LIVE VOR ORT: Neue Galerie Gladbeck Teil 3
Shownotes
Die Neue Galerie Gladbeck zeigt Arbeiten von Achim aus mehr als drei Jahrzehnten und macht dabei deutlich, wie konsequent sich der Medienkünstler mit der Frage beschäftigt, was ein Bild eigentlich ist! Viele der Arbeiten, die Achim in Gladbeck zeigt, sind fast ganz ohne Objektiv aber definitiv ohne Kamera entstanden. Stattdessen hat er mit Licht, Fotogrammen, Scannern oder digitalen Verfahren gearbeitet. Er lässt Bilder entstehen, die vertraut wirken und gleichzeitig unsere Vorstellung von Fotografie auf den Kopf stellen.
Prof. Achim Mohné ist Fotograf, Medienkünstler und Professor für »Dokumentarische Fotografie und Transmediales Publizieren« an der Fachhochschule Dortmund. Er studierte an der Folkwang Universität der Künste in Essen und an der Kunsthochschule für Medien Köln. Seit mehr als drei Jahrzehnten beschäftigt er sich mit den Möglichkeiten fotografischer und technischer Bildproduktion. Seine Arbeiten verbinden Fotografie, Video, Virtual Reality, Klangkunst und künstliche Intelligenz zu vielschichtigen Installationen und wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen präsentiert. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht die Frage, wie technische Bilder entstehen, wie sie unsere Wahrnehmung beeinflussen und welche Rolle sie in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft spielen.
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Episoden-Cover-Gestaltung: Andy Scholz Episoden-Cover-Foto/Grafik: Andy Scholz
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Idee, Produktion, Redaktion, Moderation, Schnitt, Ton, Musik: Andy Scholz
Der Podcast ist eine Produktion von STUDIO ANDY SCHOLZ 2020-2026.
Andy Scholz wurde 1971 in Varel geboren. Er studierte Philosophie und Medienwissenschaften an der Universität Düsseldorf, Kunst und Design an der HBK Braunschweig und Fotografie/Fototheorie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Er ist freier Künstler, Autor und Dozent. Seit 2012 unterrichtet er an verschiedenen Instituten, u.a.: Universität Regensburg, Fachhochschule Würzburg, North Dakota State University in Fargo (USA), Philipps-Universität Marburg, Ruhr Universität Bochum, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. 2016 wurde er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen. Seit 2016 ist er künstlerischer Leiter und Kurator vom INTERNATIONALEN FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER, das er gemeinsam mit Martin Rosner gründete. Im ersten Lockdown im Juni 2020 begann er mit dem Podcast und seit 2022 ist er Organisationsleiter vom Deutschen Fotobuchpreis, der ins INTERNATIONALE FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER in Regensburg integriert wurde. Er lebt und arbeitet in Essen (Ruhrgebiet).
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Transkript anzeigen
00:00:01: Rethinking.
00:00:01: Fotografie.
00:00:13: Fotographien neu denken, der Podcast.
00:00:16: Moin und herzlich willkommen zur dritten Episode von Fotografien neu Denken!
00:00:19: Der Podcast live vor Ort in der neuen Galerie in Gladbeck Wie angekündigt nach dem Artist-Talk mit Sabine Maria Schmidt?
00:00:26: Das wirklich sehr gut geworden ist.
00:00:28: wie ich finde geht es jetzt kurz um ein Gespräch zwischen Mir und Achim Denn wir haben eins gemeinsam, ich kam an die Volkwangsschode als er ging und wir beide haben sehr gute Erinnerungen an Inge Oswald.
00:00:40: die ich von hier aus sehr herzlich grüßen möchte.
00:00:43: Bei ihr hat Achim sein Diplom gemacht und wurde bestärkt in seinem Ansatz, den er verfolgte.
00:00:49: Ich habe meine Zwischenprüfung bei Inge gemacht Und sie unterstützte mich bis dahin.
00:00:53: Sie kamen sogar mit nach Wilhelmshafen vor achtundzwanzig Jahren und besuchte mit einigen Studierenden das internationale Kurzfilmfestival der Eisenstein dass sich damals mit organisiert habe.
00:01:04: Insofern einen ganz herzlichen Gruß nochmal an Inge Oswald und hoffentlich wird sie es noch hören können.
00:01:10: Danke für deine Weitsicht, liebe Inge.
00:01:16: Bevor wir in das Gespräch zwischen Achim und mir einsteigen lohnt sich sicher noch einmal einen kurzer Blick auf die Ausstellung selbst.
00:01:23: Die neue Galerie Gladbeck zeigt Arbeiten von Achim aus mehr als drei Jahrzehnten und macht dabei deutlich wie konsequent sich der Medienkünstler mit der Frage beschäftigt was ein Bild eigentlich ist.
00:01:35: Viele der Arbeiten, die Achim in Gladbeck zeigt sind fast ganz ohne Objektiv aber definitiv ohne Kamera entstanden.
00:01:43: Stattdessen hat er mit Licht, Fotogramm, Scanners oder digitalen Verfahren gearbeitet.
00:01:48: Er lässt Bilder entstehen, die vertraut wirken und gleichzeitig unsere Vorstellung von Fotografie auf den Kopf stellen.
00:01:56: Wer meinen Podcast bereits länger hört dem kommt das sicher!
00:02:01: sehr bekannt vor.
00:02:02: Der zweite Teil des Ausstellungstitels Techno-Immaginationen gibt den nächsten Hinweis, er verweist nämlich auf den Medienphilosophen Willem Flusser der Achimts Blick auf die Fotografie, die Kamera und das Apparative maßgeblich verändert hat.
00:02:22: einen wichtigen Ausgangspunkt für seine künstlerische Arbeit.
00:02:26: Gerade heute in einer Zeit, in der künstliche Intelligenz und digitale Technologien unseren Alltag immer stärker prägen gewinnen diese Fragen eine besondere Aktualität.
00:02:36: Denn technische Bilder zeigen nicht einfach nur Wirklichkeit sondern sie erschaffen ihre ganz eigenen Wirklichkeiten!
00:02:42: Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist Achimone's Neuinterpretation des Märchens Rotkäppchen.
00:02:48: Unter dem Titel der Wolf vom Königsforst und das Mädchen verbindet er KI-generierte Bildfolgen mit Film, Installation und Virtual Reality.
00:02:58: Es entsteht eine faszinierende Erzählung die klassische Märchenmotive mit den Möglichkeiten neuer Medien verbindet – poetisch überraschend und manchmal auch orientierend.
00:03:09: Lassen wir aber jetzt einfach mal Achim selbst zu Wort kommen!
00:03:13: Viel Spaß.
00:03:15: Ach ja, schön dass ich hier sein darf.
00:03:18: Dass ich mir die Ausstellung exklusiv angucken kann mit dir.
00:03:23: Jetzt haben wir so eine retrospektive, hat Sabine Maria Schmidt auch gerade ein bisschen angeteasert zu sehen.
00:03:30: Es ist natürlich interessant für mich, dass du in Essen angefangen hast zu studieren und dann hast du aber eigentlich sozusagen die klassische Fotografie hinter dir gelassen.
00:03:43: Kannst du das noch mal so ein bisschen beschreiben?
00:03:45: Du hast es vorhin ein bisschen angeteasert, du hast für die Zeit fotografiert.
00:03:47: Also klassische Fotografie gemacht, Foto-Foto... ...für Magazine!
00:03:52: Was ist dann
00:03:52: passiert?!
00:03:54: Dann habe ich Flusser gelesen und das war der Wendepunkt.
00:03:59: Und zwar insofern dass sich vorher gearbeitet hat für Magazine und eine richtige wie soll ich das sagen anwendungsbezogene Fotografien gemacht haben und das lief eigentlich auch recht gut.
00:04:12: Dann kam Flusser mit seiner Literatur und hat quasi ausgelöst, dass ich alles hingeschmissen habe was das betrifft.
00:04:20: Und über mehrere Monate hat sich das wirklich ganz schnell abgewickelt und von da haben mich völlig andere Dinge interessiert und es ist die flüssische Idee ein Aufmerk auf das Apparative zu tun.
00:04:35: Ab dann ging es sozusagen los vom Apparativen her zur Fotografie zu hinterfragen.
00:04:41: Und da sind eben diese Experimente, die ersten entstanden mit dem Auseinandernehmen von Videorecordern.
00:04:47: Mit dem Missbrauchen von Scanners und fotografischen Materialien eben nicht in dem Sinne wie sie eingesetzt werden sollen sondern in Dingen die man eigentlich nicht tun darf Entwickler mit Fixierer vermischen usw.
00:05:03: Hat das dann Essen im Labor schon angefangen oder hast du das dann erst an der KAM gemacht?
00:05:08: Das hat schon in Essen angefangen, also die ältesten von den Arbeiten sind von zweiundneunzig.
00:05:13: Die etwas größeren hier jetzt von dreiundvierneunzig und das war eigentlich alles im Übergang aber eben ausgelöst in zweiund neunzig durch das Lesen einer Philosophie der Fotografie und später dann noch mal sehr stark durch das Universum des technischen Bilder wo Flusser ja auch sehr prophetisch Dinge voraus sah.
00:05:32: die wir heute als Realität haben, aber die damals halt eine wahnsinnige Revolution waren und natürlich auch nicht von allen anerkannt wurden.
00:05:42: Ja du hast es vor einem Gespräch auch schon so ein bisschen angeteasert, das hat nicht immer auf offene Ohren oder auf offener Augen ist das nicht getroffen was du da gemacht hast quasi mit dem Effektierer, mit dem Entwickler rumgeschmieren.
00:05:55: Kannst du das nochmal so ein bisschen, was da passiert ist?
00:05:57: Ja
00:05:58: also es war damals ja die Zeit, die politisch auch nicht so ganz unspannend war.
00:06:02: Es gab diese ersten rechtsradikalen Tendenzen, es gab den Jurslawienkrieg oder das ehemalige Jursawien und ich hatte bei einigen von meinen Kommilitonen, die haben mich schon glaube ich so ein bißchen als Freak angesehen weil sie haben alle sehr entweder photojournalistisch gearbeitet dokumentarisch geararbeitet und ich habe halt versucht ganz das Gegenteil zu machen sondern eben dass zu brechen, so wie Flusser es als Idee hervorgebracht hat und eben wegzukommen von dem was vermeintlich dokumentiert oder journalistisch erfasst wird.
00:06:34: Und das hat nicht auf alle Ohren gestoßen also nicht bei allen positiv angekommen sondern viele haben das irgendwie auch so ein bisschen freaky gesehen.
00:06:46: Obwohl ja Essen aus der subjektive Kamera, aus der Idee von Otto Steinhard gekommen ist und im Grunde genommen.
00:06:53: Also wenn ich mir das hier so anschaue... Ja?
00:06:55: Also liebe Essender Vollkrankstudenten kommt vorbei!
00:06:59: Weil also ich finde hier auch Otto Steinard wieder oder?
00:07:03: Gebe ich dir absolut recht und in diesem Sinne ist es ja auch Und das war aber etwas damals in den neunzigern Jahren, Mitte der Neunziger.
00:07:11: War die Becher und die Becherschule so stark?
00:07:14: Ja, dass eigentlich fast nichts zu überbekommen ist.
00:07:16: selbst ein Gottfriedierke und andere Leute ja, die in einer generativen Fotografie ganz eigene Wege gegangen sind.
00:07:22: Die hatten auch kaum eine Chance und das war für mich auch etwas was wahnsinnig wichtig war.
00:07:27: Ich wollte da unbedingt was anderes sehen.
00:07:30: es hat mich so gelangweilt, das immer wieder zu sehen und eben auch die ganzen Redundanzen, die da drin waren Und es war eben auch so durchsichtig.
00:07:39: Da war aber die Flüsse dann noch mal die wahnsinnig große Hilfe, weil er eben nochmal anders als Susan Sontack oder Roland war diesen Fokus auf das Apparativ genommen hat und nicht nur auf das Verhalten oder die Geste des Fotografiens usw.
00:07:55: Jetzt läuft man natürlich ein bisschen Gefahr dass das vielleicht am Ende
00:07:58: doch
00:07:58: nur noch als Technik abgetan wird.
00:08:02: wie begegnest du dem?
00:08:05: Einwände kommen?
00:08:06: Ja,
00:08:06: ich würde sagen.
00:08:07: Ich glaube momentan gibt es ja auch so eine leichte Rückbesinn dessen dass man wieder anfängt das Material sehr stark als das zu sehen.
00:08:14: was ist nämlich als Mitspracherecht dessen was wir nachher als Werk haben?
00:08:19: und ich glaube innerhalb von KI aber auch der ganzen Digitalisierung der kalten Bildschirme und der kalte Flächen wird das gerade wieder neu entdeckt, aber es ist letztendlich immer Teil des Werkes gewesen.
00:08:33: Ob ich mit Mamo arbeite oder ob ich mit Ton arbeite und genau so eine große Rolle spielt es letztendling mit was für ein Papier arbeite ich ja nämlich dieses oder jenes?
00:08:41: und das sind alles Experimente die mich zu der Zeit sehr stark interessiert
00:08:45: haben.".
00:08:46: Und wie war dann der Sprung in die KAM?
00:08:48: Also du warst jetzt in Essen gehen nochmal zurück sozusagen drei vor dreißig Jahren in Essen.
00:08:53: Sie wollten das nicht sehen, dann hast Du die Schule gewechselt Und wie bist du da angekommen?
00:08:58: Wie bist du aufgenommen worden?
00:09:00: Toll, muss man einfach sagen.
00:09:03: Es ging damit mit Arbeiten und Ideen... Und ich hatte da eben auch die ersten Konzepte über operative Untersuchungen gemacht.
00:09:10: Das war so eine Art Filmprojekt mit sechzehn Millimeter-Projektor in einem Austausch dialogischen und eben auch diese weiter, diese Experimente im Fotografischen zu machen.
00:09:20: In der KM waren dann Leute, die das komplett aufgenommen haben wie Sikfricilinski, Hans Ulrich Reck, Jürgen Klauke, Walli Export – und die haben das natürlich mit offenen Armen entfangen.
00:09:34: die totale Genugtuung.
00:09:37: Da eben jetzt auch mal Leute zu sagen, die sagen ja genau richtig und das ist unglaublich wichtig und ich glaube, ich würde es auch für heute auf Studierende beziehen wenn man so Leute hat, die einfach sagen Ja genau macht da weiter und egal was drum herum passiert und da waren natürlich damals die KM auch unheimlich vor ihrer Zeit.
00:09:58: Ja, innovativ.
00:10:00: Und auch aus dem Grunde ja gegründet worden wahrscheinlich um diese Medien oder dieses
00:10:04: das Medium
00:10:06: mal zu definieren in seinen Facetten.
00:10:09: Das war schon so eine kleine Renaissance von dem weil es ist ja auch alles zeitgleich gewesen KAM also relativ zeitgleicht KAM ZKM die ganzen Leute die dann irgendwie auch so langsam an die Oberfläche kamen jetzt überhaupt diese ganzen Gedanken haben und da gibt's dann wahnsinnig viele Beispiele derer, die das vorangetrieben haben.
00:10:31: Also damals war zum Beispiel auch diese auf
00:10:34: das aufkommende
00:10:34: Web, das große Thema aber auch solche Dinge wie Überwachung, kapitalistische Prinzipien und so weiter.
00:10:42: Aber eben alles medial bestimmt und man hat ein bisschen gerochen was da auf uns zukommt und damals kritisch betrachtet.
00:10:51: aber wenn wir heute sehen kann man nur auch sagen ja es war relativ naiv.
00:10:58: Ich wollte ganz sagen, das wäre jetzt auch nochmal Hand auf Herz.
00:11:01: Hast du damit gerechnet oder hättest du damit wenn du jetzt an dein altes ich vor dreißig Jahren einen Text schreiben oder eine Nachricht schreiben würdest?
00:11:09: Nein.
00:11:09: Hast Du da irgendwas von gespürt dass es so weit gehen würde?
00:11:14: Nein, ich habe es glaube ich nicht gespürt.
00:11:16: Es ist bloß also zum Beispiel in den Elektrieren von Fluss hat man dann auch hier und da gesagt ja könnte sein aber das ist doch ein bisschen weit hergeholt und heute hat uns das überholt.
00:11:26: Und das ist natürlich ein ganz wichtiger Punkt gewesen wie sich das alles sukzessiv entwickelt hat.
00:11:33: Ich bin nach wie vor der Meinung ob wir damals waren Experimente zu machen mit Mit Schallplatten oder damals aktuell Medien ist es heute, was wir mit der KI haben, ja das jede kleine Experiment und alles, was hinterfragt ihr.
00:11:50: Und dass kritisch irgendwie auch nur untersuchen will.
00:11:55: Wir hätten damals diese Kunstogruppe Autopsy, dass man die Dinge auseinander nimmt... sowohl im Apparativen, als eben auch im Material.
00:12:02: Und zu schauen was ist das eigentlich so eine Foto-Überfläche?
00:12:05: Was ist es eigentlich ein Film?
00:12:07: Was is heute vielleicht ein Sensor?
00:12:09: ja oder was ist eben
00:12:11: KI?
00:12:12: Oder der Algorithmus!
00:12:13: Der Algorithmos, genau richtig.
00:12:17: Wenn du jetzt, wie gesagt, retrospective... Bist du überrascht von dir so ein bisschen, wenn man das dafür zu fragen.
00:12:25: Also als Künstler auch von Künstlern zur Künstlerin?
00:12:27: Wie ist das dann?
00:12:28: Wenn ich mir vorstelle, ich müsste jetzt eine Retrospektive machen.
00:12:32: Ich würde es nicht wirklich als Retrosjektive bezeichnen weil dafür ist es ein zu kleiner Teil.
00:12:37: aber was die Idee war mal einen Überblick zu machen um selbst zu verstehen wie haben sich die Dinge aufeinander aufgebaut?
00:12:44: und dass tun sie ohne Frage ja in diesem ganz kleinen Bereich der kameralosen Fotografie.
00:12:50: Das ist ja jetzt auch nicht das Einzige, was ich gemacht habe.
00:12:52: Aber das war sozusagen der Fokus für hier.
00:12:55: Es sind wirklich nur Scans und es sind wirklich die Fotogramme.
00:12:58: Und jetzt in diesem Raum fast alles analog bzw vor digital.
00:13:05: Das spielt für mich eine große Rolle ab.
00:13:08: um auf die Frage zurückzukommen.
00:13:09: Ja, es ist schon interessant Dinge, die nicht zu sehen, die wieder auszugraben und zu sagen, guck mal das sind ja Ideen von heute drin.
00:13:18: Wie zum Beispiel hier diese Fotogrammarbeiten von drei Neunzig Jahren, wo auch mit diesen kleinen Figuren gearbeitet wurde und die projiziert wurden, die sich in der KI-Arbeit sozusagen über diese selbigen Spielfiguren neu manifestiert hat, was mir am Anfang überhaupt gar nicht klar war.
00:13:40: Erst als das hier in der Ausstrahlung zusammenkam, war mir ja der Zusammenhang zwischen diesen kleinen Figurchen plötzlich klar... dass die da eingesetzt wurden und da eingesetzte.
00:13:51: Dann lass uns nochmal rüber gehen in den Raum!
00:13:52: Du hast ja auch gesagt, dass der Raum jetzt quasi hier anfängt für dich sozusagen?
00:13:57: Hast du ja gerade schon
00:13:58: angeteasert?!
00:13:59: Und dann gehen wir in den, möchte ich sagen KI-Raum?
00:14:02: Ja, das
00:14:02: ist genau richtig!
00:14:07: So, dann müssen wir jetzt vielleicht mal für den Hörer beschreiben.
00:14:09: Was sehen wir hier eigentlich?
00:14:11: Also wir sehen
00:14:12: den
00:14:12: Wolf
00:14:14: und wir sehen Rotkäppchen
00:14:16: in verschiedenen Ausprägungen.
00:14:20: Vielleicht erzählst du nochmal so ein bisschen worum geht es
00:14:23: für dich?
00:14:26: Ja was vielleicht auffällig ist wie das gerade beschreibt ist dass wir den Wolfen des Rotkäpschens sehr verschiedene Formen sehen nämlich einmal in diesen historischen Figuren die ungefähr sieben Zentimeter hoch sind dann eben auch einmal als ein ausgedruckter, lebensgroßer Wolf der wie einen drei D Wireframe daherkommt.
00:14:42: Dann als eine Tapete so ungefähr acht mal drei Meter groß wo man das Rotkäppchen und den Wolf in einem Google Earth-Modell sieht was den Königsforst beschreibt.
00:14:53: also das ist aus Google rausgenommen.
00:14:55: hier gegenüber sind nochmal quasi eine Analyse des Filmes von Rotkäpschen der beruht nämlich auf den Promz.
00:15:06: Das Originaltext ist der Gebrüder Grimm, also nicht als beschreibende Promz sondern wirklich als Text wie er vom Märchen vorgeschrieben ist.
00:15:18: Und da sehen wir sozusagen was die KI daraus macht und weil sich halt sehr ersichtlich finde es viel hoch die Vorurteile, die so benannten wenn ich das mal so übersetzen kann.
00:15:30: Also der berühmte Bayes sich hier durchsetzt.
00:15:35: Also nochmal um das so ein bisschen zu verstehen, du hast also tatsächlich den Brüder Grimm ist das oder?
00:15:40: Genau.
00:15:41: Text genommen wie er in einer von den Übersetzungen oder in den nachfolgenden herausgegebenen Büchern steht und dann in den Prompt eingeht als Prompt
00:15:50: eingegeben und mehr
00:15:51: nicht dazu gesonnen.
00:15:52: Genau richtig!
00:15:53: Mehr nicht dazugetan sondern es heißt dann wirklich Im Grunde, es war einmal ein süßes kleines Milch.
00:15:58: Das hatte jeder lieb am liebsten ihre Großmutter und das ist sozusagen der Promptindies.
00:16:02: Das ist eine AI.
00:16:04: die haben mittlerweile auch schon zweieinhalb Jahre alt ist Luma-AI Und daraus wurden diese kleinen Schnipsel gemacht.
00:16:10: Es sind immer Videoschnipsel von vier Sekunden Und die wurden dann zu dem Film zusammen montiert und wie man hier auch sehr stark sieht war damals die KI noch gar nicht fähig, auch wirklich Dinge gleichzeitig zu machen.
00:16:22: Sondern das wurde immer wieder neu random rausgeholt ja aus dem was sie sich unter Rotkepschen vorstellt Und deshalb ist das zweite Bild schon überhaupt nicht mehr wieder zu erkennen jetzt gegenüber dem Dritten.
00:16:35: Es gibt nur diese Gemeinsamkeiten irgendwie rot, eine Kapuze, irgendeinen Cape.
00:16:41: Das ist dann aber eben auch schon alles.
00:16:45: Wir sehen, dass es immer wieder ... jetzt hier zum Beispiel nicht Rotkäppchen drin steht als Wort.
00:16:51: Wir trotzdem die Anmutung haben von Rotkäpchen, das ist hier noch anders als da weil da steht Rotkäpfchen,
00:16:57: d.h.,
00:16:58: da hatte KI dann sich auch wieder auf die Texte zurückgegriffen wo Rotkämpchen beschrieben wurde oder auf Bilder und so weiter.
00:17:08: Ja genau richtig, das Wort Rotkäbchen kommt eigentlich noch gar nicht vor.
00:17:12: trotz dem hat die KI das gemacht Käppchen, aber nicht Rotkäppchen als Name.
00:17:20: Trotzdem hat die KI komplett in diese Richtung gearbeitet Und dabei sind halt eben auch Absolitäten entstanden, wie zum Beispiel das plötzlich der Wolf ein rotes Käppchen hat.
00:17:30: Was eben jetzt sehr berühmt geworden ist hier drüben, ne?
00:17:35: Ein rotes Käppchen gab es eben als das berühmte Marker-Käppchchen der rechten.
00:17:40: Genau und das ist das Titelbild von dem Plakat für... Das kann man überall schon sehen.
00:17:49: symptomatisch, ja da liegt jemand im Bett.
00:17:51: Der ist Kuchen und trinkt Wein und hat ein großes Käppchen und der freut sich dessen was ihm gelungen
00:17:56: ist.".
00:17:57: Und er hat das Mädchen gefressen?
00:17:59: Ja genau, er hat gerade das Mädchengefressen.
00:18:02: Und die Großmutter?
00:18:02: Genau!
00:18:03: Und jetzt kriegt er noch bisschen Kuchen, noch ein bisschen Wein und freut es sich und hat aber ein rotes Käppchchen und zwar ein bekanntes rotes Käppchen.
00:18:14: Und diese Bilder, die wir gerade beschrieben haben mit den Texten dazu.
00:18:18: Die sieht man dann auch noch mal als Film, als Filmfilm sozusagen.
00:18:24: Das sind immer nur vier Sekunden hast du gesagt?
00:18:26: Ja genau also jetzt das ist der Märchenfilm und was wir hier sehen ist sozusagen nochmal eine zehnminutige Version und die erzählt eben auch die Geschichte des Rotkäppchens.
00:18:35: aber da werden sehr viele Protagonistinnen und Protagonisten des realen Lebens hereingeholt.
00:18:40: Also politische Figuren, sehr bekannte Figuren.
00:18:44: Es gibt zum Beispiel einen Tausch zwischen Ton- und Film-, Ton-und Bild was ja im Film normalerweise ein sehr manipulatives Zusammensein weiterträgt wo
00:18:58: z.B.,
00:18:58: jetzt Höcker getauscht ist mit Charlie Chaplin in der große Diktator das heißt die Fantasiesprache, die Charlie Chaplin da so genialerweise hat sprechen lassen.
00:19:09: Ist im Höcke in den Mund gelegt und der Charlie Chaplain macht aber die Reden des Höcker.
00:19:16: Also du gehst auch direkt knallhart in die Politik rein quasi mit deinen Statements?
00:19:21: Ja, das ist schon eine ganz eindeutig politische Arbeit.
00:19:25: Die hat auch eine ganz klare Haltung und die hat auch ne ganz klarer nicht fingerzeigiger, sondern ich versuche dass eben auch über Humor aber auch Creepiness die KI automatisch erzeugt ja als etwas hervorzuholen um uns zu zeigen was geht und was macht die KI?
00:19:41: Weil es gibt einen direkten Zusammenhang natürlich auch zwischen den rechtsradikalen Tendenzen in der Welt.
00:19:50: die Bots und so weiter, das haben wir schon bei der Trump-Fahrt, weil sie sich sehen sehr dabei helfen solche Tendenzen oder zu zu spreaden.
00:20:01: Und da spielen natürlich die Bilder auch eine immer größere Rolle.
00:20:07: Wir sehen es ja auch nicht erfolgt bei TikTok oder so.
00:20:10: von der Partei ist ja viel größer als von den anderen klassischen Parteien.
00:20:15: Das ist
00:20:16: auch ein Phänomen.
00:20:17: Ja, es sind Phänomene.
00:20:18: aber das Problem ist glaube ich auch dass die irgendwo verstanden haben dass sie diese Mittel bespielen besser als manche andere.
00:20:26: und das ist so ein bisschen auch das Problem weshalb ich auch meine dass dieses ruhig sein ja eben nicht der richtige Weg ist.
00:20:34: der war vielleicht nie und aber genau das ist das was momentan auch vielleicht mehr in der linken passiert ... überlegt, ist das gut?
00:20:45: Kann man das machen?
00:20:46: und so weiter.
00:20:46: Bis dahin hat die Rechte schon längst alles plattgerollt... ...und das ist auch eine der Dinge, die glaube ich eine große Rolle
00:20:53: spielen.".
00:20:54: Ja, das sehen wir auch in den USA für dich ne?
00:20:56: Also die Demokraten sind ja auch irgendwie für mich, für meine Begriffe viel zu ruhig.
00:21:00: Das ist ja hier vielleicht auch so her.
00:21:07: Jetzt nochmal zu dem Raum wenn wir hier so stehen.
00:21:11: Jetzt ist Sabine nicht da aber... Von wann sind diese Fenster?
00:21:15: Das kann ich dir gar nicht sagen.
00:21:16: Ich kann dir nur sagen, dass das hier eine Bibliothek ist und da sind ja so richtige... Glasmalerei wie Kirchenfenster und das ist natürlich sehr schön, finde ich.
00:21:25: Weil die fast auch so was Märchenhaftes haben.
00:21:28: Und letztendlich ja auch mal ein Medium waren vor Film- und Fotografie, die Geschichten erzählt haben.
00:21:34: Letztendlich erzählen diese Glasfenster in ihrer Farbigkeit wunderbar ihre eigenen Geschichten, die sich aber jetzt durch die Sonne wenn sie auf das Rotkäppchen fällt... Wir sehen es hier wunderbar!
00:21:45: Sie sich damit eben auch vermischen.
00:21:50: Das gefällt mir natürlich irgendwie sehr
00:21:52: gut.
00:21:53: Also du hast auch damit gearbeitet, man kann das sehen finde ich dass du hier das bewusst so ausgesucht hast, das ist auf jeden Fall gelungen würde ich sagen, weil in der ersten Moment wenn man hier reinkommt denkt man okay.
00:22:04: Ich muss hier irgendwas machen oder?
00:22:07: Genau!
00:22:08: Irgendwas muss man machen.
00:22:09: es sieht erst mal so relativ leer aus aber dann würde ich doch sagen kriegt man doch ein bisschen was zu tun und zu denken.
00:22:18: Und ja letztendlich steht vielleicht auch dieser... Der ist übrigens ganz ganz neu, er ist eine Woche vor Ausstellungseröffnung entstanden Dieser Drei-D Wolf in Lebensgröße der eigentlich auch genau das spiegelt, was eben drei D ist.
00:22:33: Also eine Zusammensetzung von drei Ecken die so etwas Ähnliches ergeben wie ein Amorphenkörper und in dem Fall der einem Wolf ähnlich sieht.
00:22:44: aber genauso ist eigentlich drei D aufgebaut aus tausenden Millionen von diesen kleinen Dreiecken, die dann quasi mit dem Foto, mit der Textur überzogen sind eines dreideh Wolfes geben.
00:23:00: Also
00:23:00: das unendliche Dreieck quasi?
00:23:02: Ja, genau.
00:23:03: Weil musst du dann trotzdem irgendwie Lücken haben
00:23:07: oder?
00:23:07: Genau richtig
00:23:07: und der ist natürlich jetzt sehr grob.
00:23:09: ne wenn wir den als normalerweise frame der hat jetzt hier vielleicht lassen wir schätzen zwei hundert ecken ja also der würde natürlich in einer hohen Auflösung wie wir ihn da haben hatte er dann irgendwie fünfzig millionen von den Ecken.
00:23:23: Also ein bisschen auch Ähnlichkeit zur Fotografie.
00:23:26: Also auch eine skulpturale Arbeit, ne?
00:23:30: Das ist aber geklebt.
00:23:31: oder ist das ausgedruckt?
00:23:32: Ja,
00:23:32: das sind in den fünfundzwanzig Teilen einzeln ausgedrückt und dann zusammengeklebt genau weil ein Druck in dieser Größe der wäre unbezahlbar.
00:23:41: in einem Stück da bräuchte man einen so teuren Drucker.
00:23:44: Aber ich finde das irgendwie auch ganz schön Weil das für mich das auch noch mal ganz gut bricht dass das wirklich Ein gebautes Ding ist, so wie die KI und drei D-Gebaute Dinge sind.
00:23:55: Gebaute Simulationen, gebaute Illusionen...
00:23:59: Und die weiße Farbe ist jetzt auch besonders, weil der Wolf ja dann eher...
00:24:05: Der hätte schwarz.
00:24:06: Das ist eigentlich eine gute Frage!
00:24:08: Der ist quasi in Artwork and Progress gerade wie gesagt eine Woche vorher entstanden und zusammengeklebt und erstmal ist er sozusagen erst mal geschützt durch die Farbe damit er quasi auch vom Licht und anderen Dings nicht zerfällt.
00:24:22: und was für ne Farbe der kriegt?
00:24:24: Da können wir noch drüber sprechen.
00:24:26: Oder es ist der weiße Wolf aus Game of Thrones?
00:24:28: Ja, genau.
00:24:32: Der Wolf zum Schafsfeld.
00:24:33: Genau!
00:24:35: Der unschuldige
00:24:35: Wolf.
00:24:38: Gut...
00:24:40: Die Ausstellung ist wie lange?
00:24:42: Aber die Ausstellung läuft noch bis zum zweiten August und wir haben noch einen VR-Tag am achzehnten Juli.
00:24:50: da kann man dann sozusagen den Königskönigsfrust komplett erlaufen.
00:24:54: das was wir hier als Film sehen kann man in der VR.
00:24:58: Und am zweiten August haben wir noch eine Finissage, wo dann die Kunsthistorikerin Pamela Skorzin nochmal etwas aus ihrer Sicht über die Arbeit erzählt.
00:25:10: Was ich sehr schön finde, weil ich ihre Arbeit schätze, sie ist ja bezeichnet sich selbst als Transhumanistin und es ist sehr interessiert an KI und ID und überhaupt den ganzen digitalen Strömungen in der
00:25:23: Kunst.
00:25:25: Okay wunderbar!
00:25:27: Achim, dann danke ich dir für Privatführung hier quasi und wünscht ihr alles Gute.
00:25:32: Und wir sehen uns, ey!
00:25:34: Danke dir!
00:25:34: Ich danke dir sehr an die Fest vorbeikommen.
00:25:36: Das ist wirklich sehr geschätzt.
00:25:39: Ciao, danke!
00:25:39: Ja,
00:25:41: danke dir Arim
00:25:42: nochmal
00:25:43: für deine Zeit und diese Ausstellung.
00:25:44: Ich lege dieses Schau wirklich allen Werbsten ans Herz und nicht nur denen die sich mit fotografischen Bildern jenseits der Fotografie beschäftigen Denn was die Ausstellung so
00:25:54: besonders macht
00:25:55: finde ich ist ihre Offenheit.
00:25:56: Sie gibt keine fertigen Antworten.
00:25:58: stattdessen lädt sie dazu ein genau hinzusehen Fragen zu stellen Und die Rolle von Bildern in unseren digitalen Welten In unserer digitalen Gesellschaft zu überdenken und die aktuellen algorithmischen Möglichkeiten unmittelbar zu erleben.
00:26:14: Mein Dank geht natürlich auch an Dr.
00:26:15: Sabine Maria Schmidt für den Raum, den du Achim gegeben hast – und natürlich an Achim Monet für das Gespräch!
00:26:21: Die Ausstellung von Achim läuft noch bis zum zweiten August in Gladbeck in der neuen Galerie.
00:26:30: absolut empfehlenswert.
00:26:33: Ja, habt ihr beim Zuhören eine Frage?
00:26:34: Dann teilt eure Gedanken super gerne mit mir und schreibt mir eine Mail an podcastatfotografieneudenken.de.
00:26:41: Und wenn ihr eine interessante Veranstaltung habt zum Thema fotografische Bilder, Fotografie, KI, Photophilosophie, Fototheorie
00:26:48: usw.,
00:26:49: dann meldet euch gerne und wir schauen was wir gemeinsam vielleicht sogar live vor Ort machen können.
00:26:54: auch hier einfach eine mail an podcast at fotografieneudenken .de Wenn euch diese Episode gefallen hat, das kennt ihr.
00:27:02: Teilt sie mit euren Kollegen und Freunden, drückt auf Abonnieren und hinterlasst mir gerne eine Bewertung.
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00:27:21: Deswegen sage ich jetzt vielen Dank und ciao ciao bis zum nächsten Mal.
00:27:26: Danke, ciao ciao.
00:27:31: Photografie neu
00:27:32: denken,
00:27:33: der Podcast.
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