Hans-Michael Koetzle
Shownotes
In dieser Episode geht es um die Festrede von Hans-Michael Koetzle, die er am 22. November 2025 vor der Preisverleihung in Regensburg gehalten hat. Anlass war, der Deutsche Fotobuchpreis feierte sein 50-jähriges Bestehen. Ein halbes Jahrhundert, in dem sich die Art, wie wir Bilder produzieren und betrachten in zehntausenden von Fotobüchern manifestiert hat. Ein halbes Jahrhundert in dem sich die Fotografie gewandelt hat.
Unter dem Titel »Zufluchtsorte im Datenmeer« wirft der Münchner Fotohistoriker und Kurator einen fundierten Blick auf die Geschichte dieser Auszeichnung. Von den Anfängen als »Kodak Fotobuchpreis« in den 1970er Jahren bis hin zum heutigen Standort in Regensburg.
Koetzle setzt sich in seinen Bemerkungen kritisch mit der zunehmenden Digitalisierung auseinander und stellt die Frage: Welchen Stellenwert hat das Gedruckte heute noch? Er zeichnet das Fotobuch dabei als einen analogen Ankerpunkt, der ganz ohne Strom, WLAN oder Updates auskommt.
Wir schauen uns heute an, warum das Fotobuch trotz – oder gerade wegen – der digitalen Flut als »genialer Wissensspeicher« überlebt hat und warum es heute wichtiger ist denn je, handwerkliche Exzellenz auszuzeichnen.
Kleine Anekdote: Laut eigenen Angaben besitzt Hans-Michael Koetzle etwa 15.000 Fotobücher. Der Großteil ist in seiner Wohnung in München. Nicht nur das ist ein Grund dafür, dass er immer wieder Teil der Fotobuchpreis-Jury ist.
Hans-Michael Koetzle ist der »Grandseigneur of Photobooks«. Bereits seit den 1990er Jahren ist er immer wieder in der Fotobuchjury. 2022 wurde er von der Deutschen Gesellschaft für Photographie mit ihrer höchsten Auszeichnung, dem Kulturpreis, ausgezeichnet. Er wurde 1953 in Ulm geboren und studierte Germanistik sowie Geschichte in München. Er arbeitete als Journalist und war Chefredakteur der Zeitschrift Leica World. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und Essays über Fotografie.
Foto: Susanne Suttner/Festival Fotografischer Bilder e.V.
Links
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https://deutscherfotobuchpreis.de/portfolio/hans-michael-koetzle-jury/
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Michael_Koetzle
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Episoden-Cover-Gestaltung: Andy Scholz Episoden-Cover-Foto: privat
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Idee, Produktion, Redaktion, Moderation, Schnitt, Ton, Musik: Andy Scholz
Der Podcast ist eine Produktion von STUDIO ANDY SCHOLZ 2020-2026.
Andy Scholz wurde 1971 in Varel geboren. Er studierte Philosophie und Medienwissenschaften an der Universität Düsseldorf, Kunst und Design an der HBK Braunschweig und Fotografie/Fototheorie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Er ist freier Künstler, Autor und Dozent. Seit 2012 unterrichtet er an verschiedenen Instituten, u.a.: Universität Regensburg, Fachhochschule Würzburg, North Dakota State University in Fargo (USA), Philipps-Universität Marburg, Ruhr Universität Bochum, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. 2016 wurde er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen. Seit 2016 ist er künstlerischer Leiter und Kurator vom INTERNATIONALEN FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER, das er gemeinsam mit Martin Rosner gründete. Im ersten Lockdown im Juni 2020 begann er mit dem Podcast und seit 2022 ist er Organisationsleiter vom Deutschen Fotobuchpreis, der ins INTERNATIONALE FESTIVAL FOTOGRAFISCHER BILDER in Regensburg integriert wurde. Er lebt und arbeitet in Essen (Ruhrgebiet).
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Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:16: Yeah, moin und herzlich willkommen zu meinem Podcast Fotografie neu denken.
00:00:21: Mein Name ist Andy Scholz.
00:00:26: Heute geht es um die Festrede von Hans-Michal Kötzel, die er am zwanzigsten November in Regensburg gehalten hat – ich war dabei nämlich anlässlich eines bedeutenden Jubiläums der Fotokultur.
00:00:39: Denn am XXI.
00:00:40: November, den wir mit dem deutschen Foto-Buchpreis sein fünfzigjähriges bestehen.
00:00:48: Ein halbes Jahrhundert in dem sich die Art wie wir Bilder produzieren und betrachten in Zehntausenden von Fotobüchern manifestiert hat.
00:00:57: ein halbes jahrhundert indem sich die Fotografie gewandelt.
00:01:01: Ob und wie sich das Fotobuch und mit ihm das fotografische Bild verändert hat, reißt Hans-Michel Kötzle in seiner Rede.
00:01:10: Unter dem Titel Zufluchtsorte im Datenmeer wirft der Münchner Fotohistoriker und Kurator Hans Michael Kötzel einen fundierten Blick auf die Geschichte dieser Auszeichnung und der Fotografie von den Anfängen als Kodak-Fotobruckpreis bis zum heutigen Standort in Regensburg.
00:01:32: Kötzler setzt sich in seinen Bemerkungen kritisch mit der zunehmenden Digitalisierung auseinander und stellt die Frage, welchen Stellenwert hat das gedruckte heute noch?
00:01:41: Er zeichnet das Foto-Buch dabei als einen analogen Ankerpunkt.
00:01:46: Der ganz ohne Strom WLAN oder Updates auskommt!
00:01:51: Wir schauen uns heute an warum das Fotobuch trotz oder gerade wegen der digitalen Flut als genialer Wissensspeicher überlebt und warum es heute wichtiger ist denn je handwerkliche Exzellenz auszuzeichnen.
00:02:04: Kleine Anekdote, laut eigenen Angaben – und Martin hat sie fast alle gesehen – besitzt Hans-Michel Kötzle etwa fünfzehntausend Fotobücher.
00:02:14: Der Großteil ist in seiner Wohnung in München.
00:02:18: Nicht nur das ist ein Grund dafür dass er immer wieder Teil unserer Fotobuchpreis Jury ist die die eingereichten Bücher begutachten.
00:02:27: Apropos, das Teilnahmeformular ist noch bis zum fünftzehnten Juni online unter deutscher Foto-Buchpreis.de.
00:02:34: Ich freue mich auf eure Kommentare, schreibt mir eine Mail und wenn ihr möchtet eine Sprachnachricht auch per Mail an podcastatfotografienneudenken.de.
00:02:44: Aber jetzt viel Freude erstmal beim Zuhören.
00:02:50: Ja lieber Herr Rosner, lieber Herr Scholz Liebe Anwesende Fotografinnen und Fotografen, Verleger, Designer, Freunde und Unterstützer des Foto-Buchpreises.
00:03:03: Wozu braucht einer eine Bibliothek um mit einem Zitat zu beginnen?
00:03:09: Wozu braucht einer eine bibliothek der nicht weiß was es heißt ein Buch im Vorbeigehen zu streicheln?
00:03:17: Warum braucht einer die Bibliothek der nicht weiss was es heisst in einem Buch nur so zu blättern?
00:03:24: Wer aber eine Bibliothek mit Recht besitzt, der weiß dass die Bücher nicht nur einen lesbaren Inhalt haben sondern auch eine fühlbare Stimmungsatmosphäre.
00:03:36: Eine sichtbare Aura und in Typografie und Einwand, eine Physiognomie ein Gesicht das einem das Herz warm hält wie die Porträtes der Freunde an der
00:03:48: Wand.".
00:03:49: Das Zitat meine Damen und Herren stammt von Bela Ballas Schriftsteller Kritiker bekannt vor allem als Theoretiker des Films, aber offensichtlich auch wie gehört ein klassischer Bibliomane der wohlgemerkten, neunzehnhundertdreiundzwanzig also im Jahr der Hyperinflation des Hitler-Putsches in München millionenfache Arbeitslosigkeit.
00:04:13: Der weitgehenden Verarmung einer bürgerlichen Mittelschicht offenbar nichts anderes wusste als diese Eloge auf das Mediumbuch zu
00:04:22: singen.".
00:04:24: Obbalasch bestimmte Bücher eine bestimmte Bibliothek vor Augen hatte, als er sein Lob liegt formulierte wissen wir nicht.
00:04:31: Eine Fotobibliotheke wird es kaum gewesen sein denn die große Zeit programmatisch gedacht der Fotoliteratur stand ja erst bevor wenn wir die Jahre zwischen nineteen hundert vierund zwanzig und neunzehntneinundzwanzig also die viel zitierten goldenen zwanziger als zeitfenster akzeptieren.
00:04:53: Indem ausgerechnet, indem durch Kriegrevolution eine Umwertung aller Werte in Deutschland die bis heute wegweisenden Titel – wir werden noch auf sie zu sprechen kommen – publiziert, kommentiert, gekauft, gesammelt wurden.
00:05:13: Zugegeben Fotobücher also mit Fotografien illustrierte Werke auf Papier gibt es seit den Anfangen des Mediums Fox Torbott's Pencil of Nature von eighteenhundert vierundvierzig, Anna Actins British Algae erschienen zwischen achtzehnhundert dreiundviertzig und achtzehundertdreiundfünfzig oder Maxime Ducans illustrierter Reisebericht aus dem Nahen Osten.
00:05:40: Von achtzehenhundert zweiundfünftig gelten als früheste Beispiele eines Bemühens fotografische Bilder über das Medium Buch in die Öffentlichkeit zu
00:05:51: tragen.".
00:05:52: Was das grünen Fotobücher eigentlich mehr Alben auszeichnet, die enthaltenen Fotos sind nicht gedruckt sondern als Originale eingeklebt.
00:06:02: Ein mühsames teures fehlender Reprotechnik geschuldetes Verfahr, dass allenfalls kleinere Auflagen möglich macht.
00:06:12: Erst die Erfindung der Halbton-Technik um nineteen hundert bescherte dem Foto Buch in unserem heutigen Sinne einen ersten Boom.
00:06:22: Doch die Technik war es nicht allein.
00:06:23: Hinzu kam das konstruktivistisch begründete Interesse am Massenmediumbuch sowie eine zunächst von den Futuristen, da der ersten Surrealisten vorgetragene Begeisterung für das Buch als Gesamtkunstwerk bestehend aus Bildfolge, Typolayout und schließlich Druck.
00:06:46: Speziell die Zeit zwischen den Weltkriegen entdeckte das Fotobuch autonome Kunstform, vergleichbar einer Skulptur einem Theaterstück oder einem Film.
00:06:58: Wiralph Prinz definiert und weiter die Fotografien verlieren ihren individuellen Status und werden in gedruckter Form.
00:07:07: Teil eines Ereignisses das wir Buch nennen waren noch die im Geist des Pictorialismus konzipierten Fotobücher wenig mehr als gut gemeinte Antologien zum Lob einer auslaufenden Kunstfotografie.
00:07:23: So wurde nun und dies markiert den wohl entscheidenden Unterschied gezielt, das heißt mit Blick auf ein klar definiertes Buchprojekt fotografiert bzw.
00:07:35: aus existierendem
00:07:36: Ausgewählt.".
00:07:38: Das Fotobuch avancierte zum idealen Botschafter photographischer Ideen- und Konzepte seien sie revolutionär konstruktivistischer, neu sachlicher oder surrealistischer Natur.
00:07:52: Schlüsselwerke der Zeit und des Genres wurden immer schon gekauft, gesammelt aufbewahrt.
00:07:58: Karl Bloßfelds Urfahnder Kunst von Renger Patsch Die Welt ist schön oder August Zanders Anletzter Zeit gelten seit jeher als vorbildhafte Leistungen in denen
00:08:09: alles
00:08:10: aufgehoben schien.
00:08:12: innovative Fotografie auf der Grundlage eines durchdachten Konzepts adäquater mitunter auch bewusst einfacher Zeitungs- oder Buchdruck, überlegte Gestaltung, zeitgemäße Typografie sowie ein angemessenes Format.
00:08:28: Nicht zu vergessen!
00:08:30: Ein programmatischer Text sei er vom Fotografen selbst oder einem exponierten Zeitgenossen.
00:08:36: Bücher wie die genannten haben immer schon Eingang in öffentliche oder private Bibliotheken gefunden wo sie dem Forscher oder Sammler von Arnold Crane bis Andre Jamm Hilfestellung boten wenn es um die Bewertungen dessen ging was letztlich den Markt in Bewegung hielt und hält, der originale Print.
00:08:57: Höchst selten freilich eigentlich nie war das Fotobuch selbst Gegenstand der Debatte.
00:09:03: Als sekundäres, populäres Industriell –
00:09:07: d.h.,
00:09:07: auch massenhaft hergestelltes Produkt – führte es eine Art Schatten da sein innerhalb des fotogeschichtlichen Diskurses.
00:09:15: Aber genau dies hat sich interessanterweise parallel zur Digitalisierung unserer Medienwelt nachhaltig geändert.
00:09:25: Vorbereitet haben diesen, nennen wir es ruhig Paradigmenwechsel gleich mehrere fundierte Ausstellungen und Publikationen seit den neunzehnhundertachtiger Jahren.
00:09:35: Genannt seien Titel wie Thomas Duggan's Interview Band Photography Between Covers aus dem Jahr nineteenhundertneunundsiebzig oder Fotografia Publica, ein neunundneinzig in Madrid publizierter international vielbeachteter Katalog zu einer Ausstellung in der renommierten Rena Sofia.
00:09:58: International.
00:09:58: das Eis gebrochen hat vermutlich der New Yorker Art Dealer Andrew Loth mit seinem Zwei-Tausend-Eins erschienenen Book of Hundred One Books – eine chronologisch angelegten Auswahl der Hundert Eins in seinen Augen wichtigsten Fotobücher des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:10:18: Die Welt liebt eben merkfähige Rankings, zudem war das Buch großzügig gestaltet gut gedruckt und erfüllte in Machart und Auftreten alle Kriterien sowohl eines präsentablen Coffee-Tablebooks wie einer brauchbaren Shopping List Die bis dato größte Aufmerksamkeit sichern konnten, sich allerdings Martin Paar und Gary Badger mit ihrer dreibändigen Geschichte des Foto-Books ab zwei tausend vier bei Feidun erschienen.
00:10:45: Und mittlerweile wie man hört fünfzigtausend Mal verkauft.
00:10:50: inzwischen sind zahlreiche weitere Titel zur lateinamerikanischen niederländischen japanischen oder deutschen Fotobuchkultur hinzugekommen.
00:11:00: Firmen schriften der Niederlande waren bereits Gegenstand einer Publikation, sogar ein Buch über fotografisch illustrierte Kochbücher ist im Angebot.
00:11:11: Was alle Titel verbindet?
00:11:13: Sie holen das Fotobuch definitiv aus dem Schmollwinkel der Kulturgeschichte und überführen es in den Mainstream der Debatte.
00:11:23: Fotobücher meint Andrew Roth seiner ein ideales Medium um Fotografie zu kommunizieren.
00:11:29: Im Format kommen Bücher den Abmessungen jedenfalls konventioneller Fotografie entgegen.
00:11:36: Das Buch mit seiner Folge von Seiten bzw.
00:11:38: Doppelseiten entspricht dem seriellen Charakter vieler fotografischer Projekte, Bücher sind transportabel sie laden ein zum individuellen und intimem Dialog mit einem Werk.
00:11:52: Und wenn der Autor beziehungsweise Fotograf auch noch für Text Bildauswahl, Layout-Typo und so weiter steht wie bei den meisten Büchern etwa William Gleins.
00:12:02: Dann haben wir es mit einem wirklichen Gesamtkunstwerk zu tun.
00:12:08: Im Übrigen sind Bücher ein ausgesprochen demokratisches Medium.
00:12:11: tatsächlich erlaubt die Industrialisierung von RePro Druck und Bindung Erstaunliche Preise auch und gerade auf dem Feld des Fotobuchs was nicht vergessen werden sollte.
00:12:24: auch mit Blick auf Bücher über Bücher hat die Digitalisierung entscheidendes bewirkt.
00:12:30: Endlich ist es möglich, bereits gedrucktes ohne Rauschen also in guter Qualität moa refrei abzubilden.
00:12:38: Das heißt das seriöse Diskurs rund ums Foto Buch leidet nicht mehr unter einer schlechten Rebro-Qualität.
00:12:44: im Gegenteil stehen die Bücher auch in ihrer Patina wunderbar objekthaft.
00:12:50: auf der Seite War noch Duggens Buch ganz ohne Abbildungen ausgekommen, so hat Fotografia Publica erstmals gezeigt.
00:12:58: Übrigens unter der Art Direktion des genialen Matridertesigners Fernando Gutierrez wie mit Blick aufs Fotobuch die gedruckte Metaebene idealerweise aussehen kann – das Buch im Buch als appetitliches Menü!
00:13:15: Inzwischen ist bereits das Sammeln von Büchern über Bücher zu einer Disziplin geworden, darunter auch und nicht zuletzt Antologien über Stadtbildbände.
00:13:23: Also Bücher etwa über Wienbücher, über Köln oder New York-Bücher oder Bücher über Paris.
00:13:30: zugleich Katalog bis zur dato umfangreichsten Ausstellung zum Thema Fotobuch in den Hamburger Deichthualen.
00:13:40: Parallel zum wissenschaftlichen Diskurs rund ums Fotobuch hat sich ein Seit den Jahrhundert und neunzig Jahren lebendiger Handel mit ikonischen Fotobüchern entwickelt, wobei die zitierten Titel etwa von Roth oder Parbetcher gern als Shoppinglist missverstanden
00:13:56: wurden.
00:13:57: Fotobücher gezielt zusammen ist längst kein Nischenthema mehr, wenngleich sich das finden weitgehend vom klassischen Antiquajat ins Internet verlagert hat.
00:14:07: Immerhin gibt es sie noch die regelmäßigen Antiquijatsmessen.
00:14:14: Und dass das Thema Fotobuch auch auf der diesjährigen Parifoto eine wieder stärkere Rolle spielt, beweist, print lebt.
00:14:22: Das Fotobuch bleibt auch im einundzwanzigsten Jahrhundert als Medium ein Thema.
00:14:28: Was ist ein gutes Fotobuch?
00:14:32: Nach wie vor ringt die Wissenschaft um eine schlüssige Definition.
00:14:36: Pragmatisch geht die Frage der einzige deutschsprachige Preis seiner Art an indem er jährlich eine Fachjury beruft, die in einem inzwischen mehrtägigen Prozess die gedruckte Ernte eines Jahres sondiert.
00:14:52: Diskutiert, bewertet um am Ende beispielhafte Titel in mehreren Kategorien mit Preisen zu bedenken.
00:15:01: Ins Leben gerufen hatte den Preis Mitte der neunzehntenhundertsiebziger Jahre auf allen möglichen Gebieten.
00:15:16: Neben der Unterstützung fotografierender Talente, der Organisation von Ausstellungen, dem Schreiben von Fachartikeln war der jährliche Kodak-Fotobuchpreis seine vielleicht wichtigste Initiative auch als Fingerzeig auf eine Buchgattung die es so vor fünfzig Jahren durchaus noch zu adeln galt und er sich der passionierte Foto Buchsammler Karl Steinert in besonderer Weise verpflichtet fühlte.
00:15:46: Er war es auch, denn aus der inzwischen untergegangenen Kölner Fotokina unter dem Titel Das gedruckte Foto eine erste große historisch in die tiefe gehende Ausstellung zum Thema Photobuch initiiert hatte ein Verdienst das angesichts eines eher bescheidenen Katalogs nie wirklich wahrgenommen wurde.
00:16:09: Dr.
00:16:10: Karl Steiner zu treffen und die Anekdote sei erlaubt, diesem umtriebigen Apologeten der Fotografie zu begegnen war übrigens immer ein Vergnügen schon weil er nie ohne Geschenk kam.
00:16:23: Stets hatte er einen Buch dabei nicht selten eine hierzulande schwer zu bekommende Publikation aus den USA.
00:16:30: das Präsent kam stets in einer Plastiktüte oder Leinentasche beiläufig und mit den immer gleichen Worten überreicht.
00:16:39: Ein Onkel, der etwas mitbringt ist besser als eine Tante die Klavier spielt.
00:16:47: Mit Karl Steinhards Tod im Jahr zweitausend dem Niedergang der Weltmarke Kodak des sprichwörtlichen gelben Riesen war auch das Ende des Kodack-Fotobuchpreises besiegelt.
00:16:59: Nach einer Phase unter dem Dach des Börsenvereins des deutschen Buchhandels wurde der deutsche Fotobuch preis so inzwischen der offizielle Titel bis für die Hochschule der Medien in Stuttgart ausgelobt und durchgeführt.
00:17:14: Inzwischen hat er dank der Initiative von Martin Rosner an die Scholz in Regensburg eine neue und hoffentlich sichere, in Zukunftweisende Heimat gefunden.
00:17:27: Schließlich sensibilisiert er für ein Produkt mit gerade in Deutschland großer Traditionen und einer ökonomisch nicht unerheblichen Wertschöpfungskette.
00:17:39: Bei allem Respekt vor der Leistung des Regensburger Teams aller Begeisterungen für das Medium-Fotobuch gilt es allerdings auch zu konstatieren, dass Buch – das Gedruckte überhaupt befindet sich in der Defensive.
00:17:52: Die Digitalisierung und damit Entdinglichung unserer Welt in allen Bereichen schreitet voran.
00:17:59: klassische Verlage kämpfen ums Überleben, Druckereien schließen.
00:18:03: Der stationäre Buchhandel hat gegen online praktisch verloren.
00:18:08: Sprechen Sie mit Herstellern über Papiere, die es nicht mehr gibt?
00:18:12: Über Kartonagen, die nicht lieferbar sind weil der Onlinehandel vorrägig mit Pappen beliefert werden muss?
00:18:18: Über die Schwierigkeit Buchbinder zu finden?
00:18:21: Nichts zu reden von steigenden Kosten in einer Welt, in der viceversa geistige Leistung auch künstlerische Leistungen nichts mehr kosten soll!
00:18:31: Aber Gottlob noch ist ein Ende des Buches als genialem Wissensspeicher vielleicht mehr denn je, wenn man sich die enorme und jährlich steigende Zahl an Einreichungen zum deutschen Fotobuchpreis vor Augen hält.
00:18:47: Hier das Gute zu loben, das Bessere zu preisen, dass in Idee- und handwerklicher Exzellenz haptik und visuellem Charme Druckqualität und Design herausragender auszuzeichnen ist.
00:19:00: die Mission des deutschen Fotopurchpreises, dem ich offen gestanden national und in den Medien etwas mehr Aufmerksamkeit wünschen würde.
00:19:11: Denn auch in einem sich wandelnden medialen Umfeld hat das klassische Buch seinen Ort.
00:19:18: Lassen Sie mich zum Abschluss Klaus Wagenbach zitieren, Verleger alter Schule Bibliomane Italienliebhaber Genießer Inzwischen leider verstorben.
00:19:30: Er wurde nicht müde zu betonen Ich zitiere dass Bücher aus Tinte- und Papier keinen Strom brauchen kein Ladegerät und keine Steckdose, kein Update.
00:19:42: Kein WLAN und überhaupt gar keinen Netz!
00:19:45: Sie sind und bleiben haltbare Zufluchtsorte aus nachwachsenden Rohstoffen.
00:19:51: Man kann sie uns sich an ihnen festhalten Und sie duften sogar Dankeschön.
00:20:02: Ich war dabei super Stimmung auch bei uns im Saal und danke an dieser Stelle noch einmal für die Rede.
00:20:07: lieber Herr Kötzler Danke, dass Sie unsere Einladung gefolgt sind und diese gehaltvolle Rede geschrieben haben.
00:20:14: Das lassen wir erst mal so stehen und ich freue mich – wie gesagt auf Eure Kommentare.
00:20:18: schreibt mir eine Mail und wenn Ihr möchtet eine Sprachennachricht.
00:20:22: an Podcastatfotografie neu denken.
00:20:25: punkt D Ja damit beende ich die heutige Episode rund um die Preisverleihung und die Festrede im November letzten Jahres.
00:20:32: Hört euch auch gerne die folgenden Episoden, die jetzt noch kommen mit den Grußworten von Wolfgang Dersch und Bernhard Lübers an.
00:20:39: Die immer wieder mit Enthusiasmus und Begeisterung hinter unserem Projekt in Regensburg stehen!
00:20:45: Die Links zu den Videos denn wir haben wie gewohnt alle Reden rund um das internationale Festival fotografischer Bilder mit der Kamera aufgenommen sind auf unseren YouTube Kanal für Euch bereitgestellt.
00:21:00: Ja, danke fürs dabei sein und mitdenken.
00:21:03: Bitte bewerbtet meinen Podcast mit Sternchen am besten natürlich mit fünf denn das rankt meinen podcast höher und meine Reichwarte wird erhöht usw.
00:21:11: Klickt auch auf die Glocke bei Spotify und Apple Podcast Denn dann werdet ihr automatisch benachrichtigt sobald eine neue Episode online ist.
00:21:20: Unterstützen meiner Unabhängigkeit und meine Werbefreiheit Infos dazu demnächst hier Auf diesen Kanal Bis
00:21:37: bald.
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