Maren Krings
Shownotes
»Licht-Bilden oder fotografisches Erzählen – Welches Narrativ hat Bestand im Anthropozän?«
Wie ein Tsunami rauschen grüne Schlagworte über uns hinweg – laut, verheißungsvoll, flüchtig. Fotokunst kann dem etwas entgegensetzen: ein Narrativ, das zwischen Wissenschaftsverdrängung, populären Mythen und ehrlichen Lösungen oszilliert. In der fließenden Zone zwischen Fakt und Fiktion lässt das fotografische Bild Raum für Emotion, Zweifel – und radikale Vorstellungskraft.
Maren Krings ist Climate Impact Storytellerin, Fotografin und Autorin, die interdisziplinär an Lösungen für die sozialen und ökologischen Herausforderungen der Klimakrise arbeitet. Sie hält einen B.F.A. in Fotografie vom Savannah College of Art & Design (USA) sowie einen Abschluss in Climate Change Studies und Umweltwissenschaften von der University of Exeter. Seit 2016 bereiste sie 36 Länder auf vier Kontinenten, um Projekte zu dokumentieren, die Wege zu mehr Klimawiderstandsfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit aufzeigen. Ihr preisgekröntes Buch H is for HEMP beleuchtet nachhaltige Materialien und zukunftsweisende Lösungen anhand fotografischer und audiovisueller Recherchen. 2005 gründete sie das Center for Arts and Humanity (CAH) und arbeitet seither an der Schnittstelle von Kunst, Bürgerwissenschaft und Low-Tech-Lösungen. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt und veröffentlicht; seit 2022 engagiert sie sich zudem bei den Vereinten Nationen für soziale und Klimagerechtigkeit.
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Foto: Susanne Suttner
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Episoden-Cover-Gestaltung: Andy Scholz Episoden-Cover-Foto: Susanne Suttner
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Idee, Produktion, Redaktion, Moderation, Schnitt, Ton, Musik: Andy Scholz
Der Podcast ist eine Produktion von STUDIO ANDY SCHOLZ 2020-2026.
Andy Scholz wurde 1971 in Varel geboren. Er studierte Philosophie und Medienwissenschaften an der Universität Düsseldorf, Kunst und Design an der HBK Braunschweig und Fotografie/Fototheorie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Er ist freier Künstler, Autor und Dozent. Seit 2012 unterrichtet er an verschiedenen Instituten, u.a.: Universität Regensburg, Fachhochschule Würzburg, North Dakota State University in Fargo (USA), Philipps-Universität Marburg, Ruhr Universität Bochum, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. 2016 wurde er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen. Seit 2016 ist er künstlerischer Leiter und Kurator vom INTERNATIONALEN FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER, das er gemeinsam mit Martin Rosner gründete. Im ersten Lockdown im Juni 2020 begann er mit dem Podcast und seit 2022 ist er Organisationsleiter vom Deutschen Fotobuchpreis, der ins INTERNATIONALE FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER in Regensburg integriert wurde. Er lebt und arbeitet in Essen (Ruhrgebiet).
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Transkript anzeigen
00:00:00: Fotografie neu denken, der Podcast.
00:00:04: Herzlich willkommen zur sechsten Sonderepisode über das Symposium des Internationalen Festivals Fotografischer Bilder, das es im Jahr twenty-fünfundzwanzig in Regensburg stattgefunden hat.
00:00:13: Mein Name ist Andy Scholz.
00:00:21: Ja, wir haben uns beim Symposium des Internationalen Festivals Fotografstabilder im November zwanzig-fünfundzwanzig intensiv mit den Grenzen von Fakt und Fake beschäftigt.
00:00:31: Doch das Thema Wahrheit betrifft nicht nur Pixel und KI – es betrifpt auch die Frage wie wir die existenziellen Krisen unseres Planeten abbilden und angehen wollen?
00:00:43: Genau hier setzt unsere nächste Sprecherin an!
00:00:46: Freut euch mit mir auf den Tonmitschnitt der Klimaaktivisten und Fotografin Marin Krings, denn ihr Vortrag trägt den tiefgründigen Titel Lichtbilden oder Fotografisches Erzählen.
00:00:59: Welches Narrativ hat Bestand im Anthropozän?
00:01:03: Also Marin Krins stellt darin die radikale Frage welche Rolle die Fotografie im Zeitalter des Menschen also dem Anthropozen eigentlich noch spielen kann und muss.
00:01:13: Reicht das klassische Licht bilden Also das reine Dokumentieren überhaupt noch aus?
00:01:18: Oder brauchen wir völlig neue Formen des fotografischen Erzählens, um eben der Komplexität des Klimawandels gerecht zu werden ohne in klischeehafte oder gar irreführende Narrative zu verfallen.
00:01:33: Freut euch auf einen aufrüttelnden und visionären Vortrag über die ökologische und gesellschaftliche Verantwortung hinter der Linse!
00:01:42: Viel Spaß
00:01:43: Wertes Publikum, liebe Gäste!
00:01:46: Ich freue mich wahnsinnig hier zu sein.
00:01:48: Danke lieber Martin und Andi für das Vertrauen was ihr mir schenkt dieses... Nicht immer ganz einfache Thema auf die Bühne zu bringen.
00:01:58: Und ich möchte auch dazu sagen, Ich habe den gestrigen Tag gewaltig genossen.
00:02:02: Es war wunderschön diese tollen Vorträge zu hören und auch so in eine Gedankenwelt gehen zu können, die sehr philosophisch und poetisch ist aber auch eben sehr kritisch.
00:02:14: Heute möchte ich sie alle einladen auf eine kleine Reise.
00:02:17: Wir gehen heute gar nicht mal so sehr in die theoretische Welt oder Ich sage mal Philosophie, sondern das geht heute ziemlich handgemacht um unsere Probleme dieser Welt und die Lösungen, die ich für meinen Part gefunden habe, um da auch wieder ein Stückchen rauszukommen.
00:02:36: Und ich hoffe... dass sie mir alle mit sehr wachem und offenem Geist folgen können.
00:02:42: Und wir hoffentlich im Anschluss dann auch gute Unterhaltung führen können, weil ich bin mir sicher das hier im Publikum noch sehr viele andere Lösungen sitzen – die mir vielleicht noch gar nicht untergekommen sind!
00:02:55: Wie der Martin schon so schön angekündigt hat... Mittlerweile bin ich von der Fotografin ein wenig mehr andert in das Climate Impact Storytelling.
00:03:04: Also meine Arbeit hat sehr viel mit Geschichten, mit Narrativen zu tun natürlich auch mit diesem Entgegensetzen von den Narratifen unserer nördlichen Hemisphäre.
00:03:14: Ich mache das jetzt mal so weil ich wahrscheinlich in meinem Vortrag jetzt viel vom globalen Norden und von indigenen Bevölkerungsgruppen rede Mit denen sehr viel Zeit hat verbringen dürfen und auch sehr viel habe mitnehmen dürfen.
00:03:26: Und genau da ist eigentlich ein sehr unterschiedliches Narrativ, was mich ein bisschen in dieses Thema von Fakt oder Fake und Fakt mit einordnet.
00:03:36: Denn einen Narrativ das für uns Unbekanntes könnte für unsere Ohren wie ein Fake klingen – wogegen unseres natürlich immer das Fakt ist aber im Umkehrschluss genau dasselbe für andere Nationen vielleicht der Fall ist.
00:03:51: Lassen Sie mich mit einer kleinen Geschichte beginnen.
00:03:54: Dreiunddreißig Tage noch, dann beginnt in unserer westlichen Welt das Weihnachtsfest!
00:03:59: Aber was wenn Rudolf dieses mythische Rentier nicht kommen kann?
00:04:04: Nicht etwa weil wir jetzt nicht mehr an ihn glauben sondern weil er vielleicht den skandinavischen Winter nicht überlebt hat.
00:04:11: Warum?!
00:04:13: Die ungewöhnlich milden Temperaturen der letzten Jahre haben in den nordeuropäischen Regionen eine eisige Geruchsisolierende Kruste im Schnee entstehen lassen.
00:04:23: Eine Schicht, die verhindert dass Rentiere ihre einzige Winternahrung – die Flechten mit ihrem feinen Geruchsen finden können.
00:04:32: Gleichzeitig wurde ein Großteil des über sechshundert Jahre alten borealen Urwaldes nämlich Rudolfs Lebensraum Von der ach und so nachhaltigen skandinavischen Holzindustrie Kahl geschlagen, hat jetzt nicht geholfen das mehr Flechten zu finden sind.
00:04:49: Ja Rudolf Ehre gestorben mitten in Europa aus ausgelaugt und ausgehungert.
00:05:00: ist das nicht ein Sinnwelt des Anthroprozins dieses Narrativs was wir so gerne bedienen?
00:05:06: Nämlich dieser geologischen Kraft, die wir als menschliche Hybris geworden sind.
00:05:12: Die tiefgreifend die Erdsysteme verändert.
00:05:17: Jetzt mal ein Blick.
00:05:19: Jetzt kurz warten auf meine nächste Slide hier... Ich drück da nämlich immer zu schnell!
00:05:30: Das ist eine Drottningen.
00:05:33: Eine boreale Kiefer, die sechshundertfünfzig Jahre alt ist.
00:05:38: Zerstört wurde sie an einem einzigen Tag.
00:05:42: Und genau das ist das Narrativ, was vielleicht die indigene Bevölkerung Skandinavians und uns gemeinsam verbindet.
00:05:51: Lassen Sie mich in diesem das sind dann noch einmal ganz kurz auf dieses Anthropozen zurückkommen.
00:05:56: Nämlich ein Zeitalter, wo die Wissenschaft immer noch über den Namen debattiert ob der so standhaft ist und momentan hat die Mehrheit der Wissenschaftler sich darauf geeinigt dass das Anthropozenen wohl in nineteenhundert fünfundfünfzig nämlich mit dem Fall der ersten Atombombe begonnen hat.
00:06:13: kein schöner Augenblick.
00:06:15: Das Anthropozen steht genau für das, was wir gerne als pauschal Klimawandel einfach benennen.
00:06:23: Was es aber wirklich in sich trägt ist dass wir mittlerweile schon sechs von den neun vorhandenen planetaren Grenzen überschritten haben.
00:06:31: Das ist sehr bedenklich auch deswegen weil in vielen Nationen tatsächlich darüber debattiert wird ob es überhaupt so etwas gibt wie einen menschlichen Klimawandel ein menschlich verursachten Klimawande.
00:06:46: Ich kann für meinen Teil nur sagen, für mich ist es kein theoretisches Konstrukt.
00:06:51: Für mich ist das ein Ort den ich mehr als einmal schon bereist habe oder bereisen durfte wenn ich das sagen darf, hört sich ein bisschen zwiespältig an und wenn ich aber sage ich hab ihn bereist so heißt dass das für die Menschen die dort täglich drin wohnen, dass sie ihn nicht bereisen können weil sie nämlich am Ende ihres Urlaubes nicht mehr woanders sein können.
00:07:14: Damit das nicht zu schwer wird, möchte ich eine kleine Anekdote erzählen.
00:07:18: Nämlich von meiner ersten Ausstellung unter dem Motto Green Art die letztes Jahr stattgefunden hat in der ich zwei Banner präsentiert habe.
00:07:28: Vielleicht kann man es sehen aber ich glaube eher nicht.
00:07:30: also der Linke-Banner zeigt quasi sozusagen die gesamte Erderstehung vom Urschleim bis wo bis dahin wo wir jetzt gerade sind.
00:07:39: Der linke Banner dagegen fokussiert sich nur auf diese Epoche des Antroprozents.
00:07:44: Auf einem kleinen handgeschriebenen Kleber auf dem Boden habe ich meine Besucher der Ausstellung eingeladen, doch eine Entscheidung zu treffen in welchen dieser beiden Banner sie sich am aktivsten als Mitwirkende gesehen haben.
00:08:01: Ja, belustigend wenn ich das so sagen darf.
00:08:04: Das mindestens genauso viele Menschen die Dinosaurier getötet haben wie sie am Anthropozen aktiv beteiligt sind.
00:08:10: Ich weiß nicht ob man es von unten sehen kann aber die Menschen haben sich dann quasi auf diese Banner unten drauf gestellt und somit sind da diese ganzen Fußtapfen drauf Und man sieht dass also rechts und links relativ gut verteilt Fuß tapfen sind und ich gehe mal davon aus Es lag nicht daran dass man nicht verstanden hat was es ging sondern dass man einfach weder mit dem Anthroprozen noch mit der anderen Entwicklung viel anfangen konnte.
00:08:35: Wieder zurück in unsere Natur, in dieser Natur über die wir als Mensch uns mittlerweile ein Stückchen drüber hinweggestellt haben und zwar einen mikroskopischen Blick in die Natur.
00:08:49: Ich muss jetzt hier ganz kurz mein Cheat-Cheat aufmachen weil ich nämlich den Flechtennamen auswendig nicht weiß.
00:08:54: das ist die Carbonicola Myrmecina Eine winzig-winzig kleine Flechte, die also so klein ist dass man sie mit bloßem Auge gar nicht sehen kann.
00:09:03: Die aber nur an Bäumen wächst, die sechshundert Jahre und älter sind im nordischen Burialen Urwald heißt man muss wissen wo man sie finden kann Viele Baumbiologen wissen das, viele Wissenschaftler wissen es die eben akribisch im Norden unterwegs sind um genau solche Indikatorpflanzen oder Flechten zu finden um diese alten Urwälder vor dem Abholzen zu retten.
00:09:29: Und dazu möchte ich kurz einen kleinen anderen Fakt geben und zwar hat das World Resources Institute in einem Bericht geschrieben dass die indigenen Territorien ca.
00:09:45: bedecken oder abdecken.
00:09:47: Innerhalb dieser zwanzig Prozent befinden sich achtzig Prozent unserer weltweiten biologischen Vielfalt, das muss man sich jetzt ganz kurz erstmal vorstellen.
00:10:00: Das heißt auch hier ist wieder das Narrativ formt am Ende auch unsere Lebensweise, nämlich unseren der nördlichen Hemmisfere die sich eigentlich über die Natur stellt und somit auch sehr viel gegen die Natur arbeite und zerstörerisch agiert während in der indigenen oder indem indigenenerativ die Natur eines ist mit dem Mensch.
00:10:21: man lebt wie ein Spinnennetz inter Interwoven wollte ich jetzt gerade sagen, also quasi verzweigt und verbandet miteinander.
00:10:30: Dazu würde ich auch gerne noch Robin Wall Kimmerer nicht vielleicht nicht ganz zitieren aber zumindest eine Anekdote aus ihrem Buch Geflochtenes Süßgras erzählen.
00:10:41: Nämlich ein Buch in dem sie diese nördliche Hemisphärennarrative entgegen der indigenen Narrative stellt wo zum Beispiel der Beginn der Menschheit auf Erden dadurch kam, dass eine Skywoman aus dem Himmel fiel von den Gänsen aufgefangen wurde und dann auf dem Rücken einer Schildkröte einen Garten ansetzte.
00:11:03: Und dieser Garten diente allen zum Überleben zu einem guten Leben.
00:11:07: Hengegen unser Global North Narrativ.
00:11:11: mit Eva Brauche ich jetzt nicht viel zu sagen.
00:11:14: Eva wurde aus dem Garten ausgestoßen, weil sie sich dieser Vielfalt einer Frucht bedient hat und da fängt eigentlich schon dieser Zwiespalt an wie wir zu unserer Natur stehen, wie wir die Geschenke der Natur annehmen und wie viele diese uns wert sind.
00:11:29: Und Wall Camera schreibt auch in ihrem Buch dass sie eine Umfrage mit ihren Studierenden gemacht hat.
00:11:37: Sie ist selber Wissenschaftlerin Absolut schockiert war, denn nach zwanzig Jahren schulischer Bildung hat also kein einziger ihrer Studenten auch nur irgendein einziges Beispiel einer guten Beziehung zwischen den Menschen und der Natur sich auch nur vorstellen können.
00:11:54: Ergo – das ist ein bisschen auf was ich hinaus möchte -, dass unser Antropozän nicht nur eine Klimakrise ist oder eine sozioykologische Krise wie man es vielleicht manchmal auch nennt sondern eben auch sehr eine Krise der Vorstellungskraft eine Krise der Wahrnehmung.
00:12:14: Weiter geht es und zwar zu diesem Buch.
00:12:18: Martin hat's ja schon benannt, Ages for Hemm war für mich dann im Jahr ein Wendepunkt.
00:12:24: nur damals wusste ich weder dass das so aussehen würde.
00:12:27: Ich hatte keine Ahnung wie es überhaupt aussehen würden.
00:12:29: Ich wusste nur ich bin auf dem Weg wieder ein neues künstlerisches Buchprojekt zu erstellen.
00:12:34: Das war dann für mich das vierte Und ich muss dazu sagen und bin darauf auch nicht sehr stolz, meine vorhergehenden drei Bücher waren also definitiv Teil.
00:12:45: um jetzt wieder zu meiner symbolischen Geschichte zurückzukommen Rudolf zutöten.
00:12:51: Als Fotograf und Künstlerin war ich natürlich... man hat einen Anspruch an seine Bücher, man möchte das Beste vom Besten produzieren, man will die besten Papiere haben.
00:12:59: sie sollten möglichst langlebig und haltbar sein.
00:13:03: Am Ende des Tages kommen da eben Dinge raus, die dann unsere Wälder definitiv belasten.
00:13:08: Also für jedes Buch fällt auch ein Baum.
00:13:12: das ist klar zumindest im momentanen Narrativ in dem wir leben.
00:13:16: und bei mir fing also das Buch damit an dass ich quasi über vier Jahre, Martin hat schon gesagt, vier Kontinente bereist habe und mittlerweile sonst zehn Jahre und weit über vierzig Länder dokumentiert habe zu den Lösungen, die uns die Handpflanze auf tun kann.
00:13:33: und kein Angst, ich werde jetzt keinen Ausflug in die Welt des Hanfes hier machen.
00:13:38: Aber nur damit es kurz gesagt ist man kann aus Hanf so viel machen also Pleidungsstücke, man kann Nahrungs daraus produzieren Medikamente Man kann Baustoffe Plastik Und auch Papier!
00:13:50: Das war natürlich genau das was ich in meinen Recherchen und Interviews mit den vielen Experteninnen rausgefunden habe und auch nie angezweifelt habe dass sich dieses Buch am Ende auch auf Hanf drucken können würde.
00:14:02: wenig wusste ich zu diesem Zeitpunkt.
00:14:05: Tatsache war, die Reise ging dann weiter und irgendwann stellte ich fest diese dieses ganze Hanf-Hanf alles stimmt so nicht.
00:14:15: also Alles andere was sich aufgezählt hat gibt es ja.
00:14:19: Was es nicht gibt ist Hanfpapier.
00:14:22: Zu der Geschichte wie Hanf Papier Nicht mehr existierte komme ich später nochmal aber davor möchte Ich noch mal ganz kurz drauf eingehen in etwas tieferen Warum diese borealen Urwälder so wahnsinnig wichtig für unser globales Klima, aber eben auch als Kohlenstoffsenke sind.
00:14:41: Wenn man jetzt dieses Bild anguckt das ist also ein klassischer borealer Urwald in Schweden genau an der Grenze zu Norwegen nämlich genau dort wo auf die Sami Indigen ihre angestammten Länder rein haben Die leider von allen drei Also drei sind natürlich mehr als drei nordische Länder, aber in dem Falle Norwegen, Finnland und Schweden nach wie vor keine Landanerkennung bekommen haben.
00:15:05: Zumindest nicht in allen drei Ländern zum gleichen Maße und somit tagtäglich mit Hand- und Fuß beschäftigt sind ihre Ländereien also diese alten borialen Urwälder gegen die Holzindustrie zu verteidigen.
00:15:20: Ich möchte jetzt hier keinen Namen nennen weil ich glaube das Ganze geht dann auch irgendwann Vielleicht online, aber wir kennen unseren großen nordischen Möbelhersteller.
00:15:29: Ich glaube die Umschreibung dürfte helfen.
00:15:31: Es gibt riesige, riesige Fabriken, die mit sehr viel Holz arbeiten und deswegen ist es auch denkbar dass man diese Wälder dafür abholzt weil sie dann in dem Falle eben am nächsten sind.
00:15:42: Tatsache is' und jetzt brauche ich nochmal mein Cheat-Cheat hier das also in Schweden seit dieser borealen Urwälder komplett abgeholt worden sind und durch Plantagenwälter ersetzt worden sind, die natürlich auch immer noch kiefern und fichten.
00:16:02: innehalten, aber auch exotische Sorten was dort oben eigentlich nicht hingehört.
00:16:06: Das Schlimme ist dass eben die Rentiere darin nicht überleben können und es mit den angestanden Ländern der Sami nicht mehr sehr viel zu tun hat.
00:16:14: man muss sich vorstellen das diese Wälder mit den Mosen, mit den Flechten, mit dem ganzen Gefäßpflanzen also alle in einer gesunden Koexistenz als Ökosystem existieren eine riesige Kohlenstoffsenke sind eben auch den Kohlenstoff viel länger im Boden binden als das zum Beispiel im tropischen Regenfall.
00:16:35: Der Fall ist, wo also die Humo-Schicht sich immer schneller umwandelt und die ganzen Prozesse schneller gehen weil es viel wärmer ist.
00:16:42: Und wenn jetzt Tier dieser Wald abgerodet wird dann kommt dann natürlich nicht ein Mann mit einer Motorsäge der Den Baum am Ende, ich bin jetzt ein bisschen hoch romantisch hier vielleicht noch zu Pferde rausbringt.
00:16:54: Nein nein nein!
00:16:55: Das sind riesige Maschinen die durch diese Wälder durchfahren kein einzigen Stängel mehr stehen lassen und den ganzen Boden bis zur zwei Meter Tiefe aufgerissen haben und natürlich diesen ganzen Kohlenstoff entlassen.
00:17:06: Und das wäre zu unterlassen.
00:17:11: Ich möchte es ganze nochmal kurz an dem Beispiel von Finnland auch einfach in Zahlen ein bisschen vielleicht objektiver ausdrücken.
00:17:20: Wir haben jetzt hier eine Illustration, die zeigt Finnland im Zeitraum von einem Jahrtausend.
00:17:25: Finnland ist von der Holzindustrie gänzlich und komplett kahlgeschlagen worden.
00:17:31: Falls sie finnlandbegeisterte Reisende sind dann wissen Sie das Finland nach wie vor voller Wälder sind.
00:17:36: aber diese Wälden sind alles Plantagen und Monokulturen also nie und nimmer diese Ökosysteme mehr entstehen lassen werden, weil die natürlich irgendwo im Zeitraum zwischen vierzig und achtzig Jahren wieder abgeholzt werden.
00:17:49: Also viele hundert Jahre bevor sich anfangen Mose und Flechten auf diesen Bäumen zu bilden.
00:17:57: Zu dem Zahlen-Teil hier da gehe ich jetzt nochmal ganz spezifisch auf die Papierindustrie ein.
00:18:02: Natürlich das sei gesagt Holz ist nicht nur der Rohstoff für Papier und für uns büchermachende Fotografen.
00:18:08: Wir tragen keine ganz alleinige Schuld, nein.
00:18:11: Natürlich werden auch Häuser gebaut.
00:18:13: es dient als Energierohstoff.
00:18:16: aber Holz für Papier nimmt extrem stark zu.
00:18:21: zum einen weil wir versuchen unsere Single-Use Plastik Utensilien von Flaschen über Einweg Geschirr Besteck etc.
00:18:31: Pp Stroheim okay die sind jetzt schon eine Weile raus.
00:18:34: alles wird umgemünzt auf den so nachhaltigen Rohstoff- Fragezeichen Papier, Aka Holz.
00:18:43: Und auch da sind Planetare Grenzen gesetzt – wir wissen das alle schon.
00:18:47: und trotzdem hat die Industrie momentan keine besseren Ideen, keine bessere Vision als den Rohstoffholz nun als Ausgleich zum Plastik zu setzen.
00:18:57: Das heißt alles was wir tun ist wir schieben eine Krise von rechts nach links aber wir lösen sie nicht.
00:19:06: Zellstoff von Bäumen ist nicht sehr nachhaltig in dem Sinne, dass es einfach nicht sehr stabil ist.
00:19:11: Und das liegt ganz einfach an der Beschaffenheit und der biologischen eines Baumes.
00:19:14: Wenn ein Baum wächst dann wächst er auch mit Kurven aber gerade nach oben weil er sehr viel Lignin hat.
00:19:21: Ligninen ist der Klebstoff der die Bäume quasi gerade hält.
00:19:25: Lignin muss aus dem Papier oder aus dem Zellstoff dann mit sehr viel Chemie herausbefördert werden, um das jetzt mal ganz salopp darzustellen.
00:19:33: Weil der Prozess ist natürlich sehr aufwendig und auch sehr weitaus technisch als ich es hier darstelle.
00:19:39: Diese Chemikalien sind da natürlich im Zellstoff.
00:19:42: enthandeln und am Ende dann auch in Papier heißt für uns Fotografen ein Riesenproblem weil wir hätten gerne archivierbare Papiere.
00:19:49: Wir möchten ja nicht dass nach zwei Wochen Bild an der Wand unsere Bilder auf einmal ausbleichen.
00:19:55: Somit gibt es andere Stoffe, die also durchaus den Baum ersetzen könnten.
00:20:01: Weniger Lignin haben weniger Aufschluss brauchen, chemischen Aufschluß und Hanf gehört eben dazu.
00:20:08: Hanf ist die längste und stärkste Pflanzenphase was daraus resultiert auch dass das Papier an sich dann auch anstatt eben zwei oder drei Zyklen fünf bis sieben mal recycelt werden kann was natürlich dann auch im langlebigen Denken wieder mehr Sinn macht.
00:20:24: Also war es für mich wirklich ein Muss, dass ich irgendwo den Hand finde um damit mein Papier zu machen.
00:20:31: Ich möchte noch mal ganz kurz auf die Sami-Indigenen eingehen weil meine banale Geschichte mit Rudolf war natürlich dem gezollt das ist hierum sehr viel mehr geht.
00:20:40: Die Sami haben einen Narrativ.
00:20:42: Das heißt wenn es unseren Rentieren gutgeht dann geht es uns Menschen gut.
00:20:46: Geht es unseren Rentieren schlecht?
00:20:48: Dann sind wir Menschen auch auf der Kippe und leider geht es den Rentieren schlecht.
00:20:53: Ich habe ja schon gesagt, diese Geschichte hat natürlich versucht zusammenzufassen dieses Phänomen des Icing.
00:20:58: Das ist also die Schicht, die der Regen mitten in den Schneeschichten im Skandinavien bildet weil es immer wieder so warm wird dass das anstatt Schneid regnet.
00:21:06: Diese Schicht deckt flächendeckend Also wir reden hier auch nicht von ein paar Metern sondern von hundert und von Kilometern Die böden ab, so dass die Rentiere ihre Nahrung unter dieser Eisschicht nicht mehr riechen können und somit einfach rennen und rennen.
00:21:21: Und suchen und suchen und irgendwann an der blanken Erschöpfung und natürlich am Hungertod einfach sterben.
00:21:26: Das ist die Tatsache.
00:21:27: im Winter und im Sommer wird durch die Bedrängung der Holzindustrie, die also immer mehr von diesen einzelnen Urwäldern abholzt, natürlich auch kein zusammenhängendes Habitat mehr geschaffen.
00:21:38: Das heißt, Rentiere sterben wenn sie die ganzen Straßen zwischen einzelne Wälder überqueren müssen oder sie finden einfach nichts in den Monokulturwäldern, die wir danach geschaffen haben.
00:21:49: So viel zu dem Ausdruck!
00:21:52: Was mich sehr beeinflusst hat und was vielleicht auch nachher in der Diskussion noch ein bisschen zur Sprache kommt ist einfach diese Auffassung von low-tech, von indigenous low tech also diesem technischen... Die Technik wird genutzt, um ein miteinander, ein harmonisches Miteinander mit der Natur zu finden im Zusammenleben und nicht ein zerstörerisches.
00:22:14: Und das hat mich nicht nur inspiriert sondern auch seit her die letzten zehn Jahre sehr mein Leben beeinflusst.
00:22:20: Man findet mich jetzt nicht ganz so oft mehr in den Breitengraden oder vielleicht dort wo man nicht früher gefunden hätte, sondern eher auf alternativen Plätzen wo ich irgendwo off-grid... überwintern oder durch den Sommer kommen kann und trotzdem irgendwie meine Arbeit folgen kann.
00:22:37: Zurück zum Papier.
00:22:41: Papier hat natürlich auch eine lange Geschichte, wir machen jetzt mal ganz kurz den Sprung zurück.
00:22:48: Das ist das letzte Dokument von einem Buch auf Hanfpapier.
00:22:53: Ferneshalber sollte ich jetzt nicht Hanf-Papier sagen sondern Leinenpapiers.
00:22:57: Und zwar wurde die Lutteranische Bibel in Wittenberg gedruckt Denn das Holzschliffpapier kam dann erst viel, viel später im neunzehnten Jahrhundert.
00:23:09: Die Geschichte von Hanf oder leinen Papier ist folgende.
00:23:13: Damals hat man Kleidung aus Flachs und aus Hanf getragen – diese Jacke ist aus Hanff!
00:23:19: Wenn ich die jetzt in den nächsten zehn Jahren weiter trage... Wird wahrscheinlich länger dauern.
00:23:24: Auf jeden Fall, wenn ich sie so lange trage bis sich dann nur noch Fetzen an meinem Körper hänge hatte hat man dann früher diese diese Kleidungen aus Flachs und Hanf genommen und hat sie als Lumpen benutzt.
00:23:34: Wenn der Lumpn aufgebraucht war kam da Haderer vorbei.
00:23:37: Der Lumpensammler Der hat also das letzte dann noch mitgenommen, er hat es in die Papierfabrik gebracht.
00:23:42: Dort wurde es aufgemahlen und mit den Schleifsteinen dann mit viel Wasser aufgemischt und neues Papier geschöpft oder Neues.
00:23:48: Es wurde dann Papiergeschöpfe.
00:23:50: Und das war in dem Falle dann Leinenpapier bestehend aus Hanf- und Flachs.
00:23:56: Was ein wundervolles Example in dieser Zeit für geschlossene kreisläufe, zirkuläre Kreislaufökonomie des neuen Schimpfforts!
00:24:06: Abcycling, absolut genial.
00:24:08: Aber irgendwie kriegen wir das nicht mehr hin weil natürlich unser Bedarf für Papier so hoch ist dass es einfach schneller geht wenn ich in den Wald fahre und mir den Rohstoff direkt von Rohstoff zum nächsten Produkt nämlich dem Endprodukt nehme und nicht dazwischen noch zehn Jahre vergehen lasse bis also meine Kleidung dann irgendwann ausgetragen könnte man so denken, würden wir vielleicht unserer Berg an Kleidermüll irgendwie her werden.
00:24:32: Aber leider sind ja auch unsere Kleider nicht mehr aus Naturfasern sondern meistens aus Polyester.
00:24:40: Hanf habe ich schon erklärt als Faser und wir machen jetzt den Sprung in die Neuzeit.
00:24:45: Und zwar zu einer Firma, die wir glaube ich alle namentlich wahrscheinlich recht gut kennen, zu der Hahnemühle.
00:24:52: fifteenhundertundvierundachtzig wurde die Hahnemüle hier in Deutschland in Dassel gegründet.
00:24:57: es war eine von wenigen aber auch sehr familiär- und prägend orientierten Papiermanufakturen und das ist ja auch heute noch.
00:25:07: Und während also die Papierfabrik zwischen heute und damals in keinster Weise miteinander verglichen werden kann, weil alle Prozesse völlig explodiert sind in der Größe.
00:25:17: So kann man tatsächlich sagen dass die Hahnemühle relativ dargeblieben ist wo sie mal war.
00:25:22: so das Werk ist minimalst gewachsen.
00:25:24: Sie sitzen mitten im Naturpark was ich deswegen erwähne weil Papier besteht zu achtund neunzig Prozent aus Wasser.
00:25:32: heißt Ich brauche unendlich viel Wasser Frischwasser um Papier herzustellen.
00:25:37: Je besser das Papier, je besser die Wasserqualität und das hat Hanemühle natürlich gesichert indem sie quasi an der Quelle des Wasser abziehen.
00:25:45: Sie haben dadurch eine gleichbleibende Temperatur.
00:25:48: heißt auch die Rezepturen für ihre Papiere sind extremst ähnlich geblieben überall diese Jahrtausende was Phänomenal ist Und auch für andere Papiermanufaktur in Deutschland natürlich gültig.
00:26:01: Ich sage jetzt mal ein kleines, mini-kleines Lob an Covid.
00:26:04: Den wir sicherlich in Maße nicht viel Gutes aberkennen können aber für mich hat es das bewirkt dass also ein sehr ich sag mein ein sehr großer Zugang war einfach mal das Telefon in die Hand zu nehmen und den Geschäftsführer einer großen Firma anzurufen.
00:26:18: In dem Falle Hahnemühle nämlich.
00:26:20: nachdem ich über sechs Jahre kein Papier finden konnte um meinen Buch drauf zu printen habe ich dann entschieden ich glaube ich muss dieses Problem anders lösen.
00:26:28: Ich hab die Hahnemülle angerufen elf Minuten Gespräch.
00:26:31: Harnemühle hat mir zugesagt, wir machen ein Papier für dein Buch aus Hanf Baum frei!
00:26:37: Das war das Wichtigste für mich.
00:26:38: Hanf war gut und baumfrei noch besser.
00:26:41: Das endgültige Papier so wie es jetzt hier in diesem Buch ist... Wir können auch gerne das Buch nochmal rumgehen lassen.
00:26:48: Es sind siebzig Prozent aus Hanff und dreißig Prozent aus Baumwolle.
00:26:52: Die dreizig Prozent Baumwollen die drin sind, sind das Abfallprodukt also Also diese kleinen Baumwollteichen, die quasi in der Textilfabrik als Abfall gelten.
00:27:07: Die sind für dieses Buch verwendet worden und es war eine nicht ganz einfache und auch sehr lange Reise.
00:27:14: also hat zwei Jahre gebraucht dieses Papier mit Hahnemühle gemeinsam zu entwickeln.
00:27:19: wir hatten alle möglichen Überraschungen von gefalteten Papieren, als sie dann bei Elanders in Stuttgart über die Presse liefen im HP-Druck.
00:27:28: Weil natürlich das Papier zu saugfähig war und wir hatten dann wie so ein Plisserock am Ende – als Kunstobjekt gerne aber nicht als Kunstbuch auch nicht als Kuntbuch!
00:27:38: Es hat also eine ganze Weile gedauert bis wir die Rezeptur so hinbekommen haben dass es dann wirklich für den Buchdruck gepasst hat.
00:27:45: Für mich ein totaler Albtraum.
00:27:47: ich stand dann in dem Ende meiner Buchfertigstellung, die dann bei dem Umfang am Ende doch sehr chaotisch wurde, sage ich jetzt mal vorsichtig.
00:27:57: Musste sich da noch die Profile...die Druckprofile für das Papier entwickeln, wo ich davor...druckprofile waren immer so mein größter Feind, solange ich wusste welches ich auswählen muss war okay.
00:28:08: und nun stand ich darin musste also minutiös abgleichen wie Schwarz-Töne auf diesem Papier wirken und dass selber tun.
00:28:16: Was sich also, ich sag mal als eine lange Reise am Ende dargestellt hat war aber in dem Moment ein komplettes Umdenken.
00:28:25: Eine völlige Erleuchtung als Künstler mal kurz auszusteigen und in diese ganzen industriellen Prozesse und auch in diesen sehr technischen Verfahren die dann zu unseren wundervollen Werken hier im Raum führen eintauchen zu können die Problematiken zu verstehen und auch zu wissen, wo der Spielraum ist nachhaltig denken zu dürfen, zu können, zu möchten und vielleicht nicht umsetzbar sein zu können.
00:28:50: Denn am Ende war also dieses Buchpapier so exorbitant teuer dass es für mich nicht verwunderlich ist das es bisher leider immer noch ich bin mir nicht ganz sicher glaube ich das einzige Buches was auf diesem Papier gedruckt worden ist Das Buch gibt's auf dem Markt aber wie gesagt zu einem extremsten hohen Preis den Künstler noch weniger und die Verlage auch ungern abdecken.
00:29:14: Zweiundzwanzig kam das Buch dann raus, ich dachte wie mit anderen Büchern auch man stellt es dann ein paar mal vor bewegt sich dann in neue Himmelsrichtungen und widmet mit sich neuen Projekten.
00:29:28: Mit diesem Buch war das nicht so, dieses Handthema hat mich nach wie vor im Griff.
00:29:32: Es sind jetzt zehn Jahre, dass ich zu diesem Thema immer noch weltweit recherchiere und Geschichten produziere aber eben auch so mit einem Fuß immer wieder in industriellen Abläufen irgendwo mit drinnen stecke.
00:29:44: Aber als Künstler ging natürlich die Reise auch weiter.
00:29:47: Und dann waren meine nächste Frage Und wie gehe ich jetzt mit meiner Kunst an der Wand um, die normalerweise geraumt ist?
00:29:54: Ich habe vorhin noch eine kurze Unterhaltung mit Martin gehabt.
00:29:57: Ganz spannend!
00:29:59: Phänomenal sogar.
00:30:00: Also Martin Andi, ihr habt euch Gedanken darüber gemacht wie ihr die Werke hier also die Werken die ausgestellt sind hier nach Regensburg bringt und ihr habt einen Kollektivfahrt gemacht sozusagen eine Abholfahrt wo dann alles terminiert wurde abgeholt zu werden.
00:30:15: Und das ist ja schon mal toll weil somit sind nicht ich weiß es nicht wie viele Einzelpersonen ausgestellt seien jetzt mal dreißig Einzel Expedition in nach Regenburg gekommen.
00:30:25: Das ist schon ein toller Schritt ist wahrscheinlich noch nicht ultimativ der Letzte, der ich sage mal vorgestellt werden könnte.
00:30:32: Aber es ist ein toller Anfang!
00:30:34: Für mich hat die Reise damit begonnen dass sich gesagt habe okay ungerahmt Ich möchte meine Werke gerne selber rollen und klein packen können.
00:30:42: Ich liebe Minimalismus, krieg ihn nicht immer ganz hin aber in dem Fall er hat's geklappt.
00:30:48: Ich hab dann meinen... Ich hab mich dann dem Thema Anthotypie gewidmet.
00:30:53: Ich erkläre es ganz kurz für die, die nicht wissen was eine Anthotypie ist.
00:30:56: Es ist ein Sonnenprint also quasi eine Fotografie auf der Basis von Pflanzenfarben gedruckt wird und mit Sonnenlicht belichtet werden sollte sage ich jetzt weil... Ich hatte meine erste Solo-Ausstellung in Verona letztes Jahr leider im März.
00:31:14: Anfang März das war natürlich noch tiefster Winter im Alpinenraum heißt Sonnenlicht gab es nicht so viel.
00:31:23: in einer meiner spinnerten Momente dargesessen gesagt, irgendwie muss das doch auch gelöst werden können.
00:31:28: Also nochmal ganz kurz zum Prozess.
00:31:30: ein Negativ wird auf Acetonfolie gedruckt und dann beschichte ich einen Hanfpapier in dem Falle entweder von Hahnemühle oder von Gemund mit meinem grünen Hanf Stoff oder Handfarbe und dann muss ich zweiundsiebzig Stunden belichten, um dann zu dem auf der linken Seite dargestellten Foto zu kommen.
00:31:51: Und das ist aber auch eine relativ scharfe Fotografie die nicht beständig ist.
00:31:57: So Problemlösung kam da, dass ich gesagt habe ok ich möchte gerne meine Ausstellung per Rat nach Verona bringen fand der Galerist gar nicht witzig.
00:32:08: Für mich war es eine persönliche Challenge und ich muss ehrlich gestehen, ich habe dabei sehr viel Spaß gehabt.
00:32:12: Viel zu viel!
00:32:14: Aber das war toll weil ich dann mitten im Schneesturm von Tirol also meine Werke zusammengerollt mit dem Skizzenbuch was hier unten liegt im Rucksack.
00:32:22: dass ist sozusagen das Herzstück dieser Ausstellung auf meinem Rennradel durch den Schnee über einen Brenner nach Verona runtergefahren bin oder geradelt bin über mehrere Tage und dann die Ausstellung aufgebaut hat.
00:32:34: Das Rad blieb ein Bestandteil der Ausstellung.
00:32:38: Meine Idee eben war, wie kann ich Energiegrün herstellen?
00:32:41: Also ich kann ja jetzt nicht nur bei Winteres sagen okay dann stecke ich halt das Grow-Licht in die Dose und dann wird so zwanzig Stunden belichtet.
00:32:50: Wäre da einfacher Weg gewesen.
00:32:52: aber so habe ich dann entweder auf dem Home Trainer gesessen und kurz meinen Bildern bei der Belichtung zu strampeln oder aber ich habe dann zwischenzeitlich auch ausweichend meinen Solarstrom genommen und fertig belichtet, weil sonst so erst viele Nächte durchgegangen.
00:33:08: Und dieses Rad ging dann auch in die Ausstellung und es war irgendwie amüsant faszinierend, bedenklich zu sehen wie Leute auf ein Rad was Strom produzieren kann reagiert haben, weil genau das sind alles die Dinge von denen wir herkommen.
00:33:25: Früher hat es die Traffos an den Rädern gegeben heute haben wir Lampen mit Batterien und LEDs die dann wieder aufgeladen werden müssen.
00:33:32: also es gab für alle irgendwie schon mal simplere Lösungen.
00:33:37: so jetzt zum letzten Teil.
00:33:47: So sehen diese Anthotypien aus.
00:33:49: und hier gehe ich jetzt nochmal kurz zurück zu diesem Bild, was ich vorhin gezeigt habe von der uralten Borealen Kiefer, der Drottningen, der Königin des Waldes.
00:33:59: Die Königin des Waldes in ihrem vollen Antlitz frisch entwickelt und dann eben nach vier Wochen Ausstellung hat sich dieses Bild irgendwann verabschiedet.
00:34:09: Das Gute war, dass sie diesmal nicht abgeholzt wurde und sterben musste sondern einfach nur in Unerscheinung trat.
00:34:15: Nämlich bis zu dem Punkt wo ich das Papier wieder zusammengerollt habe quasi leer also nicht ganz leer es bleiben immer so schemenhafte Impressionen zurück zur nächsten Ausstellung transportiert habe und dort einfach wieder neu bepinselt habe, und den ganzen Prozess von vorne gemacht hab.
00:34:31: Es hat dann alle möglichen Varianten gegeben.
00:34:33: es wurde einmal in Marokko und einmal in Island ausgestellt.
00:34:36: also unterschiedlicher könnte es nicht sein.
00:34:37: Marokco hatten wir genügend Sonnenlicht an Island keines haben also da auch immer wieder Lösungen vor Ort finden müssen.
00:34:46: Aber es ist einfach ein Teil der Kunst geworden, nämlich dieses alle mit einbinden Lösungen zu finden.
00:34:53: Wo bekommen wir die Materialien her?
00:34:54: Wo kommen die Rohstoffe her?
00:34:56: Es findet eine Unterhaltungsstart über Dinge, die oft in der Kunst so nicht unbedingt thematisiert wird.
00:35:03: Für mich ist das eine unvollendete Reise, eine Reise in der ich also immer noch suche und immer wieder viel Interesse Neues finde und auch zur Kenntnis nehme, dass unendlich viele andere Künstler da tolle Lösungen schon in anderen Bereichen gefunden haben.
00:35:17: Und ich einfach hoffe das wir durch viel Zusammenarbeiten Kooperationen da ein gesamtheitliches Konzept finden diese großen Elefanten in unseren Räumen irgendwann etwas vor die Türe zu schicken.
00:35:32: In diesem Sinne möchte Ich mich bedanken für die Aufmerksamkeit von Ihnen.
00:35:36: Ich möchte Sie einladen, vielleicht über den Link über YouTube.
00:35:40: Den ganzen anderen Teil des Handfrojektes noch mal zuzuhören anzusehen.
00:35:45: und ansonsten freue ich mich jetzt auf eine Diskussion mit Ihnen euch!
00:35:50: Und ich möchte eine Sache in den Raum werfen.
00:35:52: Ich würde mich wahnsinnig freuen wenn es in Zukunft beim deutschen Foto Buchpreis tatsächlich eine Kategorie für das nachhaltige Buch nicht als Thema, sondern im Machen geben würde.
00:36:06: Und damit halte ich jetzt meinen Schnabel sage danke und freue mich auf Kommentare.
00:36:11: Danke schön!
00:36:23: Also zu sehen, dass die Frage nach Fakt and Fake im Anthropozän auch eine Frage des Überlebens und des Handlungsdrucks ist gibt dem ganzen Festivalgedanken nochmal eine völlig neue Ebene finde ich.
00:36:36: Fotografie darf demnach kein steriles Abbild sein sondern muss so einem ehrlichen beständigen Narrativ werden das uns aufrüttelt und bewegt.
00:36:47: Ja das Festival in Regensburg hat in November twenty-fünfundzwanzig mit diesem Beitrag bewiesen Wieder einmal, ein Mal mehr.
00:36:54: Das Foto der Theorie und globale Verantwortung untrennbar zusammengehören.
00:37:01: Ja in der nächsten Folge kommen wir zum letzten Vortrag des Symposiums in Regensburg.
00:37:05: Und zwar zu dem Vortritt von Dr.
00:37:08: Anja Schürmann vom KWI also vom Kulturwassenschutzenschaftlichen Institut hier in meiner Wahlheimat in Essen.
00:37:14: Sie nimmt einen Phänomen unter die Lupe dass sie als das vibrierende Bild bezeichnet.
00:37:20: das Fotografien im Spannungsfeld von Fact & Fake selten eindeutig sind, sondern permanent zwischen ihrer Funktion als historischer Zeuge und als reines Kunstwerk hin- und herpendeln oder vibrieren um es mit ihren Worten zu sagen.
00:37:37: Ja freut euch drauf!
00:37:38: Kleiner Hinweis noch wer sich die Beiträge, Panels und Vorträge lieber als Video ansehen möchte kann natürlich auch so tun auf unserem YouTube Kanal unter youtube.com.
00:37:48: at Festivalfotographia.
00:37:52: Die Ausstellung des deutschen Foto-Buchpreises ist vom Elften bis zum Dreizehnten September in der Kunsthalle Düsseldorf, der Kunstbuchmesse Between Books zu sehen.
00:38:00: und dann sind wir auf der Farmvoter Buchmesse vom Siebten bis zum Elften Oktober.
00:38:04: Und da gibt es wieder diesen Ticketrabatt den ihr über unseren Newsletter quasi bekommen könnt, also den Link dazu.
00:38:13: Ja und die Preisverladung vom deutschen Fotobuchpreis würde ich mir zumindest auch nicht entgehen lassen.
00:38:17: dies am samstag dem einundzwanzigsten november zwanzig sechsundzwantig in regensburg In der städtischen galerie und es ist wieder hoffe ich mal.
00:38:25: also ich gehe davon aus wir erwarten einen hundertfünfzig gäste ungefähr Aus der fotobuchszene aus der fotografie scene aus der kunstszene Die gemeinsam mit uns feiern.
00:38:37: Wenn euch diese Sonderfolge zum Festival gefallen hat, teilt sie mit Freunden und Kollegen.
00:38:41: Drückt auf Abonnieren und hinterlasst mir super gerne eine fünf Sterne Bewertung.
00:38:47: Danke schön!
00:38:48: Vielen Dank fürs dabei sein, Zuhörden mitdenken bis zum nächsten Mal.
00:38:53: Ciao
00:38:59: ciao!
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