Dr. Helene Roth, Prof. Lotte Reimann (they/them) und Hans Michael Koetzle
Shownotes
Ist schon alles gedruckt, gezeigt und gesagt? Oder etwa doch nicht? Was macht ein Fotobuch im Jahr 2026 relevant, wenn Bilder zunehmend digital und durch KI generiert werden? Und brauchen wir ein nationales Institut für gedruckte Fotobücher?
Ein LIVE-Gespräch im neuen Format des Podcasts »Fotografie Neu Denken« aus der Bibliothek des Instituts für Kunstgeschichte der Ludwigs Maximilians Universität München.
Zwischen geschichtsträchtigen Regalen und den Gold-Gewinnern des Deutschen Fotobuchpreises des Jahrganges 25/26 geht es zum Beispiel um die Frage: Erleben wir einen Backslash zur klassischen analogen Ästhetik oder blickt die nächste Generation ganz neu auf das Medium?
Drei Generationen, drei Perspektiven – von der Theorie über die Lehre bis hin zu über 10.000 gesammelten Büchern in der eigenen Wohnung. Ein Gespräch über Papier, Pixel und Identität.
Mit dabei:
Dr. Helene Roth ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte der LMU und frisch gebackene Goldmedaillen-Gewinnerin des Fotobuchpreises in der Kategorie »Fototheorie und Essayistik«. Zudem wird sie im nächsten Jahr die Fotobuchpreis-Jury verstärken.
https://www.lmu.de/kunstwissenschaften/de/faecher/kunstgeschichte/
Lotte Reimann hat seit 2025 die Professur für »Fotografie und Identität« an der Hochschule München inne und ist in diesem Jahr Teil der Jury vom Deutschen Fotobuchpreis.
https://design.hm.edu/kontakte_de/phonebook_detailseite_103947.de.html https://www.lottereimann.de https://www.instagram.com/lotte.reimann/ https://femxphotographers.org
Hans Michael Koetzle. Er begleitet das Fotobuch seit Jahrzehnten wie kaum ein anderer, ist Kulturpreisträger der DGPh und besitzt weit über 10.000 Fotobücher in seiner Münchner Wohnung. Er ist auch dieses Jahr Teil der Jury vom Deutschen Fotobuchpreis.
Moderation: Andy Scholz und Martin Rosner
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Episoden-Cover-Gestaltung: Andy Scholz Episoden-Cover-Foto/Grafik: Andy Scholz
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Idee, Produktion, Redaktion, Moderation, Schnitt, Ton, Musik: Andy Scholz
Der Podcast ist eine Produktion von STUDIO ANDY SCHOLZ 2020-2026.
Andy Scholz wurde 1971 in Varel geboren. Er studierte Philosophie und Medienwissenschaften an der Universität Düsseldorf, Kunst und Design an der HBK Braunschweig und Fotografie/Fototheorie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Er ist freier Künstler, Autor und Dozent. Seit 2012 unterrichtet er an verschiedenen Instituten, u.a.: Universität Regensburg, Fachhochschule Würzburg, North Dakota State University in Fargo (USA), Philipps-Universität Marburg, Ruhr Universität Bochum, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. 2016 wurde er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen. Seit 2016 ist er künstlerischer Leiter und Kurator vom INTERNATIONALEN FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER, das er gemeinsam mit Martin Rosner gründete. Im ersten Lockdown im Juni 2020 begann er mit dem Podcast und seit 2022 ist er Organisationsleiter vom Deutschen Fotobuchpreis, der ins INTERNATIONALE FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER in Regensburg integriert wurde. Er lebt und arbeitet in Essen (Ruhrgebiet).
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Transkript anzeigen
00:00:01: Yeah,
00:00:16: moin und herzlich willkommen zu einer brandneuen Episode von Fotografie Neudenken.
00:00:20: Und zwar live vor Ort in München!
00:00:27: Ja es ist schon alles gedruckt gezeigt gesagt worden oder etwa doch nicht?
00:00:32: was macht ein Foto Buch im Jahr zwanzig sechsundzwanzig eigentlich relevant wenn Bilder zunehmend digital und durch KI generiert werden?
00:00:39: Und brauchen wir ein nationales Institut für gedruckte Fotobücher?
00:00:43: Gute Fragen, wie ich finde.
00:00:44: Ich melde mich heute mit einem neuen Format von meinem Podcast Fotografien neu denken – nämlich mit einem Livegespräch vor Ort und zwar aus der Bibliothek des Instituts für Kunstgeschichte der LMU in München, der Ludwigs Maximilian-Universität in München.
00:01:00: Danke an alle Beteiligten fürs Einverständnis!
00:01:03: Zwischen geschichtsträchtigen Regalen und den Goldgewinnern des deutschen Frotobuchpreises des Jahrgangs
00:01:09: v.a.,
00:01:09: geht es zum Beispiel um die Frage, erleben wir ein Backslash zur klassischen analogen Ästhetik oder blickt die nächste Generation ganz neu auf das Medium?
00:01:19: Drei Generationen drei Perspektiven von der Theorie über die Lehre bis hin zu über Zehntausend gesammelten Büchern.
00:01:26: in der eigenen Wohnung bleibt dran für ein Gespräch über Papier, Pixel Identität.
00:01:35: Für die aufmerksamen Zuhörerinnen unter euch, ihr hört das Rauschen im Hintergrund aber hier in meinem Studio in Essenrückenscheid unter dem Dach sind es gefühlte forty-fünf Grad.
00:01:47: deswegen habe ich hier so ein paar Lüfter laufen die hoffentlich nicht
00:01:50: all
00:01:50: zu sehr stören.
00:01:52: Ja, am sechzehnten Juni zwanzig sechsundzwanzig um achtzehn und dreißig waren wir zu Gast an der LMU in München genauer gesagt am Institut für Kunstgeschichte.
00:02:00: Und der Anlass ist ein Feierlöcher gewesen denn hier in der Bibliothek macht aktuell die Ausstellungstour des deutschen Foto-Buchpreises das Jahrganges.
00:02:09: Zwanzig fünfundzwantig zwanzisächsundzwanzig Station.
00:02:12: Die Ausstellung ist noch bis zum neunzehnten siebten in Münchin zu sehen In der Zentnerstraße einundreißig in der bibliothek des Instituts für Kunst Geschichte.
00:02:21: Und danke noch einmal an Dr.
00:02:23: Helene Roth und das Team des Instituts für diese Möglichkeit!
00:02:28: Ja, für alle die es nicht wissen der deutsche Foto-Propeis ist der Wettbewerb vor Fotobüchern in Deutschland, Österreich und der Schweiz also im deutschsprachigen Raum.
00:02:37: und weil hier gerade Fotob Bücher in zwölf Kategorien, also von Self Publishing Bis hin zu etablierten Verlagen versammelt sind, nutzen wir die Gunst der Stunde für eine hochkarätige Gesprächsrunde.
00:02:50: Zum Thema die Relevanz und Sichtbarkeit des Fotobuches.
00:02:56: Wir versuchen dem Phänomen Photobuch mal ein bisschen auf den Zahn zu fühlen – wie behauptet es sich in einer Welt, die immer digitaler wird und zunehmend von KI geprägt ist?
00:03:06: Und dafür haben wir drei Gäste am Mikrofon versammeld mit Fotobuch-Expertise, die gleich im Gespräch auch noch einmal etwas ausführlicher vorgestellt wird.
00:03:15: Aber ganz kurz hier wäre zum einen Dr.
00:03:18: Helene Roth unsere Gastgeberin sozusagen als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte der LMU und frisch gebackene Goldmedaillengewinnerinnen des Fotobuchpreises in der Kategorie Fototheorie & Essayistic.
00:03:32: Zudem kurzer Trigger wird sie im nächsten Jahr unserer Fachjury verstärken.
00:03:39: Unser zweiter Gast ist Lotte Reimann.
00:03:41: Lotte hat seit zwanzigfünfundzwanzig die Professur für Fotografie und Identität an der Hochschule in München inne, und ist in diesem Jahr Teil unserer Expertenjury vom deutschen Foto-Buchpreis.
00:03:52: Ja und last but not least den Grand Senior des Foto Buches Hans Michael Kötzle.
00:03:57: Er begleitet das Fotobuch seit Jahrzehnten wie kaum ein anderer als Kulturpreisträger der DGPH und besitzt weit über zehntausend Fotobücher – in seiner Münchner Wohnung!
00:04:08: Und damit steigen wir direkt mal ein in eine Diskussion über Papier, Pixel, Identität und die Frage was macht ein Foto Buch heute eigentlich relevant?
00:04:18: Viel Spaß beim Zuhören.
00:04:20: Das Gespräch übrigens habe ich gemeinsam mit meinem Festival- und Fotobuchpreiskollegen Martin Rosner vor Ort moderiert.
00:04:29: viel Spaß
00:04:31: Ja.
00:04:31: herzlich
00:04:32: willkommen hier
00:04:33: zu diesem Abend zur Eröffnung von dem Fotobuchpreisbüchern.
00:04:39: Ich bin total überwältigt, wie viele Personen hier den Weg heute in unser
00:04:44: kleines,
00:04:45: feines Institut und auch hier an dem ersten Stock in die Institutsbibliothek des Instituts für Kunstgeschichte gefunden haben.
00:04:54: Mein Name ist Helene Roth und ich bin quasi heute hier die Gastgeberin und habe mit Andi und Martin die letzten ... Wochen eigentlich im Turburspurt.
00:05:08: Das realisiert, dass eben die letzten Preisträger des Foto-Buchpreises hier ausgestellt werden.
00:05:15: Heute ist sozusagen die Eröffnung!
00:05:17: Die Bücher können Sie bis Mitte Juli hier anschauen also die Bibliothek genau... Von Montag bis Freitag offen und auch am Samstag.
00:05:29: Vielleicht ein kleiner
00:05:30: historischer
00:05:31: Rückblick, also sie befinden sich hier heute im Institut für Kunstgeschichte in München von der LMU-Münchern.
00:05:37: Das Institut wurde in Münche in den Neun gegründet zwar nicht an dieser Stelle damals noch Energie-Orgenstraße und es zählt deutschlandweit zu einem ja recht großen Institut.
00:05:49: wir sind hier mit sehr unterschiedlichen Epochen und Disziplinen vertreten, also angefangen von Mittelalter über frühe Neuzeit.
00:05:58: Bayerische Geschichte, Kunst der Moderne und Gegenwart, islamische Kunstgeschichte, Digitalgeschichte... Genau, wir haben hier eine sehr große Bandbreite, haben in den letzten Jahren auch sehr viele Trittmittelprojekte und ISC-Crans erreicht.
00:06:13: Also genau bei uns im Institut passiert hier sehr viel!
00:06:16: Und ich bin mit ein paar anderen Kolleginnen sehr dahinter eben auch die Fotografie stärker sichtbar zu machen und deswegen bin ich um sehr erfreulter,
00:06:26: dass
00:06:26: wir heute hier sind und es auch so einen großen Zuspruch hat.
00:06:29: Ich möchte mich noch ganz kurz für das Institut für Kunstgeschichte bedanken als auch für die Institutbibliothek, die das hier möglich gemacht haben, dass vielleicht noch ein kleiner Hinweis.
00:06:42: Deswegen habe ich hier auch dieses Mikrofon bei mir, dieses Gespräch was wir jetzt dann führen werden wird aufgezeichnet für den Podcast Fotografie Neu Denken und auch für den YouTube Kanal.
00:06:56: Genau!
00:06:57: Wir machen jetzt ungefähr so bis zwanzig Uhr wird dieses Gesprich hier stattfinden.
00:07:01: sie haben dann auch im Anschluss eben doch möglich.
00:07:03: also das Wir werden das Gespräch haben und dann haben sie im Anschluss auch Möglichkeiten, noch Fragen zu stellen.
00:07:09: Wir müssen aber relativ pünktlich um acht Uhr diesen Raum hier verlassen weil die Bibliothek schließt.
00:07:15: Es wird aber parallel unten
00:07:17: im Erdgeschoss
00:07:18: schon Snacks und Getränke vorbereitet wo wir uns dann im Anschluß noch zusammenfinden können weiter über Fotogücher und Fotografie und alles Mögliche unterhalten können.
00:07:30: Genau, ich glaube... dabei und würde jetzt an Martin und an die übergeben, die jetzt
00:07:39: dieses Gespräch
00:07:40: moderieren werden auch noch kurz was zur Geschichte des Fotobuches und das Fotopapreise sagen werden.
00:07:46: Ja, vielen Dank Helene.
00:07:47: Wir freuen uns natürlich sehr dass wir heute hier sein dürfen am Institut für Kunstgeschichte und das wir auch diese Ausstellungstour jetzt hier auch das erste Mal in München zeigen können und dass die Preisträger des Jahrgangs zwanzig fünfundzwanzig zwanzigs sechsundzwannzig hier ausgestellt sind.
00:08:05: ganz kurz zum Fotobuchpreis also zum deutschen Fotobuchtpreis wie er richtigerweise heißt.
00:08:11: Der Preis selber ist ein jährlicher Wettbewerb für Fotobücher und aus unserer Sicht der Fotobuchwettbewert im deutschsprachigen Raum.
00:08:21: Was ein Fotobuhch ist, können Sie hier im Regal sehr aktuell und unmittelbar sehen.
00:08:27: Kurzer Hinweis wenn sie noch einen Fotobucht gerade in der Mache haben.
00:08:32: bis zum dreißigsten.
00:08:33: sechsten wäre tatsächlich noch der Einreichungszeitraum kommenden Fotobuchpreis, wenn Sie da mitmachen möchten.
00:08:43: Es gibt zwölf Kategorien.
00:08:45: beim deutschen Fotobuchtpreis die Vielfalt des fotografischen Mediums einfach abbilden weil es nicht das Fotobuchs gibt sondern die Möglichkeiten sind so unterschiedlich dass wir es für nötig fanden in verschiedene Kategorie zu unterteilen von Self-Publishing bis Verlag von unabhängig bis etabliert, von Fototherie über Ausstellungskatalog und künstlerische Fotografie bis hin zu Reportagen- und studentischen Projekten.
00:09:22: Teilnehmern kann wer in Deutschland, Österreich oder Schweiz geboren wurde und oder arbeitet.
00:09:29: das gilt natürlich auch für Unternehmen und Institutionen also Verlage, Museen, Universitäten etc.. Und dazu zählen auch, dass er an dieser Stelle noch mal erwähnt alle in der Schweiz geborenen Personen.
00:09:43: Weil wir tatsächlich da vor kurzem erst eine Anfrage
00:09:46: hatten
00:09:47: von jemanden aus der französischsprachigen oder was italienisch sprachen Französisch sprachigen schweiz kam und wer den auch mitmachen dürfte.
00:09:54: ja also es gilt natürlich auch für die franzisisch- und italienischen sprachige Kolleginnen und Kollegen aus der schweitz und wir haben so ein bisschen erweitert.
00:10:03: Auch luxenburg hat natürlich deutsch sprachige Anteile oder Südtirol wollen das jetzt gar nicht zu klein ausdifferenzieren, aber ich denke die Idee ist klar.
00:10:13: Denn viel entscheidender ist unser Mindset weil Fotobücher nämlich mehr als Bücher sind.
00:10:20: Es sind unserer Meinung nach Räume in denen sich fotografische Bilder entfalten es sind Ausstellungen zum Blättern Archive mit Augenblicken intensiv empfunden sorgfältig komponiert Ausdruck stark gestaltet und bewusst umgesetzt, im besten Fall natürlich.
00:10:42: Ja und genau darum soll es eben heute gehen um die Relevanz und Sichtbarkeit des Fotobuches.
00:10:47: Das ist der Titel dieses Gesprächs und dazu haben wir gemeinsam mit Helene Roth und dem Institut für Kunstgeschichte hier an der LMU eine kleinere Runde zusammengestellt.
00:10:58: Die stellen wir dann gleich jetzt nochmal vor.
00:11:00: Anfangen möchte ich mit Dr.
00:11:01: Helene Rot vom Institut Und nochmal ganz herzlichen Dank sagen, dass das so kurzfristig jetzt geklappt hat.
00:11:07: Echt großartig und dass das jetzt hier möglich ist bis zum neunzehnten Juli.
00:11:12: also kommen Sie gerne wieder und gucken sich die Bücher nach und auch an.
00:11:16: Also Helene du bist wissenschaftliche Mitarbeiterin hier in der LMU München am Institut für Kunstgeschichte.
00:11:22: deine Forschungsschwerpunkte sind Kunst und Fotografie des zwanzigsten Jahrhunderts und der Gegenwart Migrationen und Exil von am ERC-Projekt MetroMod mitgearbeitet, woraus dann deine Dissertation umdies jetzt auch heute noch gehen soll die auch im Regal steht.
00:11:41: Nämlich Urban Ice, deutschsprachige Fotografin in New Yorker Exil in den neunzigdreißiger und neunzartvierziger Jahren.
00:11:48: da ist diese Dissersion entstanden, die dann zwanzig vierundzwanzig im Wallstein Verlag und im Februar zwanzich sechsundzwantig als englische Ausgabe bei Läufen University Press.
00:11:59: Erschiennis.
00:12:00: Und dieses schöne wunderbare Buch, ich seh es jetzt gar nicht.
00:12:03: Der junge Mann hat...
00:12:06: Einmal hochhalten!
00:12:07: Das ist das Buch von Helene Roth und das hat einmal den Klaus Dieter Kronpreis bekommen und zum anderen bei uns letztes Jahr also in dem Jahrgang die Goldmedaille und zwar in der Kategorie Fototheorie und Essayistic, die es auch gibt.
00:12:21: Das müsste man vielleicht noch ein bisschen ausholen.
00:12:24: Das ist eine Kategorie, die wir dazu erfunden haben um eben die schreibende Zunft der Fotografie mit einzubeziehen, was auf jeden Fall eine gute Sache ist wie wir finden.
00:12:36: Herzlichen Glückwunsch nochmal dazu, liebe Helene.
00:12:38: und dieses Buch ja gerne.
00:12:46: zu dem Buch kommen wir gleich noch mal einen kleinen Hinweis noch.
00:12:48: also Helene Roth wird nächstes Jahr in der Jury bei uns sein für den deutschen Foto-Buchpreis denn wir machen das auch sozusagen ab jetzt schon ein bisschen länger zur Regel dass immer der Goldpreisträger der Theorie auch in der Jury sitzt und das wird nächstes Jahr dann Helene sein.
00:13:06: Letztes Jahr war es Johanna Spanke aus Hamburg, von der Universität Hamburg.
00:13:12: Dieses Jahr ist es Dr.
00:13:13: Katharina Günder aus Köln und nächstes Mal München mit dir!
00:13:19: Damit kommen wir zu Lotte Reimann.
00:13:22: Du hast an der Fachhochschule Bielefeld und an der Gerät Rittfeld Akademie in Amsterdam studiert.
00:13:28: Deine Arbeiten wurden unter anderem im Stedeleg Museum Amsterdam, bei der Apple, im Foto-Museum Winterthur.
00:13:35: Bei den Roncontre d'Al in Museum Anheim sowie im Marta hervorgezeigt.
00:13:41: Seit letzten Jahr – seit zwanzig fünfundzwanzig hast du die Professur für Fotografie und Identität an der Hochschule München inne Die, das darf ich kurz hier anmerken sozusagen die nach Nachfolge Institution der guten alten Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie ist.
00:14:01: Das despektierlich an, der ich damals vor zweihundertachzehn Jahren studiert habe.
00:14:08: Kurzer Werbeblock auch gleich noch hinterhergeschoben.
00:14:10: seit gestern ist nämlich auch der Podcast Fotografien neu denken online also nicht der Podcast sondern die Episode Und das Gespräch zwischen dir Lotte und Andy, wo es über deinen Werdegang geht.
00:14:25: Und über deinem Blick auf das fotografische.
00:14:29: Dabei habt mir die Anmerkung zur Becher-Schule ganz besonders gut gefallen aber ich will jetzt gar nicht mehr spoilern hören Sie einfach selber rein überall wo es gute Podcast gibt.
00:14:39: Fotografie neu denken.
00:14:42: Bei Dir Lotte solls heute eben darum gehen wie du in deiner fotografischen Kunst mit Fotobüchern umgehst, welche Bedeutung sie für dich haben.
00:14:52: Und natürlich auch was in der Lehre für dich ist und wie die Studierenden heute mit dem Medium-Fotobuch umgehen.
00:15:03: Herzlich willkommen!
00:15:10: Und auch hier ganz kurz noch ein Satz zu Jury, ähnlich wie wir das mit der Regel gemacht haben.
00:15:16: Mit den Goldpreisträgern der Kategorie Essayistic und Fototheorie machen wir es auch, dass jedes Jahr in der Jury eine Lehrende teilnehmen soll um eben auch dem Blick aus Lehrinstitutionen und den didaktischen Blick auf das Thema Fotobuch mit abzubildenden.
00:15:39: Im letzten Jahr war das zum Beispiel Professor Wiebke Löper von der Fachhochschule Potsdam, und dieses Jahr wirst du es sein, Leute von der Hochschule München.
00:15:48: Wir freuen uns auf dich!
00:15:52: Ja, damit kommen wir zu unserem dritten Gast heute.
00:15:56: Das ist wie ich oder wie wir da so schön sagen Der Grand-Senior des Fotobuchs.
00:16:02: Er winkt immer ab, aber herzlich willkommen Hans-Michel Kötzel.
00:16:11: Ich habe mich ein bisschen mitbekommen und einige von Ihnen kennen Herrn Kötzl schon ganz gut.
00:16:18: Sie sind seit vielen Jahren dem Fotobuch eng verbunden.
00:16:21: Das kann man auf jeden Fall so sagen.
00:16:22: Wir waren immer wieder in der Fotobuchjury in der fünftigjährigen Geschichte des Fotobuchtpreises und haben letztes Jahr dann zum fünftigsten Geburtstag des Fotopreises bei uns auf dem Festival in Regensburg die Festrede gehalten zum Geburtstag nachzuhören, ganz wunderbar auch in meinem Podcast und bei unserem YouTube-Kanal und überall wo wir so zu finden sind.
00:16:44: Vielen Dank noch mal dafür Herr Kötze!
00:16:46: Sie haben, zwanzig zweiundzwanzig eine ganz besondere Auszeichnung erhalten nämlich den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Fotografie.
00:16:54: Sie sind Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Fotografi und Kurator diversa fotografischer Ausstellung zuletzt einer umfangreiche Ausstellung.
00:17:05: Und apropos Fotobuch ein kleiner Blick ins Nähchestchen.
00:17:08: Sie besitzen, so habe ich zumindest gehört weit über zehntausend Fotobücher.
00:17:14: Wovon die meisten hier in München?
00:17:17: Martin du hast sie auch schon mal aus der Nähe gesehen und Ausschnitt.
00:17:22: Genau Respekt nach wie vor dafür.
00:17:26: herzlich willkommen!
00:17:27: Danke dass ihr dabei sind.
00:17:34: Okay dann lassen wir uns loslegen.
00:17:36: Wir wollen heute auf außergewöhnliche Beispiele der aktuellen Fotobuchkultur blicken, aber auch dem Blick etwas weiter konkret.
00:17:46: Was macht ein Fotobuch heute relevant?
00:17:49: Wie behauptet es sich in einer Welt die zunehmend digital und von KI-generierten Bildern geprägt ist und sein wird?
00:17:57: Unsere Gäste heute verbinden die tiefgreifende Analyse der Fotografie mit der praktischen Anwendung und Expertise in der Buchgestaltung.
00:18:07: Helene!
00:18:08: Wie war das?
00:18:09: Letztes Jahr, als der Anruf kam und die Mail kam, dass du die Goldmedaille in der Kategorie Fototheorie- und Eseistik erhalten hast.
00:18:19: Lass uns mal teilhaben an deiner Gefühlswelt!
00:18:21: Also ich war total überwältigt.
00:18:23: Ich saß alleine vor dem Laptop und er habe mich erst einmal alleine gefeiert und gejubert und hätte nie damit gerechnet, dass sich die gold medaille da bekommen.
00:18:34: also Ich wusste auch nicht, man weiß immer nicht wie viele einreichen.
00:18:37: Wie welche Chance man da hat.
00:18:39: bei so einem Preis ist das ja immer eine ungewisse Sache.
00:18:43: deswegen habe ich mich wahnsinnig gefreut vor allem auch weil Ja, sehr, sehr lang an dieser Dissertation eben auch dran gesessen.
00:18:51: Bin sehr viel geforscht habe über sechs Jahre daran gearbeitet hat und dann freut man sich einfach wahnsinnig.
00:18:57: wenn ja, wenn man da so eine Auszeichnung bekommt und auch irgendeine Sichtbarkeit für das Werk und seine Arbeit.
00:19:05: Können Sie nochmal hochhalten?
00:19:08: Genau!
00:19:08: Es wird fleißig drin gelesen – sehr wunderbar!
00:19:10: Sehr gut!
00:19:11: Also in deinem Buch, das heute ausliegt, wenn es denn mal liegt... Und wir haben es schon gesagt, weil es so eine umfangreiche Arbeit ist.
00:19:20: Fast ein Kompendium!
00:19:21: Es geht eben auch um sehr viele Aspekte.
00:19:25: Es geht um die Fotografie als Medium in Umbruch hin zu einer Kunstform verschiedene persönliche Immigrationsverläufe.
00:19:34: Es gibt verschiedene künstlerische Strategien im New Yorker Exil.
00:19:38: Es gehen um socio-kulturelle politische sowie künstlärische Entwicklungen während der neunzehnten und dreißiger Jahre.
00:19:46: Wie kam es zu dieser, wie Prof.
00:19:48: Bernstiegler in Sanada dazu sagt, Material reichen wie anschauliche Netzwerkstudie?
00:19:56: Lass uns an den Prozessen ein bisschen teilhaben!
00:19:58: Ja also ich hatte eigentlich ursprünglich die Idee dass sich nur über eine Fotogenturschreib und zwar die Photogentur Blackstar
00:20:05: und
00:20:05: habe dann aber relativ schnell gemerkt das ich irgendwie diesen Thema New York und Fotografie und Exil nicht gerecht werden kann, wenn ich nur über diese Fotoagentur schreibe.
00:20:15: Diese Foto-Agentur war sehr wichtig.
00:20:18: die wurde von Exilierten gegründet.
00:20:20: an dieser Agentur haben sehr viele exilierte Fotografen gearbeitet.
00:20:26: das Problem ist aber so ein bisschen dabei gewesen dass es gibt ein wahnsinn grüßiges Arief mit Fotografien aber man hat sehr wenig Achiefmaterial gefunden.
00:20:35: Die haben sich einfach als Business gesehen, haben alles weggeschmissen und ich hatte nicht so eine gute Quellenlage.
00:20:40: Und dann habe ich mich eben auf den Weg gemacht und einfach mal angefangen zu recherchieren und sehr tief einzutauchen.
00:20:48: Meine Dissertation war in einem sehr großen IASI-Projekt angelegt wo wir... anhand von sechs globalen Städten eben so die Exilbewegungen von deutschsprachigen Immigrantien untersucht haben.
00:21:01: Also es war schon Anfang an klar, dass irgendwie so ein Stadtbezug hat und darüber habe ich mich dann eigentlich auch in der Dissertation genähert.
00:21:07: also Ich hab immer so diesen Bezug zur Stadt gesucht Hab ganz viel mit Mapping gearbeitet.
00:21:12: wir haben ein riesiges Archiv angelegt.
00:21:15: das war eigentlich schon so meine Vor-Dissertations.
00:21:17: also ich hab da glaube ich schon irgendwie erst mal ewig daran gearbeitet.
00:21:23: Projekt haben wir ein digitales Archiv.
00:21:25: Ich war für New York zuständig und habe eben sozusagen alle exzellierten Fotografen und Fotografen, die ich recherchiert hab als auch Institutionen, Kontaktzonen auf einer Karte verortet.
00:21:35: Das ist digital zugänglich.
00:21:37: also sie können heute ihren ganzen Abend und die Nacht in diesem Archiv verbringen wenn Sie wollen und haben dazu eben so Archiveinträge verfasst mit Bildmaterial und darüber habe ich mich dann dem Thema genährt.
00:21:50: und dann muss sich es eigentlich nur noch irgendwie eine Reihenfolge bringen Migurin einteilen und schnell schreiben.
00:21:56: Und dann war mit Wattisboot fertig,
00:21:58: genau!
00:22:00: Aber wie lange hat es denn gedauert tatsächlich?
00:22:02: Also ich
00:22:02: habe insgesamt
00:22:03: sechs Jahre
00:22:04: daran recherchiert gearbeitet.
00:22:05: die Schreibzeit war glaube ich so
00:22:07: zwei Jahre
00:22:08: aber so dieser ganze Prozess
00:22:11: ja
00:22:12: war lang.
00:22:12: Jetzt hast du in einem Gespräch mit mir glaube ich hast gesagt das ging auch im Fotobücher
00:22:17: Genau.
00:22:18: also es gibt ein ganzes Kapitel.
00:22:20: tatsächlich erblätterte Bücher glaub ich heißt das ... oder erblättete Fotografien, also das Kapitel fünf.
00:22:29: Wo ich mich wirklich nur mit Fotobüchern auseinander gesetzt habe und zwar einmal ging es mir darum wie Bücher im Exil... Also Fotobücher im EXIL überhaupt publiziert werden konnten?
00:22:39: Also gab's da gewisse Exil-Verlage auch die sich untereinander gefördert haben wo man diese Bücher auch publiziert haben konnte.
00:22:47: was war denn das Besondere im EXil auch Fotobühler zu publizieren?
00:22:51: Da hab' ich zum Beispiel rausgefunden dass ist für viele einfach wirklich so eine Als mir so eine Selbstvermarktung war, um auch im Exil eine Sichtbarkeit zu erlangen mit Büchern.
00:23:00: Natürlich dann auch ne sehr wichtige ökonomische Einnahmequelle Bücher zu vermarkten.
00:23:05: Genau und da hatte ich verschiedene Themen unter die ich mir diese Fotobüche angeschaut haben einmal das große wie es ja schon in den zwanziger und dreißiger Jahren war so diese Metroponfotobücher.
00:23:16: also wo wirklich dann so Bücher einfach New York hiesen Wo sich da exhalierte Fotografinen eben dran gemacht haben oder dann eben
00:23:23: auch
00:23:25: Wie ist genannt haben so Straßen- und Milieustudien wie Fred Stein, der über die Fifth Avenue ein Fotobuch herausgegeben hat oder dann über Chinatown.
00:23:35: Und dann war noch ein letztes Kapitel wo es eher so um die künstlerischen Angrenzungen von Fotobüchern ging wie so Scrapbooks
00:23:46: und
00:23:47: so Fotoalben, die eben natürlich auch im Exil publiziert wurden.
00:23:52: Einmal eben auch sich um künstlerisch auszudrücken als auch bei den Scrapbook wirklich so ein Companion der fotografischen Erfolge zum Exil zusammen zu tragen.
00:24:04: Noch eine letzte Frage dann von mir zumindest.
00:24:06: Warten die dann auch so in der Community vor Ort in New York?
00:24:08: Gab es dann so Gemeinschaft zu klicken, dass man sich getroffen hat untereinander?
00:24:13: Sehr unterschiedlich!
00:24:14: Also es gab welche, die haben sich untereinander gekannt.
00:24:17: Zum Beispiel über Foto-Argenturen... ...dann welche auch zusammen Projekte gemacht haben.
00:24:23: oder es gab auch welche wie Rudi Burg hat.
00:24:27: Der hat in einer Straße gewohnt wo auch Ellen Auerbach gewohnte und auch Willem de Kooning.
00:24:34: Die haben alle in einem Haus gewohnten und haben da wirklich zu ihrer eigenen Community im Kontaktzone gehabt und sich gegenseitig inspiriert fotografiert gemalt.
00:24:44: Und dann gab es welche, die aber auch total alleine waren für sich alleine gearbeitet haben.
00:24:48: Also sehr heterogen.
00:24:50: Ja, sehr schön!
00:24:51: Das können Sie noch mal nachschauen im Buch?
00:24:53: Genau,
00:24:54: also das Buch ist Open Access verfügbar und seit diesem Jahr war es mir ganz wichtig als englische Ausgabe erschienen
00:25:04: – auch Open
00:25:05: Access bei Löwen.
00:25:07: Dann zu dir mal Lotte, einmal das Mikrofon rüberreichen.
00:25:11: Lotte du hast hier in der Hochschule München seit etwas mehr als einem Jahr die Professur inne mit dem Titel Fotografie und Identität.
00:25:20: Für mich klingt das irgendwie fast so als könnte es gegenwärtiger nicht sein.
00:25:23: im Moment würde ich fast sagen Aber was hat es damit auf sich?
00:25:26: Also was bedeutet Identität für dich Und respektiv auch für die Hochschulen sozusagen
00:25:32: Genau.
00:25:33: also ja wenn man Wikipedia fragt dann kommt da so eine Antwort dass Identität sozusagen die Gesamtheit der Merkmale sind, die einen Objekt oder eine Person von den anderen unterscheidbar macht.
00:25:49: Das wäre erstmal so ne ganz grobe Erklärung vielleicht.
00:25:55: und die Frage ist wie ist das mit Fotografie?
00:25:58: Oder was hat es mit Fotographie zu tun?
00:26:00: Und da muss man glaube ich ein bisschen in die Geschichte gehen Und auch ein bisschen in die Soziologie, so tue ich es zumindest.
00:26:09: Ich betrachte Identität als Herrschaftstool oder Werkzeug um Menschen zu kategorisieren und in Gruppen zu unterteilen.
00:26:21: könnte man sagen.
00:26:23: Kennen Sie diesen Begriff Teile und Herrscher?
00:26:25: Das ist eigentlich aus der Kriegsführung, aber so macht man quasi große Gruppen.
00:26:31: Wenn man sie in kleinen Gruppen unterteilt, dann kann man sie eben besser sozusagen dahin bewegen, wo man sie haben möchte.
00:26:38: Und ich glaube, unter so einem Aspekt betrachte ich zumindest in meiner Lehre und auch in meiner eigenen Arbeit sozusagen Identität als etwas was einerseits natürlich Gemeinschaften schafft also Sag mal Räumenschaft, in denen sich Menschen, die vielleicht Vorstellung von normal oder so widersprechen sozusagen wo sie eben gleichgesinnt zu finden.
00:27:03: Aber andererseits ist es eben auch wenn man Frauen- oder People of Color oder arabische Menschen in Deutschland anschaut dann sind das einfach auch Kategorien mit denen man bestimmte Gewalt ausübt.
00:27:22: sag mal so.
00:27:23: Und das, wie die Fotografie sozusagen da rein verwickelt ist.
00:27:27: Das ist ein Thema was wir im Unterricht immer wieder behandeln.
00:27:31: Es ist einen Kurs zum Beispiel den ich anbiete im zweiten Semester der heißt andere betrachten und es kommt eigentlich auch in soziologischer Begriff des authoring gemeint eben dass man sozusagen also eine Gruppe sich identifiziert darüber dass sie andere ausgrenzt.
00:27:47: Also sozusagen manchmal entsteht erst ein Gemeinschaftsgefühl indem man sagt Ihr gehört nicht dazu.
00:27:53: Dann wird es erst klar, wenn man zum Beispiel Nationalitäten anschaut dann ist das auch so eine lange Geschichte und die Fotografie hat ja über so vielleicht also überhaupt einfach ne lange Zeit der Kolonialzeit und die Entwicklung Entstehung der Fotografies sozusagen schon in dieses.
00:28:11: wir machen uns ein Bild von Menschen was dieses Bild, also ich sage manchmal im Unterricht so etwas wie Bilder machen Leute.
00:28:19: Kleider machen Leute kennen wir alle aber Bilder eben genauso.
00:28:22: und diese Annahme sozusagen das ein Bild, ein fotografisches Bild, so ein Objektives... Also dass eine Fotografie an sich ein objektives Werkzeug sei Das stelle ich zum Beispiel in Frage.
00:28:37: Ich glaube es produziert einen ganz bestimmten Blick auf die Welt Ein technischen einerseits Aber auch Blick, den wir als neutral vielleicht definieren.
00:28:47: Der aber ja nur neutral aus einer Perspektive ist nämlich der Beherrschende.
00:28:52: und sag ich jetzt einfach
00:28:53: mal so
00:28:55: genau.
00:28:56: Und über diese Geschichte machen wir uns Gedanken.
00:28:59: Wir lesen Texte von Stuart Hall das Spektakel des anderen wo sozusagen die Filmgeschichte durchgesprochen wird, wo es um Stereotypen geht und genau also wer sich ein bisschen auskennt dann weiß man eben Bertha Foundation Schlüsselwerk der amerikanischen Geschichte, wo sozusagen Rollen festgeschrieben werden die sich dann ungefähr hundert Jahre lang halten.
00:29:20: Also Zuschreibungen zu bestimmten Hautfarben Genau.
00:29:25: und dann lesen wir Audre Lorde Was lesen weh noch?
00:29:30: Civil Contract of Photography falls ihr das was sagt von Ariella Azulei So genau.
00:29:35: also ich komme so ein bisschen aus der dekolonialen Ecke und so machen wir auch den Unterricht.
00:29:43: Meine eigene Arbeit ist sozusagen Wurzelt in so autobiografischen Projekten, die sich dann quasi nach meinem Abschluss dahin bewegt haben dass ich eben andere Menschen oder mit anderen Menschen gemeinsam sich deren Leben... Wir schauen uns quasi deren Lebensgeschichte an beziehungsweise die Merkmale warum sie als anders wahrgenommen werden und habe darüber künstlerische, fotografische Projekte gemacht.
00:30:11: Genau so verbindet sich das dann eben mit zu einem bisschen einer Situation von sich selbst.
00:30:17: also wo schaue ich eigentlich?
00:30:19: Wer bin ich?
00:30:20: Wer ist diejenige die schaut?
00:30:22: Und was für eine Perspektive bringt diese Person mit?
00:30:25: Das heißt ich schau ein bisschen in die eigenen Biografien hinein auch von den Studierenden und dann bewegen wir uns von daraus sozusagen in die Welt Genau.
00:30:36: Was macht dieser Blick?
00:30:37: Und wie kann ich den bewusst
00:30:40: machen,
00:30:41: vielleicht
00:30:41: auch umsteuern,
00:30:43: also Stichwort Selbstbestimmung und so weiter?
00:30:46: Da muss man jetzt vielleicht nochmal ... Deine eigene Identität hat da ja auch damit zu tun.
00:30:51: Vielleicht würdest du kurz beschreiben...
00:30:54: Ja!
00:30:55: Also genau Peripher würde ich sagen.
00:30:58: Ich habe seit ... ... ein, zwei Jahren oder so identifiziere ich mich als nicht wie mehr.
00:31:04: Das heißt, ich bin nicht Frau und nicht Mann!
00:31:06: So verstehe ich mich.
00:31:07: Das ist aber eine ganz späte Entwicklung sozusagen... Oder einfach.. Ich habe das Gefühl es ist keine Entwicklung, sondern es gibt plötzlich einen Wort dafür.
00:31:14: Und genau da hab' ich so gesagt, ach ja genau, das kenn ich, das Gefühl kenne ich.
00:31:19: Und ähm, genau, dass spielt sozusagen in Nichts, in dieser Frage nach.
00:31:25: also ich glaube der hat eher diese Frage nach dem Konzept von Weiblichkeit oder grundsätzlich, dass wir sozusagen binär denken, dass es entweder Oder gibt.
00:31:34: Das war sozusagen schon immer... Da konnte ich mich glaube nicht so sehr drin wiederfinden und das hat sozusagen ganz früh schon an mir gearbeitet.
00:31:43: Und jetzt hatten wir einen Schritt gemacht mit der Gesellschaft finde ich und jetzt wird's wieder verdreht.
00:31:49: Jetzt geht sie wieder in die andere Richtung habe ich so verteilbar den Eindruck.
00:31:54: Aber da können wir dann gerne in einer kleinen Runde nochmal, das ist ein riesen Konzept darüber zu sprechen.
00:32:02: Kommen wir jetzt mal, warum wir hier sind auch auf das Foto-Buch?
00:32:05: Auf jeden Fall danke für deine Offenheit auch da drüber zu sprechen!
00:32:11: Du wirst in ein paar Wochen bei uns in der Jury beim Deutschen Foto Buch sein.
00:32:15: Welchen Fokus setzt du wenn du auf Fotobücher schaust?
00:32:18: oder das wirst du ja machen müssen sozusagen von uns berufen.
00:32:23: Zum einen aus der Sicht der Lehre hatten wir auch eingeführend gesagt, dass du da so ein bisschen dann gucken sollst was spielt da eine Rolle?
00:32:31: und im anderen auf den Hinblick auf die gegenwärtigen praktischen Interessen der Studierenden.
00:32:37: also spielt das Foto Buch eine Rolle wenn ihr solche Themen auch besprecht?
00:32:41: Da gibt es ja dann auch jede Menge Beispiele.
00:32:43: Ja also genau für mich ist das Fote Buch sozusagen wie so ein Schlüssel.
00:32:51: ich habe mal das Gefühl Das Foto hat eigentlich nirgendwo einen besseren Platz als in einem Buch, weil es einfach so ein Multiple ist.
00:33:00: Ich kann auch Text dabei stellen und ich habe die Ausstellung in der Tasche.
00:33:04: Und ich hab immer das Original in der Hand, das ist ganz toll!
00:33:07: Ich bin deutsch-niederländisch sozialisiert sozusagen ausgebildet und das Dutch Book Design also das Niederländerische... Ja, Buchdesign oder auch Fotobuchdesign hat irgendwie einen ganz großen Einfluss genommen.
00:33:24: Ich habe schon meine ersten Bücher sozusagen direkt nach dem Studium gemacht und schon in meiner Abschlussarbeit war so eine kleine Broschüre und Self-Publishing war damals gerade das so ein neues Ding.
00:33:38: Für mich ist es total wichtig – grad auch dieses serielle Denken!
00:33:41: Ich glaube Bilder sind oft ja wenn sie alleine unterwegs sind ... Flüchtig und wenn ich sie in eine Serie oder in einen Kontext stelle, dann habe ich ein bisschen mehr Macht sozusagen über das was das Bild eigentlich sagt.
00:33:56: Oder was es kommuniziert vielleicht ein bisschen.
00:33:58: Genau das wäre so das worauf ich... Ich hatte auch vorhin kurz gehört dass ihr jetzt so das autonome Foto Buch ist für mich Das, wonach ich eigentlich immer suche.
00:34:09: Dass sozusagen das Buch das Original ist.
00:34:13: In Deutschland mögen wir gerne Kataloge finde ich eher relativ für mich nicht so interessant.
00:34:19: Ich schaue lieber nach dem Kunstwerk.
00:34:20: genau also das ist etwas was mich jetzt so ganz persönlich mehr interessiert und die bei den Studierenden kann ich seh' ich es auch.
00:34:29: Also das Bucht taucht immer wieder auf.
00:34:30: Also jeder Abschlussarbeiten möchte eigentlich auch ein Buch sein.
00:34:34: Es gibt dann immer so eine Wand-Präsentation, aber eigentlich haben alle den Wunsch ein Buch zu machen.
00:34:39: Und genau es wird sehr viel analog gearbeitet und auch ganz viel oder sagen wir nicht hauptsächlich.
00:34:47: Aber ich komme aus einer Hybridenausbildung und wir haben alle wollten irgendwann nur noch digital arbeiten und ich merke gerade so dass es kippt die eigentlich gerne wieder Dishaptische haben wollen und auch so ein echtes Bild, also so ein echtes Foto.
00:35:03: Nicht so ein Ding was halt so dann im Ehtarum schwirrt und wieder weg ist.
00:35:08: Und da genau irgendwie das so zum Ding werden glaube ich Materialisieren spielt eine Rolle und etwas anfassen anwesend sein sozusagen nicht ätherisch.
00:35:20: Genau!
00:35:21: Das ist mir nochmal ne eigene Diskussion.
00:35:24: Dankeschön Herr Götzler.
00:35:25: Wenn man jetzt schon so viele Bücher gesehen
00:35:28: hat
00:35:28: wie Sie, was denken Sie, wenn wieder neue Bücher auf dem Tisch liegen?
00:35:35: oder sind es überhaupt neu?
00:35:37: Nach dem Motto Es ist schon alles gedruckt gezeigt und gesagt worden.
00:35:41: Wie ist Ihr Eindruck?
00:35:43: Naja die Fotografie selber erfindet sich ja auch immer wieder neu.
00:35:46: Es gibt neue Themen, es gibt neue Herausforderungen, es die die Fotografie aufgreift und die im Buch durchaus ihren Platz finden sollten.
00:35:59: Und die Einreichungen jedes Jahr sind ja glaube ich über dreihundert jetzt gewesen, zeigt dass das Fotobuch weiterhin lebendig ist wie sie sagten angestrebt wird.
00:36:10: gerade die jungen Fotografinnenfotografen wollen Bücher machen.
00:36:16: wenn man bei Ich sehe allerdings ein großes Paradox.
00:36:30: Wir haben gefühlt eine Million junge Menschen, die Fotografen werden wollen.
00:36:36: Eine Million, die einen Foto-Buch machen wollen und wenn man am Ende eines solchen Gesprächs fragt eigentlich nicht zu sagen.
00:36:52: Also das heißt auf der einen Seite ist die Aufmerksamkeit
00:36:55: groß,
00:36:56: wir sehen es auch an den Büchern über Bücher.
00:36:59: also das Fotobuch ist im Gespräch wie noch nie.
00:37:03: Es gibt Ausstellungen zum Thema Fotobuch.
00:37:05: Fotobücher sind mittlerweile eigentlich Teil jeder Retrospektive, was vor einigen Jahren auch noch nicht der Fall war – also ob man jetzt German Kohl oder andere Klassiker ist es immer auch das Buch mitreflektiert in den Ausstelligungen.
00:37:19: aber wir haben einen Kulturstaatsminister die Erweiterung der Staatsbibliothek oder Nationalbiblothek in Leipzig meint verschieben zu können weil das Buch nicht mehr relevant ist.
00:37:32: Wir haben immer weniger Buchhandlungen, analog sage ich mal.
00:37:37: Natürlich kann man sich Bücher auch übers Internet bestellen aber ich will ja erst Mal gucken.
00:37:41: Ich will ja Entdeckungen machen.
00:37:43: Ich will auf Spuren kommen die ich eigentlich noch gar nicht vermutet habe.
00:37:48: In München Fotobuchhandlung?
00:37:51: Nichts.
00:37:53: Hamburg, Sauter und Lackmann Geschichte Fotobucht Handlung im Deichthorhal Geschichte Köln Markus Schaden Geschichte.
00:38:03: Es fehlt also an Buchhandlungen, also an Orten wo man über Bücher reden kann und wo man Bücher entdecken kann.
00:38:10: Es fehlen entsprechende Bibliotheken die Fotobücher konsequent sammeln Und zwar in ihrer gesamten Erscheinung.
00:38:21: Also wir haben ein wunderbares Zentralinstitut, aber viele Klassiker fehlt.
00:38:24: zum Beispiel der Schutzumschlag.
00:38:26: Wenn Sie Mario von Bukowitsch das Berlin-Buch suchen Das ist zwar da, aber ohne Schutzumschlag den Schutzummlag zu kriegen Ist schon mal schwierig.
00:38:34: Es fehlt eigentlich ein nationales Institut für das Gedruckte.
00:38:39: Das betrifft nicht nur das Buch, es betriffe auch Zeitschriften Illustrierte.
00:38:44: Wir haben in Deutschland eine im Grunde Riesentradition.
00:38:47: Das Fotobuch wurde in Europa erfunden und in Deutschland, in den Zwanzigerjahren ganz entschieden gepflegt und weiterentwickelt.
00:38:56: Eben im Kontext von Bauhauskonstruktivismus
00:38:59: usw.,
00:39:00: in Niederlanden des Style.
00:39:01: also das sind wirklich die Höhepunkte der Fotobuchtkultur auch in Frankreich Und da fehlt eben eine politische Sensibilität, um hier tatsächlich mal ein Zentrum für das Gedruckte zu schaffen.
00:39:14: Ich plädiere immer wieder dafür aber ich habe das Gefühl dafür ist im Moment wirklich...
00:39:18: Also drum sind wir ja dran mit dem deutschen Fotobuchpreis wo ja alle eingereichten Bücher in die staatliche Bibliothek Regensburg eingehen so einen Archiv jetzt nachzubilden wenigstens.
00:39:33: Also alle Bücher, die Sie hier sehen plus auch die, die ausseudiert wurden werden Teil der staatlichen Bibliothek Regensburg.
00:39:40: Ich will aber noch ein bisschen mehr Wasser in den Weingießen, wenn es gestattet ist.
00:39:44: Das war mir schon klar!
00:39:46: Buchverlage immer weniger.
00:39:49: Die vielen Einreichungen beim Fotobuchpreis Wie viele sind verlags finanziert?
00:39:54: Wahrscheinlich kein einziges.
00:39:55: Es sind immer die Omas, die den jungen Leuten Geld geben.
00:39:58: Es gibt keinen Verlagen mehr ein Buch aus Eigeninitiative publiziert.
00:40:06: Die Verkäufe, also zum Beispiel, bei der Ausstellung TWEN haben wir pro zehn Besuchern einen Katalog verkauft – eins zu zehn, heute ist es eins zu hundert.
00:40:20: Wir hatten gerade die Ausstellung Rikopulmann in Berlin.
00:40:23: Sechsundsechzigtausend Besucher, sechshundert verkaufte Kataloge.
00:40:27: also das ist dann die Realität auf der anderen Seite.
00:40:30: Die Bücher sind vollkommen fehlkalkuliert.
00:40:32: Sie müssten eigentlich jedes Buch tausend Euro kosten wenn man alles einrechnet.
00:40:37: Die Künstler beuten sich selbst aus nur um einen buch zu haben.
00:40:40: Also dass es dann die Kehr-Seite.
00:40:42: Es verdienen eigentlich nur die Papierhersteller die Binde anstalten die Verleger im Grunde auch noch ein bisschen was Aspekte, die damit reinragen.
00:40:52: und bei aller Freude über das Buch, das Fotobuch muss man das einfach auch mit ins Gespräch bringen.
00:40:59: Ich habe nach drei Büchern aufgegeben weil ich alles, also ich hab alles finanziert bekommen aber es war alles meine Arbeit.
00:41:09: Die Verlage haben nichts oder wenig gezahlt gemacht und genau das ist er so ermüdend.
00:41:15: Das ist toll.
00:41:18: Also das gilt auch für Dissertationen, ist genau dasselbe.
00:41:23: Ich musste alles selber sein und habe es nur mit Stiftungsgeldern zusammengekriegt und das war nicht wenig.
00:41:31: Und ganz viele bei mir publizieren dann eben einfach nur Open Access über die LMU-Mittel oder Datenbank aber schaffen uns nicht irgendwie so ein riesiges schönes Buch zu publizierend was mittlerweile sehr teuer geworden ist getragen
00:41:48: wird.
00:41:48: Also eigentlich fehlt uns der Markt sozusagen?
00:41:50: Ja ja, also vieles wannert ihr dann auch durch die ganze Welt!
00:41:52: Also viele drucken ja dann auch in Slowenien, China oder ganz anderen Ländern und klar das ist natürlich denn auch viel teurer wird wenn dein Buch erst nur durch die ganzen Welt reisen
00:42:03: muss.
00:42:04: Kürzlich ganz kurz nochmal beim Thema Buch bleiben.
00:42:10: Worauf schauen Sie als erstes, wenn Sie jetzt bei uns in der Schule mit dabei waren und dabei sind?
00:42:15: Was spricht sie da als Erstes an?
00:42:17: Ist es die Fotografie selber?
00:42:19: Ist das Thema... ist es die Bindung des Layouts.
00:42:24: Was hofft sich so als erstens an?
00:42:26: Im Idealfall das Fotobuch ein Gesamtkunstwerk, also bestehend aus all diesen Elementen.
00:42:34: Gute Fotografie alleine macht es nicht.
00:42:37: Es macht im Grunde die Ausstattung, es macht des Designs, es ist layout und die Typographie.
00:42:44: Es auch oft einen historischen Hintergrund, der eine Rolle spielt.
00:42:51: Druck ist es nicht immer.
00:42:52: oder Qualität des Drucks.
00:42:53: Es gibt dieses wunderbare Buch von von Ilya Ehrenburg, mein Paris von der Zeitungskrise in Moskau gedruckt.
00:43:01: Miserable gedruckte, also in Zeitungsdruck eigentlich.
00:43:04: Aber man ... Der Druck transportiert die Armut auch des Gesagtenes Elend in Paris.
00:43:10: Also das Intriton wäre irgendwie verfehlt.
00:43:13: Passt also alles!
00:43:15: Typographie von Eli Sitzki, also besser geht es eigentlich nicht.
00:43:20: Oder La Maurély Statue von Pierre-Jean, aus dem sie aus der Niveau erschienen.
00:43:27: Ein Buch mit sehr selten Auflage sechshundert.
00:43:30: Da hat mich immer auch die Peripherie interessiert.
00:43:34: Das Buch ist erschienen in einer wirklichen Notzeit, nach fünfundvierzig.
00:43:37: Also in Frankreich herrschte pure Not des Baguettes wurde noch mit Stroh versetzt wenn man nicht genug Weizenmehl hatte und dann machen die so ein Buch.
00:43:46: also großartige Fotografie.
00:43:48: es geht im Grunde um um die metallen Statuen in Paris, die von den deutschen Abmontieren eingeschmolzen wurden.
00:43:56: Der Pierre-Jean hat auf einem Hinterhof, der die entdeckt hat, fotografiert.
00:44:01: Angesichts der Kräuter Konzentrationslager meinte er das wäre eigentlich eine periphere Geschichte.
00:44:06: Jean Cocteau hat es dann entdeckt, sagte das ist eine Wahnsinnsache und hat mit einem wunderbaren Verlag ein Buch gemacht.
00:44:14: Das wirklich großartig ist.
00:44:16: also da spielt auch der historische Hintergrund eine Rolle.
00:44:19: Also ich schaue mir bei Büchern wenn wir jetzt auf den Fotobuchpreis gucken immer auch an Wie hat sich der Fotograf oder die Fotografin eingebracht?
00:44:29: Ist es ein Langzeitprojekt, haben die Leute sich wirklich hier in der Weise eingebracht und investiert an ihrem Thema geblieben.
00:44:40: Kann man das an dem Buch irgendwie erkennen gibt's Zusatzinformationen Layout, Bindung, Sonderpapiere, Papiere.
00:44:49: Und da ist mir natürlich aufgefallen dass die studentischen Arbeiten eigentlich viel besser sind als die Verlagsprodukte.
00:44:56: also das ist wirklich nur acht fünfzehn und das ist auch ein bisschen des Traurige dass diese Produktionen den Markt bisschen überschwemmen und man irgendwo da einer Sättigung angekommen ist.
00:45:08: Eigenverlegten Bücher und die studentischen Bücher waren eigentlich immer die Interessanteren.
00:45:13: Da haben wir uns auch wahnsinnig schwergetan, weil sie irgendwie alle gut waren.
00:45:17: Ganz schrecklich waren die Technikbücher.
00:45:19: das ist zum Beispiel ein Segment es is over also diese ganzen Ratgeber-Kamerapücher.
00:45:23: Ist auch interessant wie hier Formate sich völlig... Wie die verschwinden vom Markt?
00:45:29: Wir haben immer gesagt ein richtig gutes Technikbuch müsste es doch mal geben gibt's aber nicht.
00:45:34: Coffee Table ist eigentlich auch ein bisschen am verschwinden.
00:45:38: Aber diese Autorenbücher, die sind eigentlich immer noch ein großes Thema Bücher in denen sich eine Fotografin verwirklichen kann im Bild und im Text In der Typografie im Layout, in der Wahl der Papiere was aber auch kam schon immer schwieriger wird.
00:45:57: Also Scheufel entpleite kann man sich gar nicht vorstellen.
00:46:00: Erfinder des gestrichenen Papiers verschwindet vom Markt.
00:46:03: also das sind alles so Dinge wo man schon ein bisschen traurig wird muss ich sagen in einem Land Und Heidelberger Druckmaschinen steigt ins Rüstungsgeschäft ein.
00:46:13: Also sorry, wo sind wir denn?
00:46:15: Das ist wirklich der Paradigmenwechsel, der mich ratlos macht.
00:46:19: Immer in Roland wird es wahrscheinlich auch morgen nicht mehr geben.
00:46:22: Entschuldigung, hoffentlich schneidet ihr das raus.
00:46:24: Nicht dass ich da nur den Aktienmarkt beeinflusst
00:46:29: habe.
00:46:29: Nein!
00:46:31: Steidl
00:46:31: hat sich ja schnell noch eine Emma in Roland gekauft, weil er sagt, ich weiß nicht wie lang es diese Firma noch gibt.
00:46:35: Also das ist alles so ein bisschen der Punkt.
00:46:38: umso schöner, dass ihr das mit dem Foto-Buch macht und auch das Fotobuch sichtbar macht.
00:46:43: Das ist ganz wichtig.
00:46:45: aber was mir eben fehlt ist sagen wir mal ein breites Wissen in der Bevölkerung Ein bildungsbürgerliche Wertschätzung dieses Mediums.
00:47:00: weitesten Sinne verloren geht.
00:47:02: Man sieht es auch an den nicht mehr stattfinden Rezensionen in der gedruckten Presse, sage ich mal.
00:47:10: Es wird immer irgendwie auf die Bilder eingegangen.
00:47:12: was ist zu sehen?
00:47:13: aber wie ist das Buch gemacht?
00:47:14: Wie blättern sich schon?
00:47:16: Bindung ist ein Riesel also überbindung spricht kein mensch ist aber ganz wichtig.
00:47:19: brauche ich beide Ellenbogen um dieses buch irgendwie zu stabilisieren oder liegt schön weich lässt er sich gut plättern.
00:47:25: Blätterverhalten sind alles wichtige Dinge, die eigentlich nie zur Sprache kommen.
00:47:31: Sie können das alle gerne dann noch erleben.
00:47:33: also die Bücher haben das alles ganz verschiedene Bindungen für verschiedene Papiere.
00:47:38: Also dieses Erleben-Fotobuch ist hier auf jeden Fall möglich.
00:47:43: Ja wir sind jetzt hier schon fast bei der Juryierung.
00:47:46: schon deswegen Lotte nochmal an dich gefragt Prognose für die Jurysitzung glaubst du?
00:47:52: Wir werden mehr Bücher sehen wie KI Themen verhandeln.
00:47:56: Oder erleben wir einen Backlash hin zur klassischen analogen Barit Ästhetik in den Büchern?
00:48:01: Du hast es gerade schon ein bisschen angedeutet.
00:48:03: Also ich glaube, ich glaube das hält sich die Waage so.
00:48:08: zumindest kriege ich das mit im Unterricht.
00:48:10: Es gibt immer wieder Studierende, die schwarz-weiß arbeiten und auch unten ins Fotolabor gehen also in den Darkroom.
00:48:19: aber es gibt genauso Arbeiten mit Bildgeneratoren.
00:48:24: Von daher, ich weiß nicht.
00:48:26: Vielleicht ist es beim Fotobuch noch ein bisschen weniger KI-lastig?
00:48:35: Aber ich meine... Ich kann ja auch nicht in die Zukunft schauen.
00:48:38: Und wir werden's dann letztendlich sehen.
00:48:39: Vielleicht kann man die da herausnehmen.
00:48:42: Man ist immer die Frage.
00:48:43: Kann man das dann sehen in den einzelnen Fällen oder nicht?
00:48:48: Eleni auch nochmal eine Schlussfrage über einen letzten Ankerpunkt.
00:48:54: Du hast dich in deiner Dissertation ja mit Exilfotografinnen in New York beschäftigt.
00:48:59: Wie ist dein Blick aktuell auf die Fotografie, auf den Umgang mit fotografischen Bildern?
00:49:05: Gibt es etwas wo du gedacht hast das lässt sich damals vielleicht sogar vergleichen?
00:49:10: Ja, also ich finde einen Zitat total schön und es steht auch ganz am Anfang im Frontispies für meinem Buch von Andreas Feininger der gesagt hat Photography is a Universal Language.
00:49:22: Und das finde ich eigentlich was... Wir jahrhundertelang immer noch sagen können, also das Fotografie ein Universitätsmedium ist was über Grenzen, über Länder, über Regionen hinweg einfach funktioniert.
00:49:37: Das ist ein visuelles Medium womit sich alle verständigen können und das finde ich etwas...
00:49:43: Damals
00:49:44: gegäuten hat und für die überlebenswichtig waren, auch noch heute gilt.
00:49:47: Und ich glaube wichtiger denn je ist!
00:49:50: Ich glaub mit Fotografie da sehr viel bewirkt werden kann, sei es über Fotobücher, Fotoausstellungen... Mit Studierenden sich ein fotografischer Werk nähern, die anzusehen und einfach auch was ich bei mir in der Lehre einfach immer merke wirklich so von diesen Bildern an sich auszugehen also wirklich vom Objekt aus zu gehen und zu überlegen Wenn ich überhaupt gar keine Hintergrundinformation weiß, was kann ich da rausholen?
00:50:17: Was ergeben sich für mich an Knüpfungspunkte.
00:50:21: Wie kann ich meinen Alltag damit verknüpfen und was entstehende Verfragen?
00:50:25: Das kann man mit der Fotografie wunderbar machen.
00:50:29: Wir haben jetzt eine letzte Frage nochmal an Herrn Kötzle Thema Digitalität.
00:50:37: noch mal Herr Kötze auf Fotobücher.
00:50:39: wir werden nämlich immer wieder darauf angesprochen Ob es Sinn machen würde, das eventuelle als eigene Kategorie oder so anzugeben.
00:50:49: Also es kommen immer wieder Mails.
00:50:51: Oder das sichtbar zu machen, das zu kennzeichnen wie ja der deutsche Foto-Rat ist auch quasi beschlossen hat... ...oder wie ist das eigentlich mit dem eBook?
00:51:00: Da kommen auch immer wieder Fragen kann das überhaupt funktionieren?
00:51:05: Genau!
00:51:05: Kann das funktionieren oder ist das
00:51:07: Quatsch?!
00:51:08: Naja, E-Book gibt's natürlich und der E-book ist ein Medium um am Strand irgendwas zu konsumieren.
00:51:15: Aber solange man Buch als etwas haptisches Betrieb in seiner Materialität auch wertig ist, ist es eigentlich keine wirkliche Konkurrenz.
00:51:24: also gerade beim Fotobuch ich meine bei literarischen Bücher und Paperback und so weiter spielt es keine Rolle, aber das Fotobuch zeichnet sich für mich immer noch durch seine Materialität aus.
00:51:35: Und das werden auch alle die hier sind und als Fotografen fotografenden Büchermahnen bestätigen dass das Buch in der Hand einfach ein ganz einfaches wichtiges Medium ist.
00:51:46: Es braucht auch kein Strom.
00:51:48: Es ist nicht kaputt, wenn es runterfällt.
00:51:50: Es hat eine gewisse Halbwärtszeit und eine gewissen Dauer.
00:51:54: also wenn die Bibliothek nicht gerade verbrennt wie bei Manfred Heiting in Los Angeles dann sind Bücher relativ stabil.
00:52:00: ich erlebe es an mir selber dass ich manche Texte aus meinen alten Publikation abschreibe weil die Rechner mittlerweile die zwanzigste Generation.
00:52:08: alles ist irgendwie verschwunden.
00:52:10: das Buch im Regal ist eigentlich für die Ewigkeit und sehr immer ganz gut wenn man Goethe zitiert denn was du schwarz auf weiß Besitzt kannst du getrost nach Hause tragen.
00:52:19: und es gilt natürlich auch für das Fotobuch.
00:52:22: Und ich habe noch ein schönes Zitat vom Direktor der staatlichen Bibliothek in Regensburg, mit der wir zusammenarbeiten.
00:52:28: Das Buch hängt sich nicht auf!
00:52:33: Danke für quasi einen schönen Schlusswort.
00:52:36: auch und das Bledouet zum Thema Fotobuch.
00:52:38: da machen wir jetzt hier mal einen Punkt.
00:52:41: ganz herzlichen Dank an Helene Roth, Lotte Reimann.
00:52:50: Ja, an dieser Stelle mache ich für die heutige und erste offizielle Folge von Fotografie Neut Denken Live vor Ort erst mal einen Punkt.
00:52:57: Die Ausstellung der ausgezeichneten Bücher des Jahrgangs fünfundzwanzig sechsundzwanziger läuft noch bis zum neunzehnten siebten in München im Institut für Kunstgeschichte in der Zentnerstraße einund dreißig Montag bis Freitag von neun bis zwanzig Uhr und Samstags von zehn bis zwanzig Uhr.
00:53:14: Ihr habt ihr beim Zuhören auch sofort an bestimmte Bilder, Bücher, Fotografinnen denken müssen.
00:53:19: Dann teilt eure Gedanken super gerne mit mir und schreibt mir eine Mail an podcastatfotografieneudenken.de.
00:53:27: Wenn ihr eine interessante Veranstaltung habt zum Thema fotografische Bilder, Fotographie, KI, Fotosophie, Fototheorie
00:53:34: usw.,
00:53:35: dann meldet euch gerne und wir schauen was wir gemeinsam machen können.
00:53:39: Auch hier einfach eine Mail.
00:53:41: Ja, ab achten August sind die Bücher dann in Karlsruhe im Regierungspräsidium vom elften bis zum dreizehnten September in der Kunsthalle Düsseldorf und danach sind wir auf der Frankfurter Buchmesse mit den Nominierten des deutschen Foto-Buchpreises also den ganz frischen Büchern.
00:53:57: Die gerade eingereicht und dann frisch von der Jury nominiert werden und zwar vom siebten bis zum elften Oktober.
00:54:03: zwanzig sechsundzwanzig in Halle drei null!
00:54:07: Den Ticketrabatt gibt es dazu über unsere Newsletter also ganz schnell eintragen unter deutscher Fotopreis, slash Newsletter.
00:54:15: Wenn euch diese Episode gefallen hat, teilt sie mit euren Kollegen und Freunden, drückt auf Abonnieren und hinterlasst mir super gerne eine fünf Sterne Bewertung auf Spotify oder Apple Podcast!
00:54:27: Vielen Dank fürs dabei sein.
00:54:29: Ciao ciao!
00:54:39: Schreibe uns eine Mail
00:54:40: an PodcastEd
00:54:41: Fotografie neu denken.de.
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