STAFFEL 9 ist online. Freue mich, wenn ihr rein hört. Euer Andy Scholz.

Dr. Anja Schürmann

Shownotes

»Das vibrierende Bild«

Fotografie erzeugt nicht nur Bilder, sondern Atmosphären. Vibes verschieben die Grenze zwischen Faktischem und Fiktivem, sie entziehen sich klarer Zuschreibung und eröffnen zugleich neue Formen des Wissens. Anhand der Arbeiten von Neven Allgeier, Cemil Batur Gökçeer, Jenny Schäfer und Iris Winckler und fragt der Vortrag, wie fotografische Stimmungen wirken, warum sie unser Vertrauen in Bilder irritieren – und ob sich in der Schwebe von Evidenz und Ephemerem eine eigene Wissensform zeigt. Dr. Anja Schürmann ist Permanent Research Fellow am KWI Essen, wo sie den Schwerpunkt Visual Literacy gründete und leitet. Sie forscht zur Fotografie und dem fotografischen Künstlerbuch, ihre jüngste Veröffentlichung dazu fragt nach den Möglichkeiten von nichtdargestellter Bewegung im Fotobuch: Of Fast and Slow Pages: Movement in the Photobook, in: photographies 16/3 (2023), S. 453–481.

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Foto: Susanne Suttner

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Episoden-Cover-Gestaltung: Andy Scholz Episoden-Cover-Foto: Susanne Suttner


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Idee, Produktion, Redaktion, Moderation, Schnitt, Ton, Musik: Andy Scholz

Der Podcast ist eine Produktion von STUDIO ANDY SCHOLZ 2020-2026.

Andy Scholz wurde 1971 in Varel geboren. Er studierte Philosophie und Medienwissenschaften an der Universität Düsseldorf, Kunst und Design an der HBK Braunschweig und Fotografie/Fototheorie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Er ist freier Künstler, Autor und Dozent. Seit 2012 unterrichtet er an verschiedenen Instituten, u.a.: Universität Regensburg, Fachhochschule Würzburg, North Dakota State University in Fargo (USA), Philipps-Universität Marburg, Ruhr Universität Bochum, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. 2016 wurde er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen. Seit 2016 ist er künstlerischer Leiter und Kurator vom INTERNATIONALEN FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER, das er gemeinsam mit Martin Rosner gründete. Im ersten Lockdown im Juni 2020 begann er mit dem Podcast und seit 2022 ist er Organisationsleiter vom Deutschen Fotobuchpreis, der ins INTERNATIONALE FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER in Regensburg integriert wurde. Er lebt und arbeitet in Essen (Ruhrgebiet).

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Transkript anzeigen

00:00:00: Fotografie neu denken, der Podcast.

00:00:03: Herzlich willkommen zum letzten Vortrag des Symposiums des Internationalen Festivals Fotografschabilder.

00:00:09: Mein Name ist Andy Scholz.

00:00:17: Ich freue mich sehr auf den Mitschnitt des Vortrages von Dr.

00:00:20: Anja Schürmann.

00:00:21: Sie ist Kunsthistorikerin und Bildwissenschaftlerin und Forst am Kulturwissenschaftlichen Institut hier in Essen.

00:00:28: Sie hat uns einen theoretisch brillanten und anschaulichen Vortrag mitgebracht.

00:00:32: Und ihr Thema lautet das vibrierende Bild.

00:00:36: Anja Schürmann widmet sich in diesem Vortag der faszinierenden Grauzone von Bildern, die sich einfach nicht festlegen lassen.

00:00:43: Ein vibrierendes Bild ist eine Fotografie, so wird sie gleich sagen, die genau auf der Kippkante stehen.

00:00:50: Einerseits liefert sie uns ein scheinbar objektiven dokumentarischen Beweis und legt damit Zeugenschaft ab.

00:00:57: Andererseits zieht sie uns durch ihre Ästhetik, ihre Komposition und ihre reine Anschauung in den Bann.

00:01:04: Also wo hört die nackte Wahrheit der nackten Fakt wenn man so will auf?

00:01:10: Und wo beginnt die bildnerische Inszenierung?

00:01:13: Freut Euch auf eine Analyse darüber wie Bilder in unserer Wahrnehmung ins Schwingen geraten!

00:01:20: Wir erinnern im KWI immer daran, wenn wir vortragen den Stand mit vorzutragen.

00:01:27: Das jeweiligen Projekt zu sagen wo man sich quasi innerhalb dieses Projektes befindet ob man am Anfang oder am Ende steht und das hilft dem Publikum erfahrungsgemäß eben so ein bisschen Fragen und Kommentare anzupassen und verhindert, dass jemand der kurz vor Abgabe ist irgendwie noch so einen neuen Gliederungsentwurf reingereicht bekommt.

00:01:47: Und wenn ich diesen Rat folge dann muss sich sagen Ich stiel ganz am Anfang.

00:01:52: Epistemisch heißt das, ich stochere und formal heißt es, ich arbeite mit Aufzählungen!

00:01:59: Ich möchte heute deswegen vor allem zwei Striche ziehen.

00:02:02: Den ersten Strich nenne ich fotografierte Vibes, er wird der größere sein da ich wirklich vier photographische Projekte in zweier Gruppen vorstellen möchte.

00:02:12: Der zweite Strich heißt eben gewusste Vibs weil ich es eben auch für notwendig halte auf die epistemischen Folgen des Vib's zu verweisen.

00:02:22: Beginn möchte ich aber mit einem Einleitungsstrich Denn ein vortrag über Vibe erscheint anscheinend Paradox.

00:02:32: Man kann etwas über Vibe nur auf Kosten des Vibes sagen, die Bilder, die ich in der Luft gesehen habe möchte ich eben kaum mit Worten beschweren.

00:02:41: und doch und daran werde ich mich orientieren können Vibes oder mit Kerstin Thomas gesprochen Stimmung und Ich zitiere als Ausdrucksphänomene gewertet werden Die ebenso wie die Sprache In ein simantisches System eingebunden sind das durch Haltung Mimik, Formen, Farben Bewegungen und so weiter bestimmt wird.

00:03:04: Sie können Sinn zum Ausdruck bringen und über sie ist Verständigung möglich.

00:03:09: soweit die positive Einschätzung von Kerstin Thomas.

00:03:13: Wenn ich mein Thema anderen Skiziere reagieren Sie aber weniger auf den Vibe selbst als auf dessen Verschiebung.

00:03:19: Ich denke das ist quasi auch etwas was Sie kennen der sogenannte Vibe-Schift.

00:03:26: Ein kurzes Beispiel Der Ende im Jahr zwanzig vierundzwanzig publizierte Aufsatzgleichen Namens des Historikers Neil Ferguson, ein Big Read das mit vielen gestikulierten Männern illustriert wurde, schlug Wellen bis ins deutsche Föhnung.

00:03:42: Stimmungsschwankungen

00:03:43: waren damals zwar durchaus auch menoposerbedingt ohnehin Thema.

00:03:48: Ferguson's Stimmungsschwankungen meinten aber etwas anderes.

00:03:53: Sein Kern war, dass jeder Weibschiff beansprucht in einem besseren Verständnis, Verhältnis zur Realität zu stehen als das was er ablöst.

00:04:02: Der neue Weib verspricht Authentizität Konkretheit und ein affirmatives Bild der Zukunft.

00:04:09: Geopolitisch sieht Ferguson mit der Wahl Donald Trumps einen Weibschiff von Deeskalation in Richtung Eskalation eingeleitet, der in Deutschland durch Friedrich Merz und europäisch durch eine gemeinsame Militarisierung eingelöst wird.

00:04:25: Außenpolitisch werden Dinge auf einmal möglich die vor der Wahl aussichtslos schienen ohne dass Trump überhaupt im Amt war.

00:04:35: Ich will Ferguson's Diagnose nicht wirklich vertiefen.

00:04:38: Entscheidend ist meiner Meinung nach das Prinzip.

00:04:41: Weibschiffs verändern die Logik, nach der Wirklichkeit wahrgenommen und Handlungen plausibel werden.

00:04:47: Das zeigt sich in drei Punkten, die ich auf die Fotografie übertragen möchte.

00:04:53: Punkt eins.

00:04:55: Handlungen folgen nicht mehr kausal sondern korrelativ.

00:05:01: Trump musste Europa nicht zwingen über strategische Autonomie in Rüstungsfragen nachzudenken.

00:05:07: Punkt zwei, Weibschiffsversprechen Zukunft.

00:05:11: Nicht irgendeine sondern eine die irgendwie orientierter und realitätsnäher wirkt.

00:05:17: Und Punkt drei ein Weib-Schift verändert die gesellschaftliche Bewertung von Handlungen wie notwendig, wie zwingend etwas erscheint Denn Weib Schifts wären keine Weib schifft wenn sie irgendetwas anderes als den Weib beispielsweise Brote schieben würden.

00:05:35: Sein realitätsverändernder Charakter liegt genau in der Unbestimmtheit des Vibes.

00:05:40: Deshalb beginne ich eben auch nicht mit der Verschiebung, sondern mit dem was verschoben werden soll.

00:05:49: Denn wenn ich von VibES spreche und das wird jetzt hier das Theorie Kapitel muss sich auch von Stimmung und Atmosphären sprechen.

00:05:57: Der Begriff Vibe ist zu neu um schon eine kulturwissenschaftliche Tradition zu haben.

00:06:02: Stimmungen dagegen sind in den Kulturwissenschaften durchaus verankert.

00:06:07: Nicht zuletzt durch Kerstin Thomas Forschung hier links.

00:06:11: Atmosphären wiederum, die flüchtigere Kategorie haben ihren Platz stärker in den Filmwissenschaftten etwa bei Rick Warner und Robert Spadoni.

00:06:22: Greift man noch weiter zurück stößt man wie so oft auch philosophische Grundlagen.

00:06:29: Zentral sind hier die phänomenologischen Bücher von Hermann Schmitz und Gernot Böhme.

00:06:35: Zwischen Weib, Stimmung und Atmosphäre gibt es Unterschiede – aber eben auch zahlreiche Überschneidungen.

00:06:42: Letztere sind für mich besonders relevant um zu klären was hat der fotografische Weib damit zu tun wie wir wissen aufnehmen oder wie wir zu Wissen gelangen und was wir warum für wahrhalten?

00:06:56: Eine erste Gemeinsamkeit liegt im unbestimmten, schwer sagbaren von Atmosphären die wie Stimmung dem Bereich des Vorsprachlichen entstammen.

00:07:07: Atmosferen zielen auf das was unterhalb oberhalb und jenseits der Repräsentation Signifikation und Kognition liegt.

00:07:16: Begriffe wie Vibe helfen wenn man anerkennt wie viele Dimensionen sich nicht ohne weiteres durch Sprache oder Symbole erfassen lassen.

00:07:26: Das heißt aber nicht zweitens, dass sich Begriffe wie Weibatmosphäre oder Stimmung beschrieben lassen könnten.

00:07:36: Und doch tritt der Weib letztendlich die Vergeblichkeit des endlosen Aufzählen entgegen oft Beginnter wo Beschreibung abricht und eine willkürliche Pause entsteht.

00:07:49: für den Literaturwissenschaftler Peli Gritzer ist Vibe des emotionale Äquivalents zur romantischen Symboltheorie.

00:07:59: In ihr, also der romantische SymbolTheorie ging es um unmögliche visuelle oder verbale Repräsentationen hier um unmögliche emotionale Reprezentation.

00:08:09: eine Pause die den begrifflichen Denken deshalb dezidiert entgegengesetzt wird.

00:08:17: no thoughts just vibes stellt sich Vibes als Alternative zum Denken im Allgemeinen vor, sowie als Wunsch nach Entpersonalisierung und in einer kurzen Auszeit von Verantwortung.

00:08:31: Diese Pause ist räumlich.

00:08:33: Atmosphären sind für Schmitz Zitat Randlos ergossen Ortlos, während Böme sie als räumliche Träger von Stimmungen versteht.

00:08:43: Thomas dagegen sieht Stimmungen als etwas, das immer über den Rand geht.

00:08:47: Man könnte sagen, Stimmung sind stärker Subjekt oder Objektgebunden, während Atmosphären und Vibes diesen zwischenlosen, flächenlosen Zwischenraum bespielen.

00:08:59: Vibs oszillieren zwischen Fläche und Raum.

00:09:03: Sie bilden ausgedehnte Texturen, sind dabei zugleich Teil des Zeitgeistes eben auch räumlich.

00:09:11: Sie sind zeitdiagnostischer als Stimmung die sich eher persönlich adressieren lassen.

00:09:17: Vibes haben eine Tendenz zum Worldbuilding, weshalb Bademental, Kämme, Poster oder Getränkedosen denselben Vibe erzeugen können.

00:09:28: Jenny Schäfers Arbeit Every Night in My Dreams zeigt das sehr deutlich.

00:09:33: und ja auch mir fällt es schwer nicht zu singen wenn ich diesen Titel aufsage.

00:09:39: In seiner Theory of Vibe beschreibt Greaser Vibes als abstrakter, die unmittelbar mit ihren konkreten Erscheinungen verbunden sind.

00:09:51: Sie umfassen zugleich Teile und Ganzes und bestimmen einen Raum ästhetischer Möglichkeiten.

00:09:57: Mein letzter Punkt betrifft das Verhältnis von Nähe und Distanz.

00:10:02: Vibs Stimmung und Atmosphären brauchen eben keine detaillierte Nahrsicht.

00:10:07: Gegenstandserkenntnis ist nicht ihr Ziel.

00:10:11: Aloys Riegel schildert in die Stimmung als Inhalt der modernen Kunst, sein alter Ego, das auf einen Berg steigt um Übersicht zu gewinnen.

00:10:22: Was unten als erbarmungsloser Kampf erscheint zeigt sich von oben als friedliches Nebeneinander.

00:10:29: Der Wasserfall, der aus der Nähe Scheue-Erfurcht einflößt wird in der Ferne zum versöhnen hellen Silberband.

00:10:37: Doch diese Stimmung bleibt fragil, schon eine Gämse genügt um sie hinweg zu blasen.

00:10:43: zurück in die Nase ich zurück in den Kampf ums Dasein.

00:10:47: Bei Riegel kann das Teil eben anders als bei Greaser vom Ganzen getrennt werden.

00:10:53: Entscheidend ist seine Beobachtung der Stimmung stets auch eine Form von Übersicht gebunden ist, die den Beobachte einschließt.

00:11:01: Alles kann eine Stimmung annehmen, wenn man Ruhe und Fernsicht einlöst.

00:11:06: Kunst zu Riegel soll genau das ermöglichen.

00:11:10: Und er sah dies besonders im Landschaftsbildnis verwirklicht.

00:11:15: Kommen wir zum Beispiel?

00:11:18: Wenn Weib sich wirklich der Aufzählung entgegensetzen sollte ich die Begriffsarbeit vielleicht beenden um mich der Fotografie zu wenden.

00:11:26: Meine Auswahl folgt durchaus der Differenz, die diese Arbeiten in die Möglichkeiten fotografischer Stimmungserzeugung einziehen.

00:11:34: Und Sie sehen jetzt einen Video von dem wir sehr lange probiert haben ob es läuft und es läuft – und das hat sogar Turm!

00:12:40: Ich würde auch gerne noch weiterzugucken aber ja... Belassen wir es bei diesem Eindruck, das ist eine Arbeit von Ihres Winkler.

00:12:48: Sie heißt Vy und ist im Jahr year two-thousand-zwanzig zum ersten Mal gezeigt worden.

00:12:55: Den Mengen durch fingerbewegbare Rechtecke schenkt man meistens selten mehr als Sekunden Denn immer wartet noch ein weiteres.

00:13:03: Ihres Winkler nimmt diesen Gestus auf, um ihn zu irritieren.

00:13:07: Sie filmt mit dem Handy alltägliche Szenen von weit weg Ein Werk das keine feste Form hat wie sie mir schreibt Es sei eher wie ein großer Katalog den sie je nach Inspiration Ort und so weiter überarbeiten kann.

00:13:23: Die Bildschirm-Institution die zwei hochrechtäckige Screens in einen stumpfen Winkel stellt, sieht jedenfalls einem aufgeschlagenen Buch nicht unähnlich.

00:13:34: Begleitet wird es von zphärischer Musik die das gezeigte unwillkürlich fiktionalisiert und in einen träumerischen Zustand versetzt.

00:13:42: Die unaufgeregte Kamera folgt mal einem Kind Mal einem Horizont.

00:13:47: Sie belastet niemandem durch Nähe Weder die Menschen im Bild noch die Betrachterin.

00:13:55: Oft fokussiert die Kamera sensorische Peaks, Die Sonne, die sich an Blättern oder dem Meer bricht und damit den Bereich nahezu ausfrisst.

00:14:04: Im weiteren Gegenlicht strahlt Wasser.

00:14:07: Es sind Szenen in leichter Schwebe nie hektisch Grell- oder Obstzönen In der Mitte kurz Dance Pop doch die elegerische Stimmung hält an.

00:14:17: bald wird es Abend In den Videos die Schatten werden länger das Licht noch sanfter Der Eifelturm hat ein Stelldich ein, dann wieder die Klippen von Marseille.

00:14:30: In manchen Szenen setzt die Musik aus.

00:14:33: sofort ergänzt sie meinen Kopf weil im eigenen Leben eben auch immer Musik da sein müsste.

00:14:40: Mit ihrem Handy befindet sich Winkler in mitten der Stadt auf einem rieglischen Berghügel Ein Berg, der dem Alltag eine flächige seltsam unbewegte tonaleinheitliche Hand reicht.

00:14:53: Ihre Menschen sind dabei nie isoliert, sondern immer eingebettet in ihre Umwelt, ihre Klicke und ihre Tätigkeit.

00:15:04: Zum Vergleich In dem Buch wechseln sich Porträts mit im weitesten Sinne Landschaften ab.

00:15:31: Fotografiert werden Personen bis zwanzig, alle Bilder zeichnet ein Schleier aus eine Unschärfe die immer wieder neu ins Bild gesetzt wird.

00:15:43: Jene Unschärke abstrahiert das Abgebildete und erkennt ihm oder ihr einen eigenen Raum zu der getrennt wirkt von der scharfen konkreten Realität.

00:15:54: Zugleich macht diese Unschärfe die Ansprache allgemeiner, weil hier mehr als nur eine Person abgebildet aber auch bei aller Ähnlichkeit gemein zu sein scheint.

00:16:05: Diese Überindividualisierung gibt es auch bei Winkeler.

00:16:11: Ihre Kamera – ich habe hier so ein Übersichtsbild!

00:16:14: Ihrer Kamera geht es nicht um konkrete Menschen.

00:16:17: Sie porträtiert nichts sie streift vorbei riskiert Seitenblicke und scheut den Aufwand der bei Allgäuer unübersehbar ist.

00:16:26: Seine Inszenierungen scheinen etwas mehr gewollt zu haben, als die untergehende Sonne zu geben hatte.

00:16:32: Identifikation ist Winkler nicht nur nicht wichtig sondern dezidiert unwichtig!

00:16:38: Der Junge mit Go-Kart der man im Park der Tai Chi praktiziert.

00:16:42: sie sind Bewohner einer Stadtlandschaft zufällige Insassen des gleichen Alltags aber nicht als individuen greifbar.

00:16:50: Allgaer's Ansatz hingegen ist narsichtiger integrativer.

00:16:55: Vielleicht muss ich die Jugendlichen nicht namentlich kennen, aber ich will doch dabei sein.

00:17:00: Genauso jung genauso wenig festgelegt wie diejenigen, die ich sehe.

00:17:04: Allgaier überhöhlt sie, gibt ihnen Platz und eine Strahlkraft, die der Jugend nicht oft zuteil wird.

00:17:12: Räumlich verstärkt sich der Unterschied.

00:17:15: Bildfluchten bleiben selten unwidersprochen.

00:17:18: Allgäher arbeitet mit Nahesicht Augenhöhe, Zentralperspektivische Ausrichtung und flächige Ornamentik.

00:17:25: Seine Farbdramatik emotionalisiert, ohne dass klar wäre was hier gefühlt werden soll.

00:17:31: Winkler dagegen hält Distanz mit einer ruhigen Kamera und der horizontalen Gliederung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund eine vorläufige These.

00:17:43: Das unbestimmte Stimmungsvolle dieser künstlerischen Position entstand im Kontrast von Fiktion und Fiktivität.

00:17:51: Sowohl Winkler als auch Allgeier setzen in ihren Inszenierung fiktionale Marker.

00:17:56: Musik und Unschärfe bei Winklern, bei Allgeiern die diffuse Farbtramaturgie – doch bei beiden bleiben diese Marker irgendwie unabgeholt!

00:18:06: Es passiert nichts in Ihren Fotos, nicht in Ihrem Videos, was den fiktionalen Aufwand rechtfertigen würde.

00:18:13: Werde mehr Geschichte unterlegt, wurde Zeit in diesen Arbeiten stärker gegliedert, organisierter?

00:18:21: So entsteht eine atmosphäre uneingelöste Erwartung.

00:18:24: Eine Spannung, die flüchtig stehen bleibt bis zum Weibschiff vielleicht.

00:18:31: Mein zweites Doppelbeispiel ist es Chemiel Batur Gacir seiner Arbeit Zinn-R-Zwanzig-Vierundzwanzig hier in Aal inszeniert.

00:18:43: Auch in Chemil Batu Gacirs Landschaften bleibt etwas stehen allerdings als Schicht als Topografie aus Zeit.

00:18:52: Ein Großteil seiner Serie sind Dreifachbelichtungen.

00:18:55: Er fotografiert, setzt es negativ erneut in die Kamera, löst wieder auf und wiederholt den Vorgang ein drittes Mal.

00:19:03: So überlagern sich nicht nur Ansichten sondern weit entfernte Orte und bilden Schichten aus Zeit, deren sichtbares Produkt nur eine glatte Oberfläche kennt – Den Abzug!

00:19:17: Die Unvorhersehbarkeit der Ergebnisse einer solchen Technik Transformiert nicht nur visuelles, sondern eben auch materielles.

00:19:25: Eine Flamme flackert im Tal ein Bergmassiv löst sich auf Lasten ist lastet nicht mehr leicht es wird schwer und Feuer zu farbe.

00:19:35: diese Abbildung zeigt den Mount Hasan in Anatolien einer loschender Vulkan von über drei tausend zweihundert Metern Höhe kombiniert mit heiligen Städten alevitischer Kurden, für die ihre Berge eben keine kletterziele sondern wesentliche Vermittler zwischen menschlicher und spiritueller Welt sind.

00:19:56: Mit dieser Arbeitsweise will Gacir persönliche und historische Landschaften und in ihnen eingeschriebenen Geschichten nicht etwa vereinen, sondern so ein bisschen eher verabreden Eine durch die Aufnahme Praxis doppeltes Blind Date, dessen Unvollhersehbarkeit eine andere Wahrheit als die reine Repräsentation kennt.

00:20:18: Für ihn ist sie in seiner Person kombinierte und durchaus indexikalisch zu nennen.

00:20:23: Präsenz von Orten zusammen mit der Zufälligkeit und fehlenden Kontrolle des Prozesses eine Form von Realismus.

00:20:32: Sein Verfahren rückt die Kunst in ein anderes, in ein besseres Verhältnis zur Realität wie der Weibschrift von Ferguson.

00:20:41: Eine Realität, die eigene Verwobenheiten anerkennt und Distanz nicht mehr als hinreichend ansieht.

00:20:48: Mit Riegel sitzt hier niemand mehr auf einem Gipfel, niemand beansprucht Übersicht.

00:20:54: Sollte man Götzschiers Positionen bestimmen wollen müsste man sie genau zwischen diesen Belichtungen

00:20:59: suchen.".

00:21:01: Find' er, dünne Luft heißt die Serie.

00:21:04: Im Englischen verschwindet man spurlos in dünner Luft oder taucht plötzlich aus ihr auf.

00:21:10: Im Türkischen dagegen ist Luft nicht nur dünn sondern lang.

00:21:14: In Şahava lange Luft ist ein Begriff aus der Volksmusik für Freie Nicht zum Tanzen gedachte Rhythmen.

00:21:24: Mein letztes Beispiel Lang sind bei Jenny Schäfer die Kleistertropfen Die wie Wachst von ihren tapizierten Fotos laufen.

00:21:33: Für die mit Lisa Krusche entwickelte Arbeit Die Anrufung der Riesen fotografierte sie Berge.

00:21:39: Und Berge sind selten flach, also so flach wie die Wände oder Fotografien weshalb es dem Institut für moderne Kunst nun berg nicht weit von hier entfernt ihre Bilder auf und nebeneinander tapiziert Stege- und Wellungen im Papier betont und eben nicht verstrichen hat.

00:21:58: Darstellung und Material treffen aufeinander.

00:22:01: So begegnet sich in riesigen Tablos, Rechtecke von Nichtrechtecken, Fotos von Gesteinen.

00:22:08: Der Text von dieser Krusche – das ist nämlich auch als sehr schönes Buch erschienen – beschreibt einen Aufbruch eine Reise ins Offene, eine durchaus mythisch zunennende Suche nach einer Riesen die der immer mehr auf Unsichtbarkeit trainierten weiblichen Erzählstimme vielleicht nicht helfen weil sie doch irgendwie beistehen soll.

00:22:31: Diese Suche wird im Buch durch Fotos begleitet, die ebenfalls ins offene greifen.

00:22:37: Das Material transzendieren und mit naher sichtigen Gegensätzen arbeiten.

00:22:42: das was grau sein soll schimmert rosa.

00:22:46: harte strukturen finden irgendwas blubberndes ein Hund taucht auf Strukturen erinnern mal an geröll mal ein extraterrestrisches gestein.

00:22:59: Die in engen Ausschnitten verschleisten Tropfsteinhöhle und Höhenkammen, Loch- und Erhebungen führen dadurch die Reise auf durchaus Unsicheres und kaum begehbares Terrain.

00:23:10: Dass sie Vielfalt dessen betont was in gut bewerteten Kinderzeichnungen häufig nur hügelig und grau sein darf.

00:23:19: Das ewige Dauerhafte des Gebirges wird auch durch die fotografischen Quellen aufgebrochen.

00:23:25: Es gibt sowohl scharfe, hartkantige Abbildungen als auch verschwommenes Tonal ineinander übergreifendes.

00:23:32: Es gibt sichtbares Korn und sichtbaren Druck – die analogen digitalen abfotografierten und reproduzierten Fakturen des fotografischen Treffen sich in dieser Arbeit.

00:23:43: Eine lobende Tats-Rezension des Buches macht mit einem nicht mehr rechtefreien Foto Jenny Schävers auf!

00:23:51: Die automatische Bilderkennung, die das Bild einst erfasst hat nennt es adäquat Schnee oder Eis oder weißes Gestein.

00:24:02: Ein kurzer Blick zur Seite Chemie Bartogacci's Serie aus annähernd autonomen Dreifachbelichtungen, die aber dennoch eine glatte fotografische Oberfläche bilden und historische Topografien mit subjektiver Geschichte verbinden ist etwas anderes als Jenny Schäfers Arbeit.

00:24:19: Die gemeinsam mit Lisa Grusche anhand von gesuchten fotografierten und gefundenen Bildern des offenen im Ewigen sucht und Ebenen und Materialien miteinander verschmilzt.

00:24:30: Anders als Gacir's dünne Luft ist ihre installative Praxis weder gerahmt noch hinter Glas.

00:24:36: Die Felsen gleichermaßen arme wie massive Bilder und doch arbeiten beide an der Transformationskraft der Fotografie, sie kann mehr Vorschlunge als Darstellung eine Flamme oder ein Tal Schnee oder Eis oder weißes Gestein sein.

00:24:52: Gacier lässt gepresste Zeit ganz leicht werden.

00:24:56: Schäfer kehrt in Aufsicht ein bisschen wie Sophie Ristl-Huber ist in Fett mit den Relikten des ersten Golfkrieges Tat, farbstichige Strukturen um.

00:25:05: Hier geht es eher um Material als um Zeit – bei Götzschil ist das umgekehrt.

00:25:11: aber beide vertreten eine Fotografie ohne Augenblicke Anderses sind.

00:25:16: in meinen ersten Beispielen entsteht das stimmungsvolle atmosphärische oder weibige ihrer Arbeiten weder aus narrativer Stasis als das gezeigte Verwobenheit.

00:25:27: Kein isoliertes Objekt steht hier einem Objekt gegenüber, beides ist miteinander verflochten.

00:25:33: Ich komme zu meinen gewussten Weibs!

00:25:37: Der Malerei klaute die Fotografie der Naturalismus auf Hautporenebene.

00:25:42: Mit dem immer exakter Malen war es erst mal vorbei, als die Fotografie diese Aufgabe weitaus einfacher erledigen konnte.

00:25:50: Malerei machte dann bald verschiedene Dinge unter anderem konzentrierte sie sich auf Stimmung wie Kerstin Thomas anhand des französischen XIX Jahrhunderts nachweist.

00:26:00: wenn der Fotografi jetzt das gleiche passiert Und sie immer häufiger die Unbestimmtheit der Bestimmtheid vorzieht, kann ihr Weltbezug durchaus als belastet bezeichnet werden.

00:26:13: Sei es durch generative Praktiken oder aber das nicht besonders neue Eingeständnis dass ein dokumentarisches hinter dem Apparat verschwinden auch keine Dokumentarpreise mehr einbringt.

00:26:26: Aspekt, den ich quasi einfügen möchte ist die Unterscheidung zwischen Kausalität und Korrelation.

00:26:34: Denn eine epistemische Folge des fotografischen Vibes liegt im Wechsel von Kausalen zu korrelativen Verwendungsweisen Wobei eine Kausale, eine verursachende Verwendungsweise meint.

00:26:47: Irgendetwas da draußen will zwingend ins Bild erklärt etwas bedingt seiner Abbildung als Darstellung und hat mit Eberhard Lämmert eine explikative Funktion.

00:26:57: Korrelative Verwendungweisen addieren auf das da draußen zumindest ein Dazwischen.

00:27:05: Beschreiben erzählt theoretisch eine Ähnlichkeits- oder Kontrastbeziehung einer Ausstellung der vermittelenden Zeichen.

00:27:12: Nach Griezer korreliert mit dem Vibe dieser Werke ebenfalls eine Vorstellung einer Art innerer Möglichkeitenraum für das, was für die eben vorgestellten fotografischen Arbeiten ästhetisch möglich ist.

00:27:27: So sind Jenny Schäfers Gebirgslandschaften nicht als geografischer Vermessung der Baumgrenze sequenziert.

00:27:35: Die Übergänge von einem Bild zum nächsten kennen keinen äußeren Maßstab oder eine Legitimation von Aktionen und Reaktionen.

00:27:43: Wieder die Höhenlage noch des Klima orientieren.

00:27:47: die Anordnung, dass aufeinandertreffen der tapezierten Rechtecke hat etwas Egalitäres nicht nur aufgrund ihrer Größe.

00:27:57: Die Beziehung zueinander ist vielfältig aber austauschbar.

00:28:01: Eine rotöne, changierende Farbigkeit und eine prominente vertikale Struktur vereinen diese Rechtecken der horizontal mit sichtbaren Tapeten-Kämmen gekontert wird.

00:28:14: Während das linke Bild eine unbestimmte weiche Kontur aufweist, die in das Bild hineinzuweisen scheint, wirkt es rechte Bild.

00:28:23: erhaben, reliefartig und scharf kristallisieren Oberflächen aus dem Bild heraus.

00:28:29: Durch diesen Kontrast, den auch den Kontrast von Form und Formlosigkeit sowie Rauschen und visueller Information thematisiert, egalisiert sich die Konstellation.

00:28:38: Keine Hierarchie ist mit ihr verbunden, beide Seiten scheinen zusammenhängend ohne zwingend aufeinander folgen zu müssen.

00:28:46: Die Bilder fokussieren sich im Blick des Betrachters ständig neu was sie durch den gleichbleibenden attraktiven sehnischen Details in einem Zustand angespannte Potenzialität hält.

00:28:58: Da man als Rezipientin immer wieder aus und einsumt realisiert sich eben auch das Bild nie ganz Im Detail.

00:29:07: hat man nur das Detail.

00:29:09: In der Übersicht hat man einzig die Übersichts.

00:29:12: Die Details sind zu klein, zu wimmelig um erkannt zu werden.

00:29:16: Die Ebene des Details und die Ebenen in der Üversicht kommen eben nicht in Kontakt.

00:29:21: Schon Eli Sitzki wusste dass ein strukturelles All-over alles auf die gleiche Ebene stellt und den hierarchischen Weltanschauung widerspricht.

00:29:30: im Muster sind wir alle gleich Gleich wichtig gleich präsent gleich da.

00:29:36: Es setzt eben kein ikonographisches oder mythologisches Wissen voraus und neigt zu Wiederholung.

00:29:44: Auch in Finn-Ehr hier rechts zeigt sich der Versuch von Hierarchielosigkeit.

00:29:51: Horizonteile Markierungen teilen mehrfach Belichtungen gleichberechtigte Teile, wobei Gleichberechtigung eben nicht ein arithmetisches Mittel sondern eine optische Maßeinheit meint die helle Feuerwelle mit tiefen valdigen Schluchten auszuterrieren.

00:30:06: Vermarkt.

00:30:08: Diese Unterteilung gibt es auch in Winklers Vü-Links.

00:30:11: Der Mensch ist nicht nur Teil der Umwelt, sondern auch Teil des Bildes und Teil des Alltags.

00:30:17: Die flexible Montage unterstreicht ihre korrelative Nicht-Irarchische Struktur.

00:30:24: Und auch Fiktion und Fiktivität lassen sich mit Kausalität und Korrelation denken.

00:30:29: Narrativität die intermediale Form der Fiktivity braucht kausalitet.

00:30:36: Nach Nikol Manis transmedialer Erzähltheorie bedarf es, um Narrativität anzuzeigen auf inhaltlicher Ebene Ereignisse.

00:30:45: Die sich in Vorkommnisse und Handlungen unterteilen lassen.

00:30:49: Vorkommenisse kommen bei Allgeier- und Winkler durchaus vor – die Sonne geht auf und unter, Kamelblüten schwimmen im Wasser und im Park wird Sport getrieben.

00:30:58: Doch Handlungen im Sinne von Ursachefolgerelektionen entstehen nicht!

00:31:02: In beiden Arbeiten geht und tut man weniger als man

00:31:05: ist.".

00:31:06: Das eigene Dasein scheint von Konsequenzen geradezu abgeschnitten.

00:31:10: Winkler ediert bewusst, bevor das Beobachtete auch nur im Entferntesten dramatisch sein könnte.

00:31:16: Insulativ sind beide Arbeiten.

00:31:20: In Allgeiers Buch ist weder die Konstellation zwischen Mensch und Landschaft noch die Reihung der Paare untereinander zwingend.

00:31:28: Alles bewegt sich auf einer Frequenz in einem Rhythmus zu dem man schwerlich tanzen könnte.

00:31:35: Fotografische Vibes verschieben also den epistemischen Modus von kausaler Erklärung hin zur korrelativere Reihung, von der da zu Vorstellung bei der ein materieller Bezugspunkt für das Bild eben nicht mehr primär ist.

00:31:52: Ich komme zum Schluss!

00:31:54: Ein korrelatives Verhältnis Zur Realität, dass visuell ohne Hierarchien arbeitet und seine Gemachtheit als Stimmung ausstellt, passt eben nicht in ein binäres Verständnis von Fotografie das sich in wahr oder falsch manipuliert oder authentisch einordnen ließe.

00:32:15: Der Weib führt eine Ebene ein die eben nicht direkt auf das dahinter das dargestellte oder gewusste verweist.

00:32:23: er deautomatisiert das zeigen.

00:32:27: Das Gefühl, dass man bisher als natürliches Zeichen im Bild verstand, erhält eine eigene Ebene.

00:32:33: Und diese kann mit dem Gezeigten übereinstimmen – muss es aber nicht!

00:32:38: Realität ist für den Vibe also Thema Nicht-Verfahren und damit widerspricht der Vibe auch dem sogenannten forensischen Blick, der alles identifizieren, berechnen und quantifizierend will.

00:32:51: Der forensische Blick stabilisiert nämlich Wahrnehmung, was der Polisomie des Bildes widerspricht.

00:32:57: Man scannt statt zu sehen.

00:33:00: Da wir aber über die mikrologische also detailversessende Verfasstheit der Fotografie Bescheid wissen, rezipieren wie sie nicht nur aber auch forensisch Mira Analinas spricht von einer, und ich zitiere sie Konjunktur bildforensischer Praktiken in einem sich betont politisch gebenen Kunstfeld als Ausdruck einer Verantwortungsästhetik.

00:33:24: Also Sie sagt dass Bildforensik auch in der Kunst im Sinne von Verantwortung eine Rolle spielt.

00:33:31: Dort versprechen ästhetische Investigationen, Kontrolle, Übersicht und Gewissheit sowie die Erweiterung des künstlerischen Feldes jenseits traditioneller Institution.

00:33:43: Im Gegensatz dazu betont der Weib weder Detail noch Übersichts.

00:33:51: nicht das Quantitative sondern das Qualitative, dass wie der Fotografie erhebt ihre Unverfügbarkeit hervor auch um der wahrnehmungsökonomischen und algorithmischen Ausbeutung von Bildern zu widersprechen.

00:34:06: Denn Weib kann Dinge, er kann Gesteintransformieren, er kan Zeit zusammenzurun lassen Er kann den Alltag nicht alltäglich machen und einen Teenager klangorös.

00:34:16: Er kann das Indexikadische der Fotografie mit einem Möglichkeitsraum versehen, der sowohl materiell als ästhetisch als auch räumlich und zeitlich offen steht Begeber und vielleicht auch bewohnbar ist Und damit wie Ferguson's Weibschiff die Logik eben der fotografischen Plausibilität verändert.

00:34:36: Die Künstlerinnen, die ich vorgestellt habe verstehen den Weib nicht als bloßes Gegenteil von Informationen oder als Schwunschstufe unserer Aufmerksamkeit sondern untersuchen ihn ästhetisch.

00:34:48: Suchen nach Bedeutungs- und Gemeinschaftsbildenden Effekten.

00:34:53: Wer sich dem Vibe in der Kunst widmet, erweitert das Wissen und das Nichtwissen.

00:34:57: Und lernt meiner Meinung nach mediale Vibes eben auch anders zu rezipieren.

00:35:01: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

00:35:07: Ja ein unheimlich inspirierender Ansatz von Dr.

00:35:09: Anja Schürmern.

00:35:10: Die Idee des vibrierenden Bildes macht so wunderbar greifbar, finde ich.

00:35:14: Warum uns das Thema Fakt in Fake im Alltag oft zu verunsichert will wollen?

00:35:18: Dass ein Foto eindeutig ist entweder ein unumstößiger Fakt oder eine reine Fiktion.

00:35:24: doch die Realität der Fotografie ist genau dieses permanente Vibrieren- oder das Schwingen zwischen Dokument.

00:35:32: Das Festival in Regensburg hat im November, mit diesem Beitrag einmal mehr bewiesen wie tiefgründig und vielschichtig die Bildwissenschaft unsere tägliche Sehgewohnheit hinterfragt.

00:35:44: Und wer die angesprochenen Bilder vermisst hat auch kein Problem.

00:35:47: einfach auf youtube.com oder auf unserer Festival-Webseite gehen und den Vortrag als Video anschauen Kein Thema.

00:35:59: Ich finde, es war aber auch so sehr inspirierend und inspiriernd genug.

00:36:04: Vielen Dank an dich Anja!

00:36:07: Ihr habt ihr beim Zuhören auch sofort an bestimmte Bilder denken müssen die euch genau in diesem Zwischenraum erwischt haben.

00:36:13: teilt eure Gedanken- und Bildbeispiele super gerne mit mir und schreibt mir eine Mail an Podcastetfotografieneudenken.de.

00:36:21: In der letzten Folge dieser Sonderepisoden zum Festival ziehen wir Resomé in einer abschließenden Podiumsdiskussion und tauchen gemeinsam mit Dr.

00:36:30: Katharina Günther, Ruth Horak und Emma Rüter noch einmal abschliessend in das Festival-Thema im Titel Fakt und Fake ein.

00:36:41: Hört auch die nächste Folge.

00:36:42: Vielen Dank!

00:36:47: Wer sich die ausgezeichneten Bücher anschauen möchte, der kommt einfach vom Elften bis zum Dreizehnten September in die Kunsthalle Düsseldorf zur Kunstbuchmesse Between Books oder vom Siebten bis zum Elfen Oktober auf die Frankfurter Buchmesse.

00:37:01: Die diesjährige Preisverlauung, auch nochmals Erinnerungen ist am Samstag dem einundzwanzigsten November zwanzig sechsundzwzig in Regensburg.

00:37:09: Hierfür sind auch noch jede Menge Tickets kostenlos zu haben.

00:37:13: Infos demnächst hier bei mir!

00:37:17: Ja wenn euch diese Sonderfolge zum Festival gefallen hat teilt sie mit euren foto begeisterten Freunden und Kollegen drückt auf abonnieren und hinterlasst mir super gerne eine Bewertung auf Spotify, am besten natürlich fünf Sterne.

00:37:31: Oder bei Apple Podcast.

00:37:32: Vielen Dank fürs Einschalten.

00:37:34: Geht mit offenen kritischen Augen durch die visuelle Welt und bis zum nächsten Mal bei Fotografie Neudenken.

00:37:41: Ciao

00:37:42: ciao!

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