

00:33:25: Das würde mir und unserem Universum hier unglaublich gut helfen denn das steigt unser Steigheit unserer Ranking.

00:33:37: in diesem Sinne ciao ciao und bis bald vielleicht In Frankfurt nächste

00:33:49: Woche.

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